Dokumentation http://bayern.rosalux.de/ Hier finden Sie unsere Dokumentationen. de Copyright Fri, 22 Sep 2017 22:44:24 +0200 Fri, 22 Sep 2017 22:44:24 +0200 TYPO3 Dokumentation http://bayern.rosalux.de/fileadmin/sys/resources/images/dist/logos/logo_rss.jpg http://bayern.rosalux.de/ 144 109 Hier finden Sie unsere Dokumentationen. news-37795 Wed, 13 Sep 2017 13:36:40 +0200 Gagarins Vermächtnis http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/37795/ Ausstellung und Veranstaltungen zu Beginn, Erinnerung und Visionen der Raumfahrt Mehr als ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seit Juri Gagarin am 12. April 1961 die Erde umrundete - und noch immer versteht es der erste Mensch im All zu faszinieren. Zu erleben war das bei der Eröffnung der Ausstellung «Gagarins Vermächtnis» im Foyer des Rosa-Luxemburg Stiftung wie auch bei der anschließenden Podiumsdebatte im Münzenberg-Saal am 4. September 2017.

Gerade einmal 60 Jahre liege mit dem Sputnik-Start der Beginn der Weltraumfahrt zurück, erinnerte die Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Dagmar Enkelmann, bei der Ausstellungseröffnung. In dem historisch gesehen kurzen Zeitraum habe die Menschheit einen «dramatischen Sprung» vollzogen. Heute erscheine ein Flug in All beinahe als normal.

Der Weltraum fasziniere die Menschen, seit es diese auf der Erde gibt, sagte Enkelmann weiter. Die Erforschung des Alls habe unseren Blick und unser Wissen von der Erde wie auch das über andere Planeten und Sterne deutlich verändert. «Es sind qualitativ neue Möglichkeiten entstanden - für Wetterbeobachtungen und -vorhersagen, für Navigation, TV-Übertragungen und vieles andere mehr.»

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news-37761 Tue, 05 Sep 2017 10:21:26 +0200 Der Kampf um Demokratie am Arbeitsplatz http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/37761/ Basisgewerkschaften aus unterschiedlichen Ländern tauschen sich auf dem G20 Alternativgipfel in Hamburg aus.  

Etwa 100 interessierte besuchten am 5. Juli beim G20-Alternativgipfel (Gipfel der globalen Solidarität) den Workshop «Der Kampf um Demokratie am Arbeitsplatz - Beiträge von internationalen Basisgewerkschaften», der von der Rosa-Luxemburg-Stiftung und ver.di, Ortsverein Hamburg, FB 8, angeboten wurde. Auf dem von Lars Stubbe (ver.di FB 08, Hamburg) moderierten Podium diskutierten Vertreter*innen aus Frankreich, Argentinien, Indien und Deutschland.

Vereine Angeli, Solidairs-SUD (Frankreich), berichtete: «Der Arbeitsplatz ist erstmal kein Ort der Demokratie, sondern der Ausbeutung und Macht. Oft wird uns gesagt, Arbeiter und Unternehmer müssten Partner sein. Aber so ist es nicht! Zugleich kann der Arbeitsplatz aber auch ein Ort konkreter Demokratie werden. Deshalb tritt unsere Gewerkschaft für direkte Demokratie im Betrieb ein, etwa durch Vollversammlungen der Beschäftigten, und den Aufbau von Netzwerken innerhalb der Konzerne. Um wirklich handlungsfähig zu sein, müssen wir solche Vernetzungen verstärkt auf der internationalen Ebene vorantreiben. Gleichzeitig unterstützen wir Ansätze tatsächlich demokratischer Betriebsformen, etwa durch den Aufbau von Genossenschaften und Kooperativen».

Sie schilderte auch die drohenden Angriffe der neuen französischen Regierung auf das Arbeitsrecht und insbesondere das Streikrecht im öffentlichen Dienst. Auch gegen traditionelle Aktionsformen der Arbeiterbewegung zeichne sich ein immer repressiveres Vorgehen des Staates ab.

Ähnlich wie in Deutschland sei die Beschäftigtenlandschaft zunehmend fragmentiert, zwischen Kernbelegschaften und Leih- und Werkvertragsarbeiter*innen, zwischen be- und entfristeten Kolleg*innen.

Ashim Roy von der New Trade Union Initiative NTUI (Indien) schilderte: «Leider wird Demokratie nicht immer als fundamentales Prinzip innerhalb der Gewerkschaftsbewegung gesehen. Wir hatten in Indien lange Zeit recht fortschrittliche Arbeitsgesetze, die auch gewisse Elemente von Demokratie beinhalteten. Aber es gab schon immer große Spannungen zwischen formalisierten und den informellen Arbeitsverhältnissen. Die informellen haben in der letzten Zeit massiv zugenommen, und stellt Gewerkschaften vor große Herausforderungen. Wir versuchen daher verstärkt, auch in den Stadtteilen zu organisieren, und den Graben zwischen formellen und informellen Beschäftigten zu überwinden. Der Kampf um Demokratie in Ländern wie Indien ist aber immer auch ein Kampf um ökonomische Souveränität gegen die Übergriffe der multinationalen Konzerne, insbesondere in Bezug auf Lebensmittel. Gewerkschaften müssen Teil von Kämpfen um Demokratie sein - und Demokratie muss immer ein Teil der Gewerkschaften sein. Wir können keine echte Demokratie aufbauen, solange unsere Gewerkschaften nicht selbst demokratisch sind, und solange sie kein demokratisches Verhältnis zu sozialen Bewegungen haben.»

Jose Villa von der Metallarbeitergewerkschaft UOM – CGT (Argentinien) arbeitet in einer Fabrik eines wichtigen multinationalen Metall-Konzerns. Er erzählte:

«Das zentrale Element der Demokratie in einem Betrieb ist für uns die Versammlung der Arbeiter selbst, die dort selbst über ihre Interessen und Ziele diskutieren. Für uns sind diese Versammlungen der wichtigste Souverän. Wir können keine Abkommen mit dem Unternehmen schließen, ohne dass die Kolleg*innen darüber diskutiert und entschieden haben. Jede Gewerkschaft braucht einen Apparat, und wohl auch einen Generalsekretär. Das entscheidende ist aber, dass die Beschäftigten in den Betrieben selbst die Gewerkschaft sind, und an allen wichtigen Entscheidungen beteiligt werden müssen.

Wir sehen aber, wie die Arbeiterklasse auf der ganzen Welt unter immer schlechteren Bedingungen leidet. Bei uns war es die neoliberale Regierung Menem, die viel dazu beitrug. Sie hat die Prekarisierung vorangetrieben, mit immer mehr befristeten Arbeitsverhältnissen. Dagegen müssen wir die Solidarität der Metallarbeiter*innen setzen, auf nationalem wie auf internationalem Level.»

Ezequiel Roldan, Generalsekretär der Gewerkschaft  Aceiteros – CGT (Gewerkschaft der Soja-/Oliven-Ölarbeiter*innen, Argentinien) berichtete: «Oft kollidiert bei uns die Demokratie in der Fabrik, die Demokratie der Vollversammlungen, mit der Bürokratie der Gewerkschaften. Seit die neoliberale Regierung Macri im Amt ist, nehmen die Angriffe und die Repression gegen die Arbeiterbewegung zu. Wir verstärken dagegen unsere Demokratie der Vollversammlungen, um die Kolleg*innen zu mobilisieren. Eine wichtige Mobilisierung ist für uns gegenwärtig die für einen höheren Mindestlohn. Gegen das Bündnis aus multinationalen Konzernen und Regierungen hilft den Arbeiter*innen nur der Kampf.» Sein Kollege Carlos Zamboni, ein Ölarbeiter, schilderte, wie seine Generation, die Jüngeren, nie etwas anderes als einen de-regulierten Arbeitsmarkt kennengelernt hatten: «Auch bei uns ist die Arbeiterklasse immer stärker fragmentiert, nehmen die prekären Beschäftigungsverhältnisse zu. Immer mehr Arbeiter haben gar keinen richtigen Arbeitsverträge mehr. In den letzten 15 Jahren mussten wir Formen der Organisierung und des Kampfes lernen und uns neu aneignen, die zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten waren. Ein wichtiges Element darin ist die Demokratie der Vollversammlungen auf Fabrikebene. Aber ohne Streiks kann es auch keine echte Demokratie im Betrieb und in der Gewerkschaft geben. Der Streik ist die wichtigste Schule der Demokratie, und auch deshalb müssen wir das Streikrecht mit allen Mitteln verteidigen!»

Michael Fütterer von TIE, einem internationalen Basis-Gewerkschafternetzwerk (Deutschland), führte aus: «Wir sind in Industrienetzwerken aktiv, etwa im Textilbereich in Indien, Sri Lanka und Bangladesh, wo sich Kolleg*innen direkt untereinander über Strategien und Erfahrungen austauschen. Aber wir organisieren uns im Exchains-Netzwerk auch entlang der globalen Wertschöpfungsketten und versuchen, die Näherin in Bangladesh mit der H&M-Verkäuferin zusammenzubringen.

Häufig gibt es im Textilbereich internationale Kampagnen, die zwar das Elend der ArbeiterInnen aufgreifen und skandalisieren, aber die Handlungsperspektiven komplett in den globalen Norden verlegen, wo Gewerkschaften sich für ihre KollegInnen im Süden einsetzen sollen. Wir wollen dagegen echte Solidarität organisieren, die beidseitig funktioniert, und in der den KollegInnen aus dem Süden keine passive, sondern eine sehr aktive Rolle einnehmen.

Ein anderes Feld, auf dem wir arbeiten, ist das Thema Gesundheit und Arbeit. Unser Gewerkschaftsnetzwerk versucht zum Beispiel zu vermitteln, dass Erkrankungen ihre Ursachen oft im Arbeitsprozess und in der Ausbeutung haben, und damit auch kollektiv bearbeitet werden müssen. Wir wollen Wissen vermitteln, damit die KollegInnen an ihrem Arbeitsplatz für gute Arbeit kämpfen können. Dazu versuchen wir, praktische Werkzeuge zu vermitteln, wie Kämpfe um gute Arbeit und möglichst gesunde Arbeitsbedingungen geführt werden können. Gewerkschaftliche Arbeit muss daher immer auch über reine Lohnkämpfe hinausgehen.»

Es folgten eine Reihe von Nachfragen aus dem Publikum, die den Referent*innen die Möglichkeit zur Vertiefung verschiedener Aspekte gaben.

Eine gelungene Veranstaltung.

Florian Wilde

Mehr zu den RLS-Veranstaltungen auf dem Alternativgipfel

Presseschau:

 

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news-37665 Sat, 05 Aug 2017 10:48:25 +0200 Being queer in South Africa http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/37665/ Gespräch und Konzert mit den LGBTIQA Künstler*Innen UMLILO und Stash Crew aus Südafrika

Was bedeutet es eigentlich queer zu sein? Im südafrikanischen Kontext bekommt die queere Lebensphilosophie eine ganz besondere Relevanz.

Diesen Sommer waren Joni Barnard, UMLILO and Whyt Lyon, drei interdisziplinäre, südafrikanische Avantgarde Künstler*Innen und Musiker*Innen auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu Gast in Berlin. Im Gespräch mit uns erzählen sie sehr persönlich was es heißt, als queere aber gleichzeitig Schwarze oder Weiße Person in Südafrika zu leben. Sie üben Kritik an der Heteronormativität, auch in der eigenen Community und sprechen über das Konzept von Intersektionalität und den transformatorischen Ansatz queerer Lebensweisen.

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news-37746 Sun, 23 Jul 2017 14:57:00 +0200 Neue Arbeit, neue Widerstände? http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/37746/ Arbeitskämpfe und Prekarität im digitalen Kapitalismus Welche neuen Arbeitsformen entstehen in einem digitalen Kapitalismus? Wie setzen sich Ausbeutungsverhältnisse fort? Und welche Widerstände dagegen ergeben sich? Diesen Fragen ging die studentische Tagung «Neue Arbeit, neue Widerstände?» nach, die vom 21. bis 23. Juli 2017 an der Humboldt Universität Berlin stattfand.

Mit einem Blick auf Arbeit in Internetplattformen (Mechanical Turk, Upwork), auf die sogenannte «Gig»- und «Sharing»-Ökonomie (Deliveroo, Helpling, Airbnb) sowie auf digitalisierte Industrie (Amazon, Foxconn) werden neue Formen der Arbeit und deren Kontroll- und Ausbeutungsmechanismen beleuchtet. Dabei wurden Möglichkeiten von neuen und alten Widerständen diskutiert.
 


Eine Kooperationsveranstaltung vom studentischen Projektutorium «Arbeitskämpfe im digitalen Kapitalismus» an der HU Berlin und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

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news-37630 Wed, 19 Jul 2017 16:39:00 +0200 Meine Abenteuer mit der Kamera http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/37630/ Ausstellung mit Fotos von Thomas Billhardt «Nach der Wende habe ich eigentlich gedacht, ich höre auf mit dem Fotografieren.» Mit diesen Worten begrüßt der Fotograf Thomas Billhardt am Abend des 19. Juli 2017 die Besucher*innen der Ausstellung «Meine Abenteuer mit der Kamera» im Foyer des Gebäudes am Franz-Mehring-Platz 1.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung zeigt hier in Kooperation mit der Grundstücksgesellschaft FMP1 bis zum 15. August 2017 mehr als einhundert Werke des Fotografen, welcher in den 1960er Jahren mit seiner Diplomarbeit über den Alexanderplatz in der DDR bekannt wurde. Wenige Jahre später fanden seine Bilder aus dem Vietnamkrieg auch internationale Beachtung.

«Und jetzt kann ich hier sein», freut sich Billhardt und lächelt sein Publikum an. Es herrscht eine freundschaftliche, gespannte Atmosphäre. «Da kommt wieder ein Freund rein, ist das schön! », sagt Billhardt, als ein weiterer Gast dazu kommt.

Billhardts Bilder haben viele Menschen bewegt und ihre Sichtweise auf die Welt beeinflusst. Darum ist es nicht verwunderlich, dass sich trotz der hochsommerlichen Temperaturen rund 70 Interessierte zur Eröffnung der Ausstellung nach drinnen begeben haben.

Neben historisch bedeutsamen Bildern, wie einer Aufnahme aus Chile im Jahre 1970, welche Salvador Allende mit seinem zukünftigen Mörder Pinochet auf einem Bild vereint, sind die meisten hier ausgestellten Bilder zwischen 1999 und 2010 entstanden.

Direkt hinter ihm hängen sehr vielseitige Porträts an der Wand. Der Fotograf interessiert sich für die Menschen und möchte ihre Geschichten erzählen. Außerdem erklärt der Humanist, dass Solidarität das Wichtigste sei. «Das könnte Ihr Bruder sein, das könnten wir sein», meint der Fotograf.

Billhardt führt die Besucher*innen nach einer kurzweiligen Ansprache durch das Foyer entlang der Stellwände, an welchen seine Bilder aufgehängt sind. Die Fotos und die Erzählungen des Fotografen bringen das Publikum von Hanoi im Jahr 2000, über Manila im Jahr 2005 und Indonesien im Jahr 2009, bis nach Kambodscha, China und Vietnam im Jahr 2010.

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news-37621 Wed, 19 Jul 2017 11:04:46 +0200 Macht.Mode.Menschen. http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/37621/ Das erste politische Sommerpicknick der Rosa-Luxemburg-Stiftung - Konsument*innen, Expert*innen, Aktivist*innen im Gespräch Welche Rolle kann SOLIDARITÄT im global hart umkämpften Geschäft mit der Mode spielen? Was bedeutet es, als Konsument*in Macht zu haben? Wie sieht diese Macht aus, wie kann sie kritisch genutzt werden? Kann SOLIDARITÄT im Geschäft der Mode WELT verändern? Von der Rohstoffgewinnung bis zum Nähgarn, vom Design zur Produktion bis zur Vermarktung, vom Shoppen, Tragen bis zur Entsorgung oder Weiterverwendung? Kann Solidarity zum neuen Must Have der Mode werden?

Das erste Sommerpicknick der Rosa-Luxemburg-Stiftung nimmt in Workshops, Gesprächen, Aktionen mit Expert*innen, Aktivist*innen und kritischen Konsument*innen die ökonomischen, macht- und wirtschaftspolitischen, aber auch die kulturellen Verhältnisse der Produktion unserer Kleider kritisch in den Blick. Welche Möglichkeiten ökologisch und sozial nachhaltig gestalteter Verantwortung von Entscheidungsträger*innen, Designer*innen, Produzent*innen und Träger*innen gibt es?

Seit Jahren setzen sich Aktivist*innen, Initiativen und Organisationen mit wachsendem Erfolg für Veränderungen ein. Das wollen wir feiern und kritisch diskutieren. 10 Stunden volles Programm am Moritzplatz in Berlin-Kreuzberg. Drinnen und Draußen – Informieren, Orientieren, Diskutieren: Mitnähen am Wandel. Mode, Macht und Menschen.

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news-37600 Fri, 14 Jul 2017 15:14:00 +0200 Die Kunst mit der Klinke http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/37600/ Ausstellung zum Wettbewerb Kunst am (Neu)Bau der Stiftung Im Mai 2016 hatte die Rosa-Luxemburg-Stiftung den Siegerentwurf beim Architekten-Wettbewerb um den Neubau des Stiftungsgebäudes gekürt. Ein reichliches Jahr später kann sich das kommende Gebäude unweit des Berliner Ostbahnhofs mit einem weiteren Wettbewerbssieger «schmücken»: Die Arbeit «262 Klinken» gewann den ersten Preis beim Wettbewerb zur Kunst am (Neu)Bau der Stiftung. Der Wettbewerb war deutschlandweit offen ausgeschrieben worden.

Vorgestellt wurden die Kunst-am-Bau-Sieger am Dienstag (11. Juli 2017) bei einer Vernissage in der ersten Etage des derzeitigen Stiftungssitzes am Berliner Franz-Mehring-Platz. Präsentiert wurde dabei nicht nur das Siegerkonzept, sondern bis zum 21. Juli können sich Besucher und Interessierte alle 89 eingereichten Arbeiten ansehen.

Bei der Eröffnung der Vernissage erinnerte sich die Vorstandsvorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Dr. Dagmar Enkelmann, an den Moment, als sie den Siegerentwurf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung vorstellte. Für ihre Bemerkung, dass es um Klinken gehe, hätte sie erst einmal auch erschrockene Blicke geerntet - was hätten denn Klinken mit Kunst zu tun?

Als Antwort hatte Enkelmann bei der Vernissage jede Menge Sprachbilder parat. Um Mittel von ihren Zuwendungsgebern zu erhalten, müsste die Stiftung oft «Klinken putzen gehen». Auch geben sich die Besucher, wenn sie zu Veranstaltungen kämen oder dem Haus ihre Projekte vorstellten, buchstäblich die «Klinke in die Hand» - und selbst in ihrem Büro wäre das öfter so, bekannte die Vorstandsvorsitzende. Und schließlich wolle die Stiftung mit ihrer Arbeit im In- und Ausland im Sinne des Wortes Türen öffnen.

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news-37602 Fri, 07 Jul 2017 10:25:00 +0200 Vom Ende der Geschichte her http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/37602/ Walter Benjamins geschichtsphilosophische Thesen Herausgeber Thomas Schröder und Jonas Engelmann stellten in Berlin einen Sammelband zu Benjamins Thesen vor. Die Beiträge von Gerard Raulet, Marcus Hawel, Caroline Heinrich, Thomas Schröder, Richard Faber und Gregor Wedekind beschäftigen sich mit der historischen Entstehung des Textes, den Korrespondenzen zwischen Benjamin und Freud, den kunstgeschichtlichen Aspekten von Klees Bild, der politischen Dimension von Benjamins Thesen und vielem mehr.

Vom Ende der Geschichte her
Walter Benjamins geschichtsphilosophische Thesen

Thomas Schröder / Jonas Engelmann (Hg.)
Ventil Verlag, Broschur, 216 Seiten
29. April 2017, 16,00 €(D)
ISBN 978-3-95575-075-6

Zur Ankündigung

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news-37598 Sat, 01 Jul 2017 11:36:00 +0200 Transatlantische Anarchisten und Sozialisten im 19. und 20. Jahrhundert http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/37598/ Internationale Tagung in Würzburg Während transatlantische Netzwerkgeschichten in den Geschichtswissenschaften an Interesse gewonnen haben, sind viele Perspektiven auf solche, besonders im Hinblick auf Anarchisten und Sozialisten des langen 19. und kurzen 20. Jahrhunderts, bisher noch nicht ausreichend untersucht worden. Im Mittelpunkt einer zweitägigen Tagung in Würzburg, die von Prof. Dr. Frank Jacob (New York) und Prof. Dr. Mario Keßler (Potsdam) in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisiert worden war, standen daher Akteurinnen und Akteure innerhalb dieser Netzwerke des politischen Radikalismus. 

Im ersten Panel widmete sich Lutz HÄFNER (Bielefeld) den russischen Sozialrevolutionären, wobei deren europäische Wahrnehmung und die Verbindungen in die USA, wo regelmäßig finanzielle Unterstützung in Zirkeln russischer Emigranten eingeworben werden konnte,  im Mittelpunkt der Betrachtung standen. Ergänzt wurden diese Betrachtungen im zweiten Vortrag von Felicitas FISCHER von WEIKERSTHAL (Heidelberg), die die Unterstützung russischer Revolutionäre in den USA zwischen 1880 und 1914 analysierte. Während bekannte Werke, wie etwa George Kennans (1845-1924) Arbeiten zum russischen Verbannungssystem, die pro-russische Wahrnehmung der russischen Revolutionsbewegung bedingten, waren es in den Vereinigten Staaten gegründete Vereine und Organisationen, etwa die Society of American Friends of Russian Freedom, die die Sammlung und den Transfer von Geldern zur Unterstützung der Revolutionäre übernahmen. Im Zuge dieser Ereignisse waren es vor allem russische Emigranten, die in den USA derlei Aktionen unterstützten bzw. koordinierten. Reiner TOSSTORFF (Mainz) setzte die Untersuchung der persönlichen transatlantischen Beziehungen mit einem Diskurs der Zusammenarbeit der amerikanischen und deutschen Gewerkschaftsführer Samuel Gompers (1850-1924) und Carl Legien (1861-1920) fort. Zwischen 1896, als Gompers Legien in Europa zum ersten Mal traf, bis zum Ersten Weltkrieg, an dem die Kooperation der beiden Gewerkschafter zerbrach, waren es diese beiden, die eine Annäherung der Gewerkschaften in transatlantischer Perspektive bestimmten. Das erste Panel wurde schließlich von Stefan BRAUN (Bochum) abgeschlossen, der sich der Frage widmete, inwiefern die deutsche Sozialdemokratie als trans-staatliche Gemeinschaft bzw. Identität, die durch das Sozialistengesetz begründet worden war, verstanden werden kann. Dabei argumentierte Braun im Sinne Andersons, dass die gemeinsame Erfahrung von Exil und Unterdrückung zur Etablierung einer imaginierten Gemeinschaft der exilierten Sozialdemokratie führte und der zudem eine messianische Aufgabe (die sich in der Unterstützung der deutschen Sozialdemokraten von außen zeitigen würde) bescheinigt wurde. 

Das zweite Panel behandelte ausgewählte Exilerfahrungen in den USA, wobei Riccardo ALTIERI (Würzburg/Potsdam) die Zeit zwischen 1941 und 1949/50, in der Rosi Wolfstein (1888-1987) und Paul Frölich (1884-1953) in den USA lebten und dort ein transatlantisches Netzwerk zu deutschen Freunden und politischen Weggefährten unterhielten, untersuchte, um die oben bereits angesprochenen Faktoren der Identität im Exil am dezidierten Fall der beiden KPD-Politiker abzuhandeln. Ergänzt wurde diese Perspektive durch den Vortrag von Mario KESSLER (Potsdam), der die amerikanische Periode im Leben Ossip K. Flechtheims (1909-1998) analysierte und neben seinen entscheidenden Arbeiten zur Futurologie auch auf dessen Position innerhalb der deutschen «Exil-Community» in den Vereinigten Staaten diskutierte.

Am zweiten Tag wurden im dritten Panel weitere US-Perspektiven beleuchtet. Während sich Frank JACOB (New York) mit der Geschichte der Autonomen Industriekolonie Kusbass (1920-1926) und der damit verbundenen Werbung von amerikanischen Industriearbeitern auseinandersetzte, um zu zeigen, wie weit die versprochenen Utopien von den realen Gegebenheiten in Sibirien abwichen, stellte Hilary LAZAR (Pittsburgh) die Zeitschrift Man! vor und untersuchte deren Rolle für die Transnationalisierung des amerikanischen Anarchismus. Scott KRAUSE (Chapel Hill/ZZF) schloss das Panel schließlich mit einer Analyse der Genese des sozialdemokratischen Antitotalitarismus nach dem Zweiten Weltkrieg im amerikanischen Exil, wobei er dafür den Zeitraum zwischen 1933 und 1963 eingehender betrachtete und darauf verwies, dass die politische Spaltung der deutschen Linken im Exil bereits die Frontverläufe des Kalten Krieges vorwegnahm. 

Das vierte Panel erweiterte die bisher europäisch-nordamerikanische Perspektive um wichtige Untersuchungen im Hinblick auf Zentral- und Südamerika. Carlo ROMANI and Bruno Corrêa de Sá e BENEVIDES) stellen dazu zunächst die Bedeutung der brasilianischen Netzwerke italienischer Anarchisten in São Paulo zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor, wobei besonders das Leben und Wirken Angelo Bandonis (1868-1940) im Fokus stand. James Michael YEOMAN stellte danach die Rolle anarchistischer Publikationen im Zuge der Bauarbeiten des Panamakanals dar, wobei er nicht nur die transatlantischen Faktoren der zirkulierenden Publikationserzeugnisse in diesem geographischen und zeitlich determinierten Raum herausarbeitete, sondern auch die Interrelation zwischen schlechten Arbeitsbedingungen und einem Anwachsen anarchistischer Strömungen in Panama unterstrich. Abschließend referierte Georg LEIDENBERGER (Mexiko-Stadt) über die Rolle des Architekten Hannes Meyer in den Zirkeln kommunistischer Exilanten in Mexiko. Meyer, der als pro-sowjetischer Vertreter zwar zwischen 1938 und 1949 viele andere Exilanten regelmäßig um sich scharte, ging im Gegensatz zu vielen anderen Exilanten davon aus, dass dieselben im Europa der Nachkriegszeit nicht gebraucht würden, weshalb sich Meyer selbst als Neo-Mexikaner verstand. Insgesamt betrachtet konnten die Tagungsbeiträge zeigen, wie vielversprechend transatlantische Untersuchungsansätze im Hinblick auf Studien zum Anarchismus und Sozialismus des 19. und 20. Jahrhunderts sein können, es wurde jedoch gleichfalls offenbart, dass noch viel Forschungsarbeit zu den auf der Tagung behandelten Fragen und den damit verbundenen Themenstellungen geleistet werden kann und muss. 

Text: Frank Jacob (City University of New York)

Program: Transatlantic Anarchists and Socialists in the 19 th and 20 th Centuries

Friday, June 30

  • 10:20 Welcome Notes (Frank Jacob and Mario Keßler)
  • 10:30-12:30 European Perspectives
    Russian Social Revolutionary Terror, European Public, and American Capital (Lutz Häfner, Bielefeld University)
    Supporting Revolution – Russian Revolutionaries and Their Transatlantic Networks (Felicitas Fischer von Weikersthal, Heidelberg University)
    Samuel Gompers – Carl Legien: A Transatlantic “Bromance“ of German and American Union Leaders (Reiner Tosstorff, University of Mainz)
    The German Social Democracy - A Trans-State Community and its Formation during the Anti-Socialist Laws 1878-1890 (Stefan Braun, Bochum University)
  • 14:30-16:30 US Perspectives I
    Damned to Do Nothing – The Transnational Network of Rosi Wolfstein and Paul Frölich in American Exile (1941-1949/50) (Riccardo Altieri, University of Potsdam)
    Ossip K. Flechtheim (1909-1998): Political Scientist and Futurologist between Europe and North America (Mario Keßler, ZZF)

Saturday, July 1

  • 10:00-12:00 US Perspectives II
    Reversed Transatlantic Persperctives: The Kuzbass Autonomous Industrial Colony (1920-1926) (Frank Jacob, City University of New York)
    Man! and the International Group: Transnational Anarchism, International Solidarity, and Depression-Era Ethnic Radicalism (Hillary Lazar, University of Pittsburgh)
    First We Take Manhattan, then We Take Berlin: The Roots of German Postwar Social Democracy’s Antitotalitarianism in American Exile, 1933-63 (Scott Krause, ZZF)
  • 13:30-15:30 Latin and South America
    The Italian Anarchists Network in São Paulo in the Beginning of the 20th Century (Carlo Romani and Bruno Corrêa de Sá e Benevides, University Federal of the State of Rio de Janeiro, Unirio)
    The Panama Papers: Transatlantic Anarchist Press Networks Across Spain and the Canal Zone in the Early Twentieth Century (James Michael Yeoman, University of Sheffield)
    Architect Hannes Meyer and the German-and Italian-speaking Communist Exile-Communities in Mexico (Georg Leidenberger, Universidad Autónoma Metropolitana, Mexico City)
  • 15:45 Final Remarks
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news-37481 Fri, 23 Jun 2017 16:03:24 +0200 Kunst aus der Krise http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/37481/ In Berlin wurde die Ausstellung «Artists in Athens – City of Crisis» eröffnet / Noch bis 13. Juli sind Porträts von 14 KünstlerInnen zu sehen Von Jörg Staude und Henning Heine.

Ein «sehr berührendes Projekt» sei die Ausstellung für sie, erklärte die Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Dagmar Enkelmann, zu Beginn der Vernissage am Berliner Franz-Mehring-Platz 1. Es sei nicht wirklich eine Kunstausstellung, sondern eine über Kunst und vor allem eine über Künstlerinnen und Künstler in Griechenland. Dafür stehen die Vielfalt der auf den Plakaten wiedergegebenen Werke sowie die vielen persönlichen Informationen über die SchöpferInnen der Werke.

Tatsächlich stellt sich das Recherche- und Ausstellungsprojekt «Artists in Athens – City of Crisis» der Frage, wie Krise und künstlerische Produktion einander bedingen. Auf großformatigen Postern werden 14, zumeist in Griechenland lebende GegenwartskünstlerInnen im Alter von 24 bis 72 Jahren porträtiert, die sich abstrakter und gegenständlicher Malerei, Street Art, Bildhauerei, Installationen und Fotokunst widmen. Zu lesen sind Stellungnahmen zu ihrer eigenen Entwicklung und der Entstehungsgeschichte ihrer Werke sowie dazu, wie sich die langjährige Krise des Landes auf ihr Leben und ihr Schaffen auswirkt.

Die 14 gezeigten großen Poster beruhen auf Interviews und Fotodokumentationen, die zwischen Februar und Oktober 2016 erstellt wurden, berichtete Kurator Heiner Legewie auf der Vernissage. Für ihn stehen die Porträts und die künstlerischen Werke auf den Postern in einem schroffen und zugleich fragilen Gegensatz. «Bild- und Textfelder treffen hart aufeinander», beschrieb er.  Auf diese Weise habe die Grafikerin Joana Katte das Krisenthema auch ästhetisch aufgegriffen, würdigte der Kurator die Arbeit.

Wie zwei Feldforscher seien sie, er, Legewie, und der zweite Kurator Georg Eichinger, letztes Jahr in Athen unterwegs gewesen und hätten beim Interviewen und Fotografieren sehr unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler kennengelernt. Ihr beider Ansatz sei nicht kunstkritisch, sondern eher ethnografisch, eine Kombination aus sozialwissenschaftlicher Recherche und Fotodokumentation, sagten sie vor den gut 40 BesucherInnen der Ausstellungseröffnung im Foyer.

Das gewählte Ausstellungsformat haben sie, klärte Legewie auf, bereits bei Projekten zur Bürgerpartizipation innerhalb des Themas der «Sozialen Stadt» in den 1990er Jahren entwickelt. Damals hätten sie «Bürgerausstellung» genannt, weil diese Form dem Bürger in der Öffentlichkeit Stimme und Gesicht gibt. Nun seien es Künstlerinnen und Künstler, die als Bürger zu uns sprächen.

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