Dokumentation https://bayern.rosalux.de/ Hier finden Sie unsere Dokumentationen. de Copyright Thu, 19 Sep 2019 18:12:28 +0200 Thu, 19 Sep 2019 18:12:28 +0200 TYPO3 Dokumentation https://bayern.rosalux.de/fileadmin/sys/resources/images/dist/logos/logo_rss.jpg https://bayern.rosalux.de/ 144 109 Hier finden Sie unsere Dokumentationen. news-40603 Wed, 21 Aug 2019 14:56:00 +0200 Für eine queere Internationale?! https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/40603/ Antikapitalistische queere Utopie(n) und Perspektiven für Organisierung über Grenzen hinweg. Abschlussveranstaltung der Reihe «Beziehungsweise Klasse. Queere Perspektiven auf prekäres Leben und Solidarität».

Edna Bonhomme (aktiv u.a. im Frauenstreik und QBPOC-Zusammenhängen)
Marten van den Berge (Amsterdam, Gewerkschaft der Bildungsarbeiter_innen)
Heike Raab (Uni Tübingen)

Der weltweite Aufschwung rechtspopulistischer, rassistischer, antifeministischer, behinderten-
und transfeindlicher Bewegungen ist Teil einer zunehmend autoritären Entwicklung des Kapitalismus. Sich politisch beistehen, organisieren und solidarisch Widerstand leisten über unterschiedliche Grenzen und Machtverhältnisse hinweg – das ist notwendiger denn je.

Wir wollen diskutieren: Wo entstehen Ansätze einer neuen, intersektionalen und queeren (Klassen)Politik in der Praxis? Wie können Grenzen überschreitende Allianzen entstehen? Wir wollen u.a. über die feministischen Streiks und Herausforderungen gewerkschaftlicher Organisierung, über antirassistische und queere Bewegungen, über Organisierung für eine barrierefreie Gesellschaft ins Gespräch kommen. Wie kann daraus das Gemeinsame in der Differenz, ein kollektives Emanzipationsprojekt, entstehen?

Wie wird in dieser Situation Kapitalismuskritik aus postkolonial-feministischen, antirassistischen und dis-ability-Perspektiven neu artikuliert? Wie sehen queer-feministische Utopien für neue gesellschaftliche Beziehungsweisen aus, die unsere Fantasie und Kämpfe beflügeln können?

Zur Veranstaltungsübersicht der Reihe «Beziehungsweise Klasse. Queere Perspektiven auf prekäres Leben und Solidarität»

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news-40775 Fri, 05 Jul 2019 12:02:00 +0200 «Bildung is a Battlefield!» https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/40775/ Lernen im neoliberalen Kapitalismus und Alternativen Die Ausgangslage: Bildung im Neoliberalismus

Die neoliberalen Umbauversuche des Bildungswesens in den letzten 30 Jahren sind nicht ohne Konflikte abgelaufen, und diese halten weiterhin an. Die scharfen Kontroversen über die Ausrichtung von Schule und die Umstrukturierung der Hochschullandschaft sind Beispiele für diese Entwicklung. Auf der Tagung haben wir uns gemeinsam damit beschäftigen, was sich verändert hat. Wodurch sind die neoliberalen Konzepte gekennzeichnet? Und: Wie unterscheiden sich linke und neoliberale Lernkonzepte? Welche Kämpfe gab und gibt es? Aber auch: Welche Alternativen stehen bereit? Wir wollen Austausch herstellen, kritische Reflexion und gegenseitige Beratung sowie Alternativen diskutieren. Uns interessiert auch, wie sie wirkmächtig werden können. Denn wir wollen nicht nur über die soziale Wirklichkeit diskutieren, sondern auch ins Handeln kommen!

Die Themenblöcke und Formate: Struktur der Workshops und Rahmenprogramm

Die Tagung begann mit einem Auftaktpodium und zwei Impulsvorträgen mit Prof. Dr. Eva Borst und Dr. Andreas Keller mit anschließender Diskussion zum Thema der Tagung «Lernen im neoliberalen Kapitalismus und politische Alternativen».

Es gab vier Workshopslots von jeweils 120 Minuten, in denen jeweils 6 Workshops parallel stattfanden. Dabei gab es unterschiedliche Formate wie: Analytische bzw. empirische oder theoretische Workshops, Reflexions- und Austauschangebote, Utopienwerkstätten, theaterpädagogische Einheiten, kulturelle Beiträgen und Angebote zu spezifisch linken Methoden, Lernformen oder Lernmaterialien.

Inhaltlich orientierten sich die Angebote an vier Themensträngen: Analyse der Denkweisen/Strategien der Neoliberalisierung, soziale Kämpfe und Konfliktpraxen der Akteure in den Bildungsbereichen, Folgen der Neoliberalisierung auf die Gesellschaft/Bildungssektoren und alternative Bildungsansätze/Bildungsutopien.

Als Kulturprogramm zeigten wir am Freitagabend den mehrfach ausgezeichneten Film «Rebel High School». Es gab Vernetzungsmöglichkeiten zwischen den Teilnehmer*innen zwischen den Workshopphasen und in Form eines Open Space. Am Samstag beendeten wir die Veranstaltung mit einer theaterpädagogisch unterstützten Kreativwerkstatt zu der Fragen und Möglichkeiten einer solidarischen Bildung unter neoliberalen Bedingungen.

Die ersten Bildungswerkstatt «Auf den Schultern von Riesen» fand im Februar 2017 statt, die zweite «Verbindende Bildung» im Februar 2018.

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news-40630 Thu, 20 Jun 2019 16:32:00 +0200 Look Out, Security Policy! https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/40630/ On the growing military dimension of industrial policy In the last few years, the vicious cycle of escalating violence or the threat thereof has escalated: the world today is characterized by a new global arms race and a growing number of violent conflicts. “Russian threats”, “terrorist threats”, and the spectre of “cyber-warfare” are frequent headlines. On the radio and on TV we are constantly confronted with demands that “more must be done for our security”. This is also the kind of tone that is used to justify more surveillance, significant increases to the “defence budget” and so-called “modernization of our defensive capabilities”. EU functionalists in particular focus strongly on the militarization of the European Union—PESCO and the European Defence Fund—as the next step of “deepened integration”. Camouflaged as industrial policy, the new European Defence Fund lays the foundations of a European Army and the “Strategic Autonomy of Europe” declared by the German government’s leading foreign policy think tank. EDF at the same time fosters tensions within the EU, because it also clearly promotes Germany’s and France’s military-industrial complexes at the expense of smaller arms producers in other EU member-states.

Many progressive actors have been critical of these developments, both spreading awareness as well as organizing resistance. To support, strengthen, and facilitate the networking of such groups was the explicit goal our discussion on 20 June 2019 and workshop on 21 June. Both raised awareness concerning the growing military dimension of industrial policy.

At the heart of the discussion was a study by Claude Serfati, which is also available in German. Serfati’s study reveals the connections between relationships of power and production, between economic, social, foreign, and “security” policy. Claude is a researcher at Cemotev (Université de Versailles-Saint-Quentin) et IHRES and a peace activist. The Ukrainian-British researcher Yulyia Yurchenko, author of Ukraine and the Empire of Capital. From Marketisation to Armed Conflict and the Greek journalist Apostolis Fotiadis gave comments. All three are partners of the Rosa-Luxemburg-Stiftung. The discussion was chaired by Ingar Solty.

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news-40580 Tue, 11 Jun 2019 15:54:00 +0200 Kritische Revue des Bauhaus-Jubiläums https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/40580/ Thomas Flierl im Gespräch mit Annemarie Jaeggi (Bauhaus-Archiv Berlin) und Philipp Oswalt (Projekt Bauhaus) Jubiläen können intellektuelle Kräfte und Ressourcen mobilisieren. Was bringt «Bauhaus 100», gibt es neue Erkenntnisse, weiterführende Ideen, wo sind die interessante Kontroversen und Divergenzen dabei, wo der Bezug zur heutigen gesellschaftlichen Situation?

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news-40524 Thu, 06 Jun 2019 17:43:19 +0200 Cartoons rund um den Klimawandel https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/40524/ Ausstellung des Vereins «Cartoonlobby» e.V. Die Klimakrise und ihre Auswirkungen für Mensch und Umwelt sind nicht mehr wegzureden. Die langfristige Erwärmung der Erdtemperatur, die zu erwartenden Überschwemmungen, Dürren und Stürme stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit unserem Lebensstil und der Produktionsweise des modernen Kapitalismus.

Sie werden die Erde in noch kaum vorhersagbarem Umfang verändern und die Ärmsten der Welt dabei am härtesten treffen. Spätestens seit den Protesten von «Fridays for Future» ist das Thema Klimawandel nun zwar wieder in aller Munde, echte Lösungen oder ein grundsätzliches Umsteuern sind jedoch nach wie vor nicht in Sicht. Mit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gehörte die Bundesrepublik im Jahr 2000 zu den Vorreitern einer Energiewende, deren Ansätze seither weltweit Nachahmung finden. Von dieser Rolle als Motor des Umbaus oder dem zwischenzeitlich kolportierten Ruf als Klima-Weltmeister ist mittlerweile nicht mehr viel übrig – die Energiewende wird seit Jahren ausgebremst, Deutschland hinkt hoffnungslos hinterher.

Dass es zeitnah einen Umstieg von fossilen Ressourcen auf regenerative Energien braucht, gilt mittlerweile als unstrittig. Über das angemessene Tempo und die konkrete Steuerung dieses Umbauprozesses besteht jedoch nach wie vor große Uneinigkeit. Und so bestimmen die aktuellen Entwicklungen des Großthemas «Energiewende» seit vielen Jahren verlässlich die Schlagzeilen und Kommentarspalten.

Die hier gezeigte Auswahl aus den Jahren 2011 bis 2013 macht deutlich, wie manche Diskussionen sich in der Tagespolitik seither bereits weiter gedreht haben. Gleichzeitig zeigt sich, dass die dahinterliegenden Fragen von Kostenverteilung und globaler Gerechtigkeit seither ungelöst blieben und noch immer im Raum stehen. So sind viele der Karikaturen letztlich auch Ausdruck des anhaltenden Scheiterns von Regierung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an einer der größten Herausforderungen unserer Zeit. Ob es sich angesichts dessen hier schon um Galgenhumor handelt, wird erst die Zukunft zeigen.

Die Ausstellung «KLIMAWENDE DURCH ENERGIEWANDEL – KARIKATUREN FÜR EINE BESSERE WELT» ist bis Mitte Juli 2019 am Franz-Mehring-Platz 1 zu sehen.

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news-40562 Thu, 06 Jun 2019 13:53:00 +0200 «Klare, lichte Zukunft - Eine radikale Verteidigung des Humanismus» https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/40562/ Ein Gespräch zwischen Paul Mason und Katja Kipping «Meine Lebenserfahrungen haben meinen Glauben an die klare, lichte Zukunft der Menschheit nicht zerstört, sondern im Gegenteil gefestigt.»  Leo Trotzki liefert den Titel für das soeben im Suhrkamp Verlag erschienene Buch des britischen Wirtschaftsjournalisten Paul Mason. Im Gespräch mit Katja Kipping sezierten beide auf einer gemeinsamen Veranstaltung von Verlag, Babylon und RLS, wie die Rückkehr zu einem linken Humanismus möglich wäre.

Den roten Faden für das Gespräch lieferten die drängendsten Thesen des Buches.

Der Bezug auf die Geschichte, die Wiedererkennbarkeit von Symptomen und deren Bekämpfung. Es reicht nicht Hannah Arendt zu lesen - so Mason – man muss auch dahingehen, wo es weh tut – so Kipping.

Das Hilfreiche in Marx frühen Schriften zu nutzen und den Klassenkampf neu zu denken als verbindendes Element zwischen prekär Beschäftigten, Migrant*innen, Frauen, Transgenderaktivisten – so Mason. Die Eigentumsfrage wieder neu stellen und das nicht nur bei Wohnraum. Außerdem die Vier-in Einem Perspektive anzuwenden und so auch Zeit für politisches Engagement zu haben - so die «marxistische Feministin im Werden» Kipping.

Ein Optimismus für die Zukunft und der Glaube an die Machbarkeit von Veränderung so gesehen bei «metoo», «Fridays for Future» aber auch bei «Deutsche Wohnen enteignen» - um dann die Ohnmacht zu durchbrechen mit einem neuen «Red Green New Deal».

Der Abend endet mit einem Aufruf zum aktiv werden, mit dem auch das Buch und ein aktueller Essay von Mason im FREITAG endet.

«Die radikale Verteidigung des Menschen beginnt nicht bei politischen Führern, bei Klimaaktivisten, die an Fracking-Plattformen gekettet sind oder in der Ethikkommission Ihres Unternehmens. Sie beginnt mit Ihnen.»

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news-40581 Wed, 05 Jun 2019 16:25:00 +0200 From #BlackLivesMatter to Black Liberation https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/40581/ Luxemburg Lecture by Keeanga-Yamahtta Taylor Over five years after the #BlackLivesMatter mobilizations began to reshape how we think about the oppression of black people in the United States, renowned author and Princeton University professor of African-American Studies Dr. Keeanga-Yamahtta Taylor joined Loren Balhorn and Katharina Pühl of the Rosa-Luxemburg-Stiftung to discuss the movement’s trajectory, the state of US society under Donald Trump’s presidency, and possible hopes for the future.

Keeanga-Yamahtta Taylor is the author of the book “From #BlackLivesMatter to Black Liberation” (Haymarket Books, 2016) and editor of “How We Get Free: Black Feminism and the Combahee River Collective” (Haymarket Books, 2017). Her newest book, “Race for Profit: Black Housing and the Urban Crisis of the 1970s”, will be published this fall by University of North Carolina Press. She spoke at Haus der Kulturen der Welt in a joint lecture hosted by the Rosa-Luxemburg-Stiftung and the Humboldt University’s W.E.B. DuBois Distinguished Lecture Series.

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news-40587 Tue, 04 Jun 2019 18:08:00 +0200 Marx, MEGA, Lukács' und nun? https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/40587/ Vortrag von Kohei Saito mit anschließender Diskussion Kohei Saito begründet in seinem Text bzw. Vortrag zum kritischen Umgang mit dem literarischen Erbe von Marx, warum er zugleich «Marxianer» und Anhänger des Ökosozialismus ist. Das ist nicht «nur» interessant und anregend, sondern die Grundlage für eine wissenschaftliche und politische Kooperation, die in gemeinsame Aktivitäten und Arbeitsergebnisse mündet. Saito kann in einer Tradition gesehen werden, die auch bei jenen «Marxistinnen und Marxisten» ansetzt, die sich für grundlegende Reformen der sozialistischen Versuche engagierten. Sie sind vielfach wie Robert Havemann, Erich Fromm und Josef Smrkovsky zu sozialistischen Dissidenten geworden. Oder sie haben sich wie Radovan Richta und nicht wenige in der DDR Verantwortung Tragende für ökologische Belange wie z. B. den Gewässer- bzw. Grundwasserschutz engagiert.

Als in den 90iger Jahren der Begriff «sozial-ökologischer Umbau» in die Diskussion und Dokumente der Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) einging, knüpfte man zum einen an vorhandene Konzepte und Projekte an – von Linken in der SPD, der GRÜNEN, von gewerkschaftlichen Initiativen, sozialen Bewegungen in der alten Bundesrepublik, aber auch von Persönlichkeiten und BürgerInnenbewegungen in der DDR, vom Runden Tisch, der SED-PDS. Die ökologisch Bewegten in der PDS wollten die Anhängerinnen und Anhänger des sozial-ökologischen Umbaus für politische Bündnisse gewinnen. Zum anderen haben sie linke Kritik an den «MehrheitsGRÜNEN» geübt, die beim Fokussieren auf ökologische Fragen zunehmend soziale Probleme und gesellschaftliche Machtverhältnisse marginalisierten. «Sozial-ökologischer Umbau» wurde endlich als tiefgehende Umgestaltung der gesellschaftlichen Reproduktion erklärt, die zugleich soziale und ökologische Probleme nachhaltig löst und fortschreitend die menschlichen Lebensbedingungen verbessert. Die Menschen würden in ihrem Ringen um Gerechtigkeit, Frieden und Kontrolle ihres Stoffwechsels mit der Natur sich selbst und die Gesellschaft verändern. Sie würden sich von Ausbeutung und Unterdrückung befreien, einander sozial gleich und ihre Lebensprozesse so in die Biosphäre einbetten, dass diese erhalten und verbessert wird. Mit «sozial-ökologischem Umbau» sind hier also sozialistische Politik und sozialistische Transformation gemeint und es wird auf das emanzipativ-solidarische Handeln ihrer Akteure wie eigene Aktivität orientiert. Die politische Ökonomie wird als Hilfsmittel genutzt.

Wenn Kohei Saito über politökonomische Kategorien diskutiert, wirft er die Frage nach einem konkreten Beitrag zu linker bzw. sozialistischer Politik auf. Dies wird angesichts der dramatisch zunehmenden Tendenz zur gesellschaftlichen Barbarisierung immer dringlicher und drängt auf die Organisation der emanzipativ-solidarischen, ökologischen (Gegen)Bewegung. Dabei steht ein Marx neu-Lesen an, das gesellschaftliche Akteure in den Blick nimmt, ihre Verhältnisse untereinander in ökonomische Kategorien fasst, um Gesellschaft besser verstehen und verändern zu können. Saitos theoriengeschichtliche Reflektion regt von Neuem dazu an, uns mit der Geschichte der eigenen Bewegung kritisch auseinanderzusetzen. Zu dieser gehören auch und insbesondere die Jahre 1989 und 1990.  

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news-40504 Mon, 03 Jun 2019 11:35:35 +0200 Haymat https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/40504/ Anforderungen an linke Politik für die Gesellschaft der Vielen. Migrationskonferenz in Hannover Was sind die Forderungen der Gesellschaft der Vielen an die Politik und wie kann und muss diese darauf reagieren? Wie können Rassismus- und Diskriminierungsstrukturen offen benannt und bekämpft werden? Und wie können gemeinsame Bündnisse aussehen? Diese und weitere Fragen wurden auf der Konferenz «Haymat – Anforderungen an linke Politik für die Gesellschaft der Vielen» behandelt, an der vom 5. bis 7. April 2019 in den Räumlichkeiten des Kulturzentrums Pavillon in Hannover über 150 Gäste und Referent*innen teilnahmen.   

Im Kontext der sich immer weiter verschärfenden Migrationsdebatte sollte das Ziel der Konferenz die Schaffung eines Raumes sein, der dem negativ konnotierten Diskurs um Migration ein positives, von Erfahrungen geprägtes Verständnis entgegensetzen sollte. Basis hierfür bildeten die Forderungen und Erfahrungen der migrantischen Selbstorganisationen und Akteur*innen. In thematisch vielfältigen Workshops, Podiumsgesprächen, Lesungen und Filmvorführungen wurden Erfahrungen mitgeteilt und Probleme und Kritik diskutiert. Die im Anschluss von Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Akteur*innen der Migration formulierten Forderungen richteten sich an eine Migrationspolitik, die die Gesellschaft der Vielen repräsentieren sollte.

Das Format der Konferenz hatte zum Ziel, migrantische Verbände und Akteur*innen unterschiedlicher Hintergründe und Themensetzungen in das Programm der Konferenz aufzunehmen. Alle Workshopleiter*innen und der Großteil der Podiumsteilnehmer*innen setzten sich aus Personen zusammen, die entweder im Kontext migrantischer Arbeit und Selbstorganisationen tätig sind oder über Erfahrungen in diesem Bereich verfügen.

Unter den Teilnehmenden befanden sich sowohl große bundesweite Dachverbände wie die Neuen Deutschen Organisationen (NDO), der Bundesverband Netzwerke für Migrantenorganisationen (NEMO) als auch Vertreter*innen diverser weiterer Organisationen, die in den Bereichen Migration und Selbstorganisationen tätig sind – u.a. International Women Space, Alevitische Gemeinde Deutschland, NSU-Tribunal,  Türkische Gemeinde in Deutschland, Hessischer Flüchtlingsrat, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und korientation e.V.    

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news-40564 Tue, 28 May 2019 14:54:00 +0200 Revolte oder Ressentiment. Über den Populismus https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/40564/ Buchvorstellung und Podiumsdiskussion mit Eric Fassin Revolte oder Ressentiment – vor dieser Wahl sieht der französische Soziologe Eric Fassin den Widerstand gegen die Verheerungen des Neoliberalismus mit dem Aufziehen eines «populistischen Moments», nicht nur in Europa. Dass der Populismus dabei der Rechten nützt, aber für Linke nicht zu gebrauchen ist, ist der zentrale Befund seines pointierten Essays von 2017, der im Mai 2019 in deutscher Übersetzung erschienen ist. Angesichts der Proteste der Gilets jaunes (Gelbwestenbewegung) in Frankreich, dem Chaos um den Brexit in Großbritannien und den kürzlich stattgefunden Wahlen zum Europäischen Parlament wirft Eric Fassin Fragen auf, die auch weiterhin zu beantworten sind.

Die Podiumsdiskussion zwischen Eric Fassin und Ines Schwerdtner, Politikwissenschaftlerin und Chefin vom Dienst beim Ada Magazin / Jacobin, moderiert von Morten Paul, Lektor des August Verlags, wurde von rund 100 interessierten und teilweise kontrovers diskutierenden Zuhörer*innen verfolgt. Sie verdeutlichte einmal mehr die unterschiedlichen politischen Ansätze, wenn es um die Frage geht, wie linke Kräfte zu (mehr) Hegemonie kommen können. Fassin vertritt dabei die spannende und einleuchtende These, dass es politischer und gesellschaftlicher Alternativen zum Neoliberalismus und ihrer klaren Artikulation bedarf, ohne durch den Verfall in den Populismus und seinen verstärkten Bezug auf das Nationale einen Teil der Gesellschaft der Vielen auszuschließen. Des Weiteren bekräftigte Fassin mehrmals den Standpunkt, dass sich die Linke verstärkt um das den Nicht-Wähler*innen innewohnende Potential zu konzentrieren, anstatt auf eine (zumindest in Frankreich empirisch kaum nachzuweisende) Wählerwanderung zwischen rechtsextremen Kräften und der Linken zu hoffen.

«Das Volk, von dem die Rechten träumen, kann nicht das Volk der Linken sein»

Interview der Zeitschrift LUXEMBURG auf Deutsch und Französisch mit Eric Fassin.

Leider war der Abend zu kurz und die Positionen zu konträr, um alle Fragen hinreichend zu beantworten. Einen tiefgreifenden Denkanstoß haben die Diskussion und auch die Lektüre des Fassin-Buches allemal gegeben.

Veranstaltet vom Europareferat der Rosa-Luxemburg-Stiftung und August Verlag Berlin.

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