Dokumentation http://bayern.rosalux.de/ Hier finden Sie unsere Dokumentationen. de Copyright Sun, 21 Jan 2018 02:35:12 +0100 Sun, 21 Jan 2018 02:35:12 +0100 TYPO3 Dokumentation http://bayern.rosalux.de/fileadmin/sys/resources/images/dist/logos/logo_rss.jpg http://bayern.rosalux.de/ 144 109 Hier finden Sie unsere Dokumentationen. news-38190 Fri, 15 Dec 2017 18:02:03 +0100 The Border, The Work and The Fight for Justice http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38190/ Das Recht zu migrieren, das Recht zu bleiben. Fotoausstellung und Diskussion von und mit David Bacon  

Eröffnung der Fotoausstellung «The Border, The Work and The Fight for Justice» von David Bacon mit anschließender Debatte zum Thema «Migration ohne Mauern. Kampf für globale, soziale Gerechtigkeit»

Mehrere große weiße Wände teilen im Dezember 2017 das Hausfoyer am Franz-Mehring-Platz 1 in Berlin, dem Sitz der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Auf den wie Mauern wirkenden Tafeln sind beiderseits je sechs großformatige Fotografien des amerikanischen Künstlers David Bacon zu sehen: In schmucklosem Schwarzweiß stehen Menschen vor Gitterstäben und Stacheldraht, reichen sich durch Löcher in einer Grenzmauer den Finger…

Die Ausstellung ist bis zum 22. Januar 2018 täglich und rund um die Uhr im Foyer des Franz-Mehring-Platz 1 in Berlin zu sehen.

Ist hierzulande von Flüchtlingen die Rede, denke jeder ans Mittelmeer, an die Türkei, den Nahen Osten oder an Afghanistan. Allzu oft aber werde vergessen, dass weltweit über 60 Millionen Menschen auf der Flucht sind, zu einem Großteil in ihren Heimatländern selbst. Und nur ein Bruchteil der Flüchtenden gelange überhaupt nach Europa, betonte die Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Dagmar Enkelmann, bei der Eröffnung der Ausstellung am 04.12.2017.

Mit den Fotos von David Bacon wolle man, so Enkelmann weiter, ein Licht auf den amerikanischen Kontinent werfen, vor allem auf die Grenze zwischen Mexiko und den USA. Die Vorsitzende kritisierte in dem Zusammenhang nicht nur die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Mauern bauen zu wollen, sondern auch die jüngste Erklärung der US-Vertreterin bei der UNO, die USA werde sich nicht mehr am globalen Flüchtlings- und Migrationspakt beteiligen.

Die Folgen dieser Politik könne man an den Bildern von Bacon ablesen, sagte Dagmar Enkelmann und riet dazu, sich für diese Zeit zu nehmen. Bacon schaue mit seiner Kamera in die Gesichter, bringe sie dem Betrachter nahe, gab sie ihren Eindruck wieder. Jedes Foto verkörpere eine Geschichte - und das nicht allein, weil jedem Bild eine erklärende Notiz beigefügt ist. Bacons Bilder selbst legten die Gründe für das Verlassen der Heimat und die damit verbundenen Hoffnungen offen, zeigten aber auch diejenigen, deren Hoffnungen enttäuscht wurden, bilanzierte Enkelmann.

Bilder dieser Art zu machen, erfordere viel Kraft, aber die Informationen und die Aufklärung, die die Bilder geben, seien sehr wichtig, sagte Enkelmann. Sie wünsche sich, dass viele Menschen zur Ausstellung kommen und angeregt werden, über den «nationalen Tellerrand» hinauszuschauen.

Wir sind Arbeiter, keine Sklaven

Als besonders bedrückend empfand Dagmar Enkelmann ein Foto, auf dem ein Protestschild mit der Aufschrift - im Original in Englisch - «Wir sind Arbeiter, keine Sklaven» zu sehen ist. Das erinnere sie an aktuelle Debatten um die Sklavenarbeit und den Sklavenhandel in lybischen Flüchtlingscamps.

Sie lenkte den Blick dabei auch darauf, dass die Fluchtgründe - gleich, ob die Menschen nun aus Asien, Afrika und Lateinamerika kämen - oft dieselben sind: Krieg, Terror, Gewalt, Hunger, aber auch Perspektivlosigkeit und Zerstörung von Lebensgrundlagen, letzteres zunehmend durch den Klimawandel.

David Bacons Arbeit stehe dabei für ein Recht auf Migration, eine Migration ohne Zäune und ohne Stacheldraht, betonte die Stiftungsvorsitzende. In diesem Kampf stehe die Rosa-Luxemburg-Stiftung an seiner Seite.

David Bacon erinnerte seinerseits bei der Eröffnung daran, dass diese Ausstellung seine zweite in Deutschland zum Thema Migration ist. Zwölf Jahre zuvor war seine erste von der IG Metall organisiert worden. Für Bacon ist das ein Ausweis von Internationalismus, den in Deutschland zu spüren ist. Es sei einfacher, denke er manchmal, so eine Fotoausstellung in Deutschland zu zeigen als in den USA.

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news-38186 Fri, 15 Dec 2017 15:16:50 +0100 Globaler Gas Lock-In: Widerstand in Nord und Süd vernetzen http://de.rosalux.eu/themen/sozial-oekologischer-umbau/globaler-gas-lock-in-widerstand-in-nord-und-sued-vernetzen/ Bericht der internationalen Konferenz | 21.-23. September 2017, Brüssel news-38157 Thu, 07 Dec 2017 15:53:29 +0100 The future of our cities http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38157/ Smart Cities between data extractivism and remunicipalisation ***Deutscher Text weiter unten***

Luxemburg Lecture by Evgeny Morozov with a commentary by Andrej Holm.

The term "smart" has long become a key word of our time. This label seems to be able to turn any object into consistently progressive light. "Smart Cities" - relentlessly praised by consulting firms, at technology fairs and conferences - evoke images of intelligent traffic lights, networked garbage cans and smoothly functioning public transport.

This picture of a smart city presents sustainability as its supreme principle, with highly optimized movement of the inhabitants   and  a guarantee of all encompassing security - all implemented with the help of an extensive sensor technology and data processing, which flexibly connects everything in real time.

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news-38096 Sat, 18 Nov 2017 00:00:00 +0100 «Democracy Now!» http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38096/ Über Bewegungen, die die Welt verändern. Vortrag von Amy Goodman. Der Widerstand gegen Donald Trump entstand nicht über Nacht: Graswurzelbewegungen fordern das Establishment in den USA seit Jahren heraus. Um sie geht es jeden Tag in der globalen Nachrichtensendung von «Democracy Now!»

Seit mehr als zwei Jahrzehnten berichtet «Democracy Now!» an vorderster Front über jene Bewegungen, die Amerika und die Welt verändern: von der Konfrontation bei Standing Rock über die Dakota Access Pipeline bis zu den Stimmen der GraswurzelaktivistInnen; von Black Lives Matter bis zu den Erzählungen jener, die für Frieden und Klimagerechtigkeit, für Migranten- und LGBTQ-Rechte kämpfen; von der Aufdeckung staatlicher Überwachung bis zum Kampf gegen Angriffe auf die Pressefreiheit.

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news-38131 Fri, 10 Nov 2017 17:38:00 +0100 Der hausgemachte Terror http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38131/ Von vernetzten «Rassenkrieger/innen» und «Einsamen Wölfen»: Analysen zum internationalen Rechtsterrorismus Vor sechs Jahren, im November 2011, erfuhr die Öffentlichkeit erstmals, dass der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) über mehr als zehn Jahre hinweg eine in der bundesdeutschen Geschichte beispiellose rassistische Mord- und Anschlagserie verübt hatte. Nicht erst seitdem sind neonazistischer Terror und rassistische Gewalt international zu einer spürbaren Bedrohung für offene Gesellschaften und gesellschaftliche Minderheiten geworden: Im Fokus rechten Terrors stehen Jüdinnen und Juden, Schwarze, Migrant*innen und Geflüchtete, Wohnungslose und Menschen mit Behinderung ebenso wie Antifaschist*innen, Linke, Gewerkschafter*innen und andere politische Gegner*innen. Utøya, Charlottesville, Las Vegas, München: Der politische Rechtsruck in den USA sowie in Ost- und Westeuropa geht mit einer zunehmend organisierten Welle rechter und rassistischer Gewalt einher. Extrem rechte Netzwerke und «Einzelkämpfer» («Loner») fühlen sich durch völkisch-rassistische Diskurse in ihren Gesellschaften legitimiert, den «Kampf um die weiße Vorherrschaft» zunehmend militanter und gewaltförmiger zu führen. 

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news-38130 Thu, 09 Nov 2017 15:28:00 +0100 «Vier Euro dafür, dass ich den ganzen Samstag arbeite» http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38130/ Europas Sweatshops – moderne Sklaverei bei unseren Nachbarn [English version below]

Löhne, die die Existenz nicht sichern, unerträgliche Hitze im Sommer. Überstunden, die nicht bezahlt werden, Arbeitsdruck, dass man ohnmächtig wird. Unter erniedrigenden Bedingungen nähen Frauen in Serbien und in der Ukraine für vorrangig deutsche und italienische Firmen hochpreisige Mode. Gewerkschaftliche Organisierung findet nicht statt, da alle um ihren Job bangen. Gesetze werden regelmäßig verletzt. Viele Näherinnen erhalten in der Ukraine und in Serbien wie auch in anderen Ländern Osteuropas nicht einmal den ohnehin niedrigen gesetzlichen Mindestlohn. Egal ob EU-Mitgliedsländer oder nicht, die Clean Clothes Campaign resümiert, dass flächendeckend Löhne weit unter einem Existenzlohn gezahlt werden.

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news-38042 Mon, 06 Nov 2017 16:01:25 +0100 Gemeinsam stark! http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38042/ Gewerkschaftspolitische Herausforderungen nach der Bundestagswahl | Bericht zur Aktionskonferenz Etwa 180 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter diskutierten auf der gewerkschaftspolitischen Aktionskonferenz «Gemeinsam stark!» von Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Bundestagsfraktion DIE LINKE am 20. Oktober in Kassel über die Kräfteverhältnisse nach der Bundestagswahl.

Die gewerkschaftspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Jutta Krellmann, begrüßte die Versammelten: «Lasst uns gemeinsam über die Durchsetzungsperspektiven für die Themen der Beschäftigten unter einer Jamaika-Koalition diskutieren». Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter könnten sich auf die Unterstützung der Fraktion in ihren Arbeitskämpfen verlassen.

«Gewerkschaften müssen auch das große Ziel einer grundlegenden Veränderung verfolgen», stellte Sybille Stamm aus dem Vorstand der Rosa-Luxemburg-Stiftung in ihrem kurzen Eingangsstatement klar, in dem sie die schleichende Entpolitisierung der Gewerkschaften kritisierte. Sie warb dafür, das politische Mandat offensiv zu nutzen und weitere Schritte der gewerkschaftlichen Erneuerung zu gehen.

Nicole Mayer-Ahuja, Direktorin am Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen, referierte über die jahrelange Deregulierung des Arbeitsmarktes unter anderem durch die Maßnahmen der Agenda 2010 unter der Regierung Schröder/Fischer. Sie betonte die Notwendigkeit einer Leitidee für eine neue Regulierung im Sinne der Beschäftigten. Ein so verstandenes Konzept eines «neuen Normalarbeitsverhältnisses» könne eine wichtige strategische Perspektive für die Gewerkschaften bieten und als Klammer verschiedener Kämpfe fungieren.

In der Debatte nahmen viele TeilnehmerInnen positiv Bezug auf diese Leitidee und unterfütterten und ergänzten sie mit eigenen Erfahrungen. Als Leerstelle wurde dagegen vor allem das Thema Ökologie genannt, das verstärkt von der LINKEN und den Gewerkschaften aufgegriffen werden müsse.

In Arbeitsgruppen zu den Themen Rente, Arbeitszeitverkürzung, prekäre Beschäftigung, Ausbau öffentlicher Daseinsfürsorge und Umgang mit Rassismus in Betrieb und Gewerkschaft wurden konkrete Handlungsperspektiven diskutiert. Verschiedene Anregungen für die Arbeit der Fraktion DIE LINKE in der kommenden Legislaturperiode gingen aus den Arbeitsgruppen hervor. Insbesondere wichtig war den Kolleginnen und Kollegen der politische Einsatz der Fraktion für eine Änderung des gesellschaftlichen Klimas,  um langfristig die Privatisierungen der Altersvorsorge und öffentlicher Dienstleistungen rückgängig zu machen, eine verkürzte Vollzeit als Rechtsanspruch durchzusetzen, Tarifflucht zu erschweren und eine Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen zu erreichen. Besonders groß war der Bedarf nach Austausch zum Kampf gegen Rassismus und die AfD. Hier wurde von der Linksfraktion ein entschiedenes Auftreten gegenüber der AfD eingefordert, der im Parlament ebenso wie in den Betrieben entschlossen begegnet werden müsse.

Abschließend moderierte Ulrike Eifler vom DGB Südosthessen eine Podiumsrunde zu der Frage, wie gewerkschaftliche und politische Kämpfe verbunden werden können.

Bernd Riexinger, Vorsitzender der Partei DIE LINKE und frischgewählter Abgeordneter des Bundestages, plädierte angesichts der Oppositionsrolle der SPD dafür, verstärkt auf die WählerInnen und  Mitglieder der SPD zuzugehen, ihnen gemeinsame Aktivitäten vorzuschlagen und sie - und wenn möglich auch die SPD - in gemeinsamen sozialen Auseinandersetzungen wieder nach links zu ziehen. Er machte an Beispielen aus prekären Bereichen klar, dass eine grundsätzliche politische Wende nicht allein auf dem Feld der Tarif- und Betriebspolitik erstritten werden könne. Er plädierte dafür, das politische Mandat der Gewerkschaften offensiv für eine gesellschaftliche Auseinandersetzung für ein neues Normalarbeitsverhältnis mit abgesicherten Arbeitsplätzen und einer kürzeren Vollzeit zu nutzen.  Gerade für Branchen, in denen nur noch eine Minderheit der Beschäftigten von Tarifverträgen erfasst wird, müsse ein gemeinsamer Kampf von Gewerkschaften und der politischen Linken um eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen geführt werden. Der stellvertretende Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Andreas Keller, betonte die Notwendigkeit eines Ausbaus und der ausreichenden Finanzierung der öffentlichen Daseinsvorsorge und des Bildungsbereichs. Dafür brauche es einen starken DGB, um gesellschaftliche Forderungen, die alle angehen, zusammen zu bringen und zu vertreten.

«Wir können als Gewerkschaften nur glaubwürdig auf der Straße demonstrieren wenn wir Kraft in den Betrieben haben», betonte Hans-Jürgen Urban aus dem Vorstand der IG Metall. Sonst habe man nicht die Wucht, die gebraucht werde. Im Umgang mit der AfD plädierte er für eine «Doppelstrategie von klarer Kante und offener Tür»: Gegenüber organisierten Nazis müssten die Gewerkschaften eine klare Kante zeigen. Aber all denen, die in erster Linie mit den Verhältnissen unzufrieden sind, müsse das Angebote gemacht werden, berechtigte Kritik an dieser Gesellschaft nach links und nicht nach rechts aufzulösen. Dabei gehe es nicht um inhaltliche Zugeständnisse, sondern um glaubwürdige, auch machtpolitische Alternativen von links. Als einzigen progressiven Anknüpfungspunkt in der Flüchtlingsfrage bezeichnete er die zivilgesellschaftliche Refugees-Welcome-Bewegung. Sie müsse durch Perspektiven einer echten Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt unterstützt werden.

Nach intensiver Analyse der voraussichtlich anstehenden Regierungskoalition und einer kontroversen Debatte über die fehlende Machtoption der LINKEN beendete Andreas Keller die Podiumsrunde mit einem optimistischeren Ausblick. Er halte die Macht im Sinne einer Regierungsbeteiligung für teilweise überbewertet denn «der Widerstand sozialer Bewegungen ist unter konservativen Regierungen oftmals viel größer».

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news-38037 Mon, 06 Nov 2017 00:00:00 +0100 Der Begriff der Arbeit in Karl Marx' «Kapital» http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38037/ Livestream-Mitschnitte der drei Abendpodien im Rahmen der 10. Marx-Herbstschule 2017 Karl Marx' «Das Kapital» feiert 2017 seinen 150. Geburtstag. 2018 folgt der 200. Geburtstag von Marx selbst. Der Fokus der Marx-Herbstschule lag diesmal auf dem Begriff, der wie kein anderer sowohl Marx' Kapital als auch die Geschichte des Marxismus beherrscht: Arbeit.

Der Arbeitsbegriff zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Entwicklung des ersten Bandes, ausgehend vom «Doppelcharakter» der Arbeit, dem «Springpunkt, um den sich das Verständnis der politischen Ökonomie dreht», über die kapitalistische Anwendung, Verwertung und Ausbeutung der Arbeitskraft und ihre Kämpfe bis hin zum historischen Ursprung der kapitalistischen Lohnarbeit durch die sog. «Ursprüngliche Akkumulation».

Die Arbeitsgruppen diskutierten tagsüber Passagen zum Arbeitsbegriff aus dem Kapital gemeinsam in textnaher Lektüre. Mit drei großen Abendveranstaltungen wurde mit vielen internationalen Gästen die neuen Kapital-Lektüren der 1960er Jahre, aber auch die Kritiken, die ab den 70er Jahren am Kapital, an Marx und am Marxismus geübt wurden, betrachtet.

Der Bezug auf die Arbeit hat zunächst die Geschichte des klassischen Marxismus beherrscht: in Gestalt der großen sozialdemokratischen, sozialistischen und kommunistischen Massenparteien und -organisationen, in Form der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegungen, aber auch in der Gestalt der sozialistischen Arbeiterstaaten. Sie alle formulierten in Theorie wie Praxis eine Politik buchstäblich im Namen der Arbeit.

Allerdings gab es auch eine eher untergründige Strömung, die sich vor allem auf Marx‘ Kritik der Arbeit und die Abschaffung und Überwindung der kapitalistischen Lohnarbeit und der Klasse berief. Diese kritische Bestimmung der Arbeit wurde vor allem im Zuge der neuen Kapital-Aneignungen um 1968 wirksam. Allerdings richtete sich die Kritik auch auf das Kapital selbst: Marx habe sich zu stark auf das Industrieproletariat und die Produktion fixiert und die Bedeutung der Bereiche der gesellschaftlichen Reproduktion – Alltagskultur, Ideologie, Geschlechterverhältnisse etc. – zu wenig berücksichtigt.

Die drei Abendveranstaltungen waren daher zunächst den neuen Kapital-Lektüren gewidmet, dann den Kritiken und schließlich der Bedeutung der Reproduktion und dem Zusammenhang von biologischer Reproduktion und ökonomischer Krise.

Die Diskussionen wurden live gestreamt, hier können die Aufzeichnungen nachgeschaut werden.

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news-38018 Mon, 30 Oct 2017 20:10:47 +0100 Preisdruck und Arbeitsbedingungen in Agrarlieferketten http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38018/ Delegation der südafrikanischen Gewerkschaft CSAAWU zu Besuch Löhne unter dem Existenzminimum, mangelhafte Unterkünfte, aggressive Verhinderung gewerkschaftlicher Organisierung – die Arbeits- und Lebensbedingungen von LandarbeiterInnen im Westkap in Südafrika sind hart. Arbeitsbeziehungen, die an Apartheidszeiten erinnern, sind Realität inmitten einer Exportregion, die versucht den europäischen Markt zu erobern. 

Die Delegation der Gewerkschaft CSAAWU unternahm im Oktober eine Vernetzungsreise nach Deutschland, Dänemark und Spanien, unterstützt von der Rosa Luxemburg Stiftung, KASA und Brot für die Welt. Ziel war es, sich mit Gewerkschaften und Zivilgesellschaft in diesen Ländern zu vernetzen, um Druck aufzubauen auf europäische Importeure, die den günstigen südafrikanischen Wein schätzen, mit niedrigen Abnehmerpreisen jedoch zum Druck auf Arbeitslöhne beitragen. 

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news-37395 Tue, 24 Oct 2017 17:15:00 +0200 «Q» http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/37395/ Die Szenische Lesung des Bestsellers von Luther Blissett, inszeniert von Thomas Ebermann und Berthold Brunner, wird ab 24.10. Deutschlandweit aufgeführt.

Ich will alles festhalten, von Anfang an – bevor die Jahre den Blick, der sich zurückwendet, trüben. Bevor sie den Lärm der Stimmen und Waffen dämpfen, das Lachen und die Schreie…

Mit diesen Worten verkündet der Erzähler bereits zu Beginn der Szenischen Lesung seine Intention. Er möchte schonungslos die aufreibenden Geschichten erzählen, die er zwischen 1517 und 1555 erlebt hat.

Thomas Ebermann und Berthold Brunner inszenierten im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung anlässlich des Reformations-Jubiläums und als Beitrag zum Kirchentag eine szenische Lesung auf Grundlage des Romans «Q» von Luther Blissett. Es ist deutschlandweit der erste Versuch, die Themen des 800-seitigen historischen Thrillers auf einer Theaterbühne darzustellen. Die Premiere besuchten am 22. Mai 2017 im Festsaal Kreuzberg rund 250 Zuschauende.

Bevor die zweieinhalbstündige szenische Lesung beginnt, betritt Thomas Ebermann die Bühne. Mit seiner tiefen, ruhigen Stimme erklärt er den aufmerksamen Zuschauer*innen die Besonderheiten des  Werkes. Im Gegensatz zu dem Roman gibt es beispielsweise die zentrale Frauenrolle Beatriz, welche sich nicht davor scheut, kritische Bemerkungen zu äußern. Diese Frauenrolle, gespielt von Ruth Marie Kröger, soll auch den Zuschauer*innen dabei helfen, den Geschehnissen auf der Bühne besser folgen zu können.

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