Dokumentation http://bayern.rosalux.de/ Hier finden Sie unsere Dokumentationen. de Copyright Fri, 20 Apr 2018 16:24:36 +0200 Fri, 20 Apr 2018 16:24:36 +0200 TYPO3 Dokumentation http://bayern.rosalux.de/fileadmin/sys/resources/images/dist/logos/logo_rss.jpg http://bayern.rosalux.de/ 144 109 Hier finden Sie unsere Dokumentationen. news-38682 Thu, 05 Apr 2018 17:19:01 +0200 «The Pool» — Eiko Grimberg http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38682/ Ausstellung beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Politik und Ästhetik im Bereich der Architektur Die Fotoausstellung «The Pool» beschäftigt sich mit der architektonischen Dimension von sozialer und politischer Repräsentation und deren konkreten Manifestierung im urbanen Raum Moskaus. Sie war vom 9. - 18. März 2018 im Haus 1, in Berlin Kreuzberg zu sehen. Im Zentrum der Ausstellung steht das Bassin Moskwa, ein gigantisches rundes Schwimmbad, welches mit einem Durchmesser von 130 Metern das bis dato zweitgrößte Schwimmbad der Welt war.  

Grimberg zeigt in «The Pool», ein Kooperationsprojekt des Künstlers und der Rosa-Luxemburg-Stiftung, eine eher unbekannte Epoche russischer Kultur- und Stadtgeschichte, anhand derer sich die verschiedenen Epochen - Revolution, Moderne, Stalinismus, Sowjetunion, politische Erneuerung und die aktuellen Prozesse der Restauration - ablesen lassen. Ohne die Geschichte eines Ortes zu erzählen, wird hier der Ort einer Geschichte sichtbar, deren architektonischen Ausformulierungen den Narrativen ihres jeweiligen Regimes folgen.

Während das tatsächliche Schwimmbad nur ein einziges Mal im Mittelpunkt der Ausstellung als großes Poster auf dem Boden liegend sichtbar wird, sind die Ausstellungsbesucher*innen angehalten sich der komplexen Geschichte dieses Ortes mittels unterschiedlicher Elemente und subtiler Andeutungen, zu nähern. In dem Video «Investigations», das den ersten Teil der Ausstellung bildet, werden der Forschungsprozess und die Recherchen des Künstlers sichtbar. Ebenfalls ist hier zu erkennen, dass das Schwimmbad nur einen sehr kleinen Ausschnitt der Geschichte dieses Ortes zeigt. Heute steht an demselben Ort der Neubau der Christ-Erlöser-Kathedrale, das zentrale Gotteshaus der russisch-orthodoxen Kirche. 1983 erbaut, wurde die Kathedrale im Stalinismus der 1930er Jahre abgerissen und dann in den Jahren 1995 bis 2000 originalgetreu wiedererrichtet. Zwischen 1960 und 1994 stand an Ort und Stelle das Bassin Moskwa.

Die Christ-Erlöser-Kathedrale gewann 2012 mit einer Aktion der feministischen Punk Band Pussy Riot, weltweite Aufmerksamkeit. Die Aktivist*innen von Pussy Riot stürmten den Ambo der Kathedrale und vollführten vor dem Altar ein «Punk-Gebet» gegen die korrupte Allianz zwischen Kirche und Staat, zwischen Putin und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I.

Auch für Grimberg stellte das Punkt-Gebet von Pussy Riot den Ausgangspunkt für seine langjährige Recherche zu diesem Ort und für das Projekt «The Pool» dar, wie er beim Künstlergespräch am 18.03 im Haus 1 ausführte. Weiter erzählt Grimberg, dass 1931 die Pläne für das Areal noch anders aussahen: Anstatt der abgerissenen Kathedrale war die Errichtung des großen Palastes der Sowjets geplant, ein Ehrendenkmal, auf dessen Spitze die Statue Lenins thronen sollte. Ein gigantisches Bauvorhaben, dessen Ziel es war, mit seiner Größe und Pracht den Eiffelturm und das Empire State Building in den Schatten zu stellen. Nach seiner Fertigstellung wäre es mit einer Gesamthöhe von 415 Metern das höchste Gebäude der Welt geworden. Doch kam das Bauvorhaben nicht über seine Fundamentlegung hinaus. Stalin haderte mit der Ehrung seines Vorgängers und hätte lieber sich selbst auf der Spitze des Palastes verewigt. Das Projekt verzögerte sich und die Bauarbeiten lagen während des Zweiten Weltkrieges still. Nach dem Krieg wurde das Projekt weiter geplant, aber die Bauarbeiten wurden nicht wieder aufgenommen. Das Bauvorhaben kann als Teil des kommunistischen Projektes eines «Neuen Moskaus» gesehen werden, das die Ersetzung der zaristischen Bausubstanz zum Ziel hatte. Ebenfalls steht die Wahl des Ortes in Verbindung mit einer politischen Strategie, welche die Überschreibung vorheriger Formen von Herrschaftsarchitektur vorsah; in der Periode des «Kämpferischen Atheismus» der 1930er Jahre mussten viele religiöse Bauten, sowjetischen Bauvorhaben weichen.

Nikita Sergejewitsch Chruschtschow, der Nachfolger Stalins, stellte schließlich den Bau des Palastes endgültig ein. Zurück blieb ein kreisförmiges Fundament mit einem Durchmesser von 130 Metern. An Ort und Stelle ließ Chruschtschow ab 1985 ein riesiges Freibad bauen. Ein modernes und visionäres Projekt. Technik und Design seiner Zeit voraus war das Bad laut Grimberg «State of the Art». Allerdings wurde das Schwimmbad auch als Symbol der Profanisierung gesehen: als frevelhaft, als Entweihung eines heiligen Ortes. Die Errichtung des Schwimmbades sorgte für Unwillen bei den Gläubigern, das sie mit dem Sprichwort: «War eine Kirche, dann Müll, ist jetzt Schande» ausdrückten.

Gleichzeitig war das Schwimmbad ein Symbol der Naturbeherrschung: es hatte auch in den kalten Jahreszeiten geöffnet und ermöglichte somit den Moskauer*innen sogar bei minus 40 grad ins Freibad zu gehen. Es war massentauglich, mehrere Generationen von Moskauer Schüler*innen lernten hier schwimmen. Ebenfalls entwickelte sich das Schwimmbad, weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit, zu einem beliebten Cruising Ort der lokalen Schwulenszene. Im Schutz des dampfenden Wassers konnten sich homosexuelle Paare besonders in den kalten Monaten ungestört vergnügen. Grimberg zieht hier auch eine Verbindung zu dem Ausstellungsort: Das Haus 1, ehemals eine öffentliche Toilette, daraufhin Party Keller und nun eine Galerie, war laut Grimberg vormals eine sogenannte Klappe, ein Ort für schnellen Sex unter Männern.

Das Bassin Moskwa bricht mit der Ästhetik des Stalinismus, der sich von der Architektur der Modernen abwandte, da diese als zu liberal und westlich galt. Im Gegensatz hierzu wird das Bassin Moskwa dominiert durch die Form des Kreises, ein Symbol der Moderne, der Einheit und Vollkommenheit. Die Form des Kreises ist in der gesamten Ausstellung wiederzufinden: Im zweiten Teil der Ausstellung, die aus einer Reihe von Fotografien besteht, taucht die Kreisform in unterschiedlichen Kontexten immer wieder auf und stellt somit eine Verbindung zum Pool her. Teils als in sich abgeschlossene universale, unendliche Linie, teils als Andeutung oder unvollendete Form.

Nach dem Ende der Sowjetunion forderte die wiedererstarkte orthodoxe Kirche die Schließung des Schwimmbads und die Wiedererrichtung der Christ-Erlöser-Kathedrale. 1994 wurde das Bassin Moskwa zugeschüttet und die Kirche wieder aufgebaut – in der später die Band Pussy Riot ihren berühmten Auftritt haben sollte.

Im dritten Teil der Ausstellung, der Wandprojektion «Transition» präsentiert Eiko Grimberg unterschiedliche, architektonische Eindrücke der jüngsten Stadtgeschichte Moskaus. Alle Bilder sind Aufnahmen von Gebäuden, die sich im nahen Umfeld des Areals, des Bassins Moskwa befinden und die architektonische Diversität und Wandelbarkeit der Stadt wiederspiegeln. 

Das Bassin Moskwa steht somit sinnbildlich für einen urbanen Raum, auf dem unterschiedliche machtpolitische Begehrlichkeiten und ihre jeweiligen architektonischen Repräsentationen aufeinandertreffen und es somit immer wieder zu Neueinschreibungen und Aneignungen von urbanem Terrain kommt. Nicht nur in «The Pool» beschäftigt sich Eiko Grimberg mit der architektonischen Inszenierung von Macht und Herrschaft sowie mit der Neubesetzung von Orten, mit wechselnden, sich teils widersprechenden Inhalten. «The Pool» ist Teil einer Reihe von Projekten, in denen sich Eiko Grimberg mit dem Verhältnis von Politik und Ästhetik im Feld der Architektur auseinandersetzt. Seine Arbeit «Future History» untersucht die Verstrickung der italienischen Baumoderne mit dem Faschismus, seit 2011 fotografiert er an dem Langzeitprojekt «Rückschaufehler» zum Wiederaufbau des Berliner Schlosses/Humboldtforum.

Text: Liza Pflaum

 
Lesen Sie auch:

taz, 13.3.2018: Die Krümmung der Geschichte
Eiko Grimbergs Ausstellung «The Pool» geht dem Schicksal der Moderne in der Sowjetunion und dem heutigen Russland nach.

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news-38740 Wed, 04 Apr 2018 13:54:00 +0200 Der zweite Band des «Kapital» – wenig für die Agitation? http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38740/ David Harvey: Marx’ 2. Band des «Kapital» lesen. Ein Begleiter zum Verständnis der Kreisläufe des Kapitals. Buchvorstellung und Diskussion mit dem Übersetzer Christian Frings Als Friedrich Engels nach dem Tod von Karl Marx in einer bewundernswerten Fleißarbeit aus dessen Manuskripten den 2. Band des «Kapital» zusammengestellt hatte, schrieb er an einen Freund: «Der 2. Band wird große Enttäuschung erregen, weil er so rein wissenschaftlich ist und nicht viel Agitatorisches enthält.»

Der kritische Geograf David Harvey sieht es anscheinend nicht so und legt eine umfassende Interpretation und politische Illustration des 2. Bandes vor. Er versteht es, auf lebendige Art die im 2. Band durchaus enthalten Fragen der Raum-Zeitlichkeit des Kapitals und damit seiner konkreten Anfälligkeit für Krisen wie für Klassenkämpfe, freizulegen und ihre politische Bedeutung zu diskutieren. Das Thema Transport und Logistik ist heute in aller Munde, weil spürbar ist, dass gerade in diesen Bereichen neue Klassenkämpfe mit großer Sprengkraft entstehen. Eine politisierte Interpretation des 2. Bandes, wie sie Harvey vorlegt, kann genauer erklären, was die besondere Gefährlichkeit dieser Kämpfe ausmacht. Dabei geht es ihm aber auch um das methodische Problem, dass und wie wir erst mit der Einheit der drei Bände des «Kapital» zu einem angemessenen Begriff von Kapitalismus kommen – den wir wohl bräuchten, wenn wir an seiner Abschaffung arbeiten wollen.

http://www.vsa-verlag.de/nc/buecher/detail/artikel/marx-2-band-des-kapital-lesen/

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news-38723 Mon, 26 Mar 2018 15:56:00 +0200 Russland – Deutschland aktuell: Warum immer Putin? http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38723/ Verständigung und Miteinander statt Entfremdung und Konfrontation. Ein Gespräch mit Daniela Dahn, Kerstin Kaiser und Matthias Platzeck. Am Anfang stand ein Umzug. Aus dem Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung wechselten Diskutanten und Publikum in den großen Münzenberg-Saal am Franz-Mehring-Platz in Berlin. Und selbst dieser war zu Beginn der Debatte bis auf den letzten Platz besetzt.

Eigentlicher Anlass für die Veranstaltung war die Wahl des neuen Präsidenten Russlands am 18. März 2018. Wladimir Putin wird das Land - wenig überraschend - für weitere sechs Jahre regieren. Zuletzt verschlechterten sich allerdings die politischen Beziehungen Westeuropas zu Russland rapide, vor allem wegen der eskalierenden Folgen des Giftanschlags auf den Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter. Die Furcht vor einer erneuten «Eiszeit» war im Münzenberg-Saal mit der Hand zu greifen.

Dies muss im Interesse des Friedenserhalts unter allen Umständen verhindert werden, darin waren sich auf dem Podium die Publizistin Daniela Dahn, die Leiterin des Auslandbüros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Moskau, Kerstin Kaiser sowie der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums, Matthias Platzeck, einig.

Moderiert von Kathrin Gerlof von der Zeitschrift OXI ging es an dem Abend nicht nur um das Bild eines vermeintlich «allmächtigen und allgegenwärtigen Putin», sondern - mehr noch - um ganz grundsätzliche Fragen des Verhältnisses von Deutschland und Europa zum großen Nachbarland im Osten.

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news-38653 Thu, 22 Mar 2018 16:45:00 +0100 Kapitalismus und Opposition: Die Verhältnisse verstehen und überwinden http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38653/ Herbert Marcuses Pariser Vorlesungen als kritische Bildungsmaterialien Die beiden Herausgeber_innen der 1974 von Marcuse an der Reformuniversität Vincennes/Paris gehaltenen Vorlesung zum «Eindimensionalen Menschen», Lisa Doppler und Peter-Erwin Jansen, haben zunächst eine einstündige Einführung in das Leben und Wirken Herbert Marcuses und seiner kritischen Theorie des eindimensionalen Menschen gegeben. Anschließend wurden Fragen der bildungstheoretischen und -praktischen Relevanz diskutiert – zunächst auf dem Podium und schließlich auch mit dem Publikum.

Lisa Doppler und Peter-Erwin Jansen haben die Vorlesung als Bildungsmaterialien, das heißt als guten Einstieg in die kritische Theorie Marcuses empfohlen.

Jansen, der Herausgeber der nachgelassenen Schriften von Herbert Marcuse und Leo Löwenthal im Zuklampen-Verlag, hatte 2012 die Manuskripte der Vorlesung im Marcuse-Archiv an der Universität Frankfurt entdeckt. – Wenn man darin liest, kann man einen Eindruck davon bekommen, wie Marcuses intellektuelle Arbeit an den Begriffen der Kritischen Theorie weiterging zu einem Zeitpunkt, als der sich flexibilisierende, neoliberale Kapitalismus ante portas stand. Auf die große und womöglich wichtigste Frage, warum die Menschen dagegen nicht massenhaft - und wenn doch, nicht erfolgreich - aufbegehren, lässt sich mit dem von Marcuse entfalteten Theorem der Eindimensionalität, die Vielfalt nur auf einer Ebene zulässt  und darüber Freiheit nur suggeriert, immer noch am besten erschließen. Da ist es schon etwas merkwürdig, wie wenig darauf noch rekurriert wird. Für Jansen und Doppler aber ist klar, dass - auch wenn manches in die Jahre gekommen ist und einer Erneuerung bedarf - Marcuses suchende Gedankenbewegungen und begriffliche Arbeit produktive und inspirierende «Analysetools» für die Gegenwart bieten.

Für den Einstieg in Marcuses kritische Theorie bietet sich übrigens neben den Vorlesungen zum «Eindimensionalen Menschen» auch dieser kompakte und instruktive Aufsatz von Sven Oliveira Cavalcanti an, den er anlässlich Marcuses 25. Todestages 2004 in der sopos veröffentlichte:

https://www.sopos.org/aufsaetze/410a9d4c2c4db/1.phtml.html

 

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news-38634 Thu, 22 Mar 2018 10:29:51 +0100 Verschmäht, vergessen oder glorifiziert? http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38634/ Blicke auf 100 Jahre Revolution 1918/19 Das Jahr 2018 hält viele geschichtspolitische Jubiläen bereit. In Deutschland steht es besonders unter dem Eindruck der Revolution von 1918/19, die mit ihren Folgen für die Demokratiegeschichte des Landes wie auch für die Arbeiter- und Frauenbewegung von herausragender Bedeutung war. Die einzelnen Bedeutungszuschreibungen wandelten sich im Verlaufe der 100 Jahre mehrfach und auf oft widersprüchliche Weise.

Wie veränderte sich der Blick der Linken auf die Revolution angesichts des Schocks der «Machtergreifung» 1933? Welches Verhältnis zur Revolution entwickelte die antiautoritär gewordene Studentenbewegung Ende der 1960er Jahre? Wie wurde in ostdeutschen Revolutionsschulen darüber gedacht? Was ließ 1918/19 in den letzten zwei, drei Jahrzehnten zur «vergessenen Revolution» werden? Und warum ist es im Jahre 2018 so wichtig, wieder an die historischen Ereignisse zu erinnern?

Auf unserem Podium diskutierten wir diese verschiedenen historischen Perspektiven und Blickwinkel auf die Revolution 1918/19. Inputs gaben: Peter Brandt (Fernuniversität Hagen), Rüdiger Hachtmann (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam), Dietmar Lange (FU Berlin), Jörn Schütrumpf (Rosa-Luxemburg-Stiftung) und Anja Thuns (HU Berlin). Durch den Abend führte Susanne Kitschun (Friedhof der Märzgefallenen Berlin).

Veranstaltet in Kooperation mit:
Friedhof der Märzgefallenen, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, August-Bebel-Institut und dem Berliner Münzenbergforum.

Stimmen zum Kongress folgen.

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news-38650 Sat, 10 Mar 2018 12:05:00 +0100 Polanyis «Einstiegshebel» in die Transformation http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38650/ Christa Luft über Herausforderungen linker Wirtschafts-Theorie und -Politik Das von der Rosa-Luxemburg-Stiftung aus Anlass des 80. Geburtstags von Christa Luft am 10. März 2018 ausgerichtete Kolloquium geriet zu einer ebenso kritischen wie anregenden Bestandsaufnahme linker Wirtschaftstheorie und -praxis. Bereits im Vorfeld rief das Kolloquium große Resonanz hervor: Schließlich kamen an die 100 Gäste zusammen, einerseits wegen des interessanten und aktuellen Themas, andererseits oftmals auch deshalb, weil sie die Jubilarin aus unterschiedlichsten Phasen ihres Lebens kannten, häufig aus gemeinsamen Studien- und Arbeitsjahren an der Hochschule für Ökonomie in Berlin-Karlshort, bekannt unter dem Kürzel HfÖ.

Die Jubilarin, bis 2013 Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung, knüpfte im Salon der Stiftung am Berliner Franz-Mehring-Platz an Ideen an, die der ungarisch-österreichische Wirtschaftshistoriker und Sozialwissenschaftler Karl Polanyi in seinem zwischen 1941 und 1943 im US-amerikanischen Exil verfassten und 1944 erschienenen Hauptwerk „The Great Transformation“1 entwickelt hatte. Dem Vortrag von Christa Luft schloss sich ein Podiumsgespräch an, an dem sie selbst, Rudolf Hickel von der AG Alternative Wirtschaftspolitik, Klaus Peter Kisker von der FU Berlin sowie die Brandenburger Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski teilnahmen. Moderiert wurde die Debatte durch Axel Troost (stellv. Vorsitzender der Partei DIE LINKE.).

Bevor Christa Luft ihre – recht schonungslose – Analyse vortrug, würdigte die Vorstandsvorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Dagmar Enkelmann, die langjährige politische Mitstreiterin. Christa Luft gehöre nicht nur zu den Mitbegründern und langjährigen Vorstandsmitgliedern der Stiftung – gerade in der Anfangszeit der RLS habe sie inner- und außerhalb des Bundestages heftig dafür gekämpft, dass die RLS ebenso öffentliche Gelder bekomme wie die anderen parteinahen Stiftungen auch. Bis heute lege Christa Luft die Finger in eine offene Wunde, wenn sie auf die innerhalb der LINKEn. und ihres Umfelds lange vernachlässigte Arbeit an wirtschaftspolitischen Alternativen hinweise, betonte Enkelmann. Mit der Neugründung eines Gesprächskreises Wirtschaftspolitik Ende 2017 habe man hier an der Stiftung einen dringend notwendigen Neustart gemacht.

Stetig werde die Linke von Christa Luft ermahnt, die wirtschaftspolitischen Grundlagen für soziale Fragen nicht außer Acht zu lassen. Beides gehöre zu einem stabilen Fundament einer alternativen Gesellschaft. «Wir erhoffen uns noch Einiges von Dir - Denkanstöße, hartnäckiges Nachbohren – wenn nötig, mit der typischen, Dir nicht fremden mecklenburgischen Sturheit», schloss Dagmar Enkelmann ihre Laudatio.

Entgegen ihrer Gewohnheit gestattete sich Christa Luft zu Beginn ihres Vortrages einige persönliche Bemerkungen. So etwa, dass sie das «Intermezzo» als Ministerin in der Modrow-Regierung – die nur wenige Monate in der Zeitenwende 1989/1990 dauerte – «nicht wiederholen, aber auch nicht missen» möchte. Die Menschen in Ostdeutschland, erinnerte sich die ehemalige Wirtschaftsministerin, wollten damals noch schnellere Reformen, als die Regierung überhaupt leisten konnte. Die Zeit, die dafür blieb, war vergleichsweise so groß wie «peanuts» – viel zu kurz also. Dagegen habe es in der alten Bundesrepublik acht Jahre gedauert, das Ladenschlussgesetz abzuschaffen, meinte sie ironisch.

Obwohl die Wirtschaft einen Kernbereich der Gesellschaft darstelle, sei das Thema noch immer eine «Domäne der Liberalen und Konservativen, aber nicht der Linken», beklagte die Ökonomin. Das Standardargument gerade gegen die parteipolitische Linke laute hier, dass nur das verteilt werden könne, was erwirtschaftet wurde. Die entscheidende ökonomische Frage gehe dabei jedoch in der Öffentlichkeit unter, hielt Christa Luft dem entgegen, und die laute: «Wer bekommt wieviel von dem, was produziert worden ist?»

In dieser Sicht der Dinge habe sich die Linke durchaus einen Namen gemacht, räumte sie ein. Dennoch: «Freundlich formuliert ist die Befassung mit wirtschaftspolitischen Themen – gemessen an der Bearbeitung anderer Politikfelder – in der parteipolitischen Linken ausbaufähig.» Bisher fehle dieser Linken ein «eigenes makroökonomisch fundiertes Basiskonzept, das Wertschöpfung, Effizienz, ökologische Verantwortung, soziale Teilhabe, Demokratie und die transnationale Dimension verbindet und auf Gesellschaftsveränderung zielt.» Davon könne nach Lufts Auffassung in der Öffentlichkeit eine größere mobilisierende Wirkung ausgehen als von einem, wie sie es formulierte, «Nebeneinander vieler kluger und wichtiger Einzelprojekte.»

Anschließend skizzierte sie einige der Herausforderungen, vor welchen linke Wirtschaftspolitik gegenwärtig stehe. So verharre die nunmehr erneut regierende, wenngleich deutlich dezimierte, Große Koalition in einem «Weiter-So». In deren Politik reiche nichts über die real existierenden Verhältnisse hinaus. Nicht einmal ansatzweise werde hinterfragt, warum denn in der Wirtschaft Partikularinteressen Einzelner konsequent Vorrang gegenüber den Bedürfnissen der Allgemeinheit gegeben werden. Daraus ergebe sich, fuhr Luft fort, die Fragestellung, wie man die Logik des Marktes zurückdrängen könne, wie also die «Entbettung» der Wirtschaft, wie sie der ungarische Theoretiker Polanyi bereits in «The Great Transformation» beklagt hatte, gestoppt und langfristig wieder rückgängig gemacht werden könne – und das unter den Bedingungen des globalisierten Kapitalismus des beginnenden 21. Jahrhunderts.

Schon Polanyi, erinnerte Christa Luft, habe die Profitgier gegeißelt und bereits in den 1940er Jahren prognostiziert, dass die westlichen Gesellschaften künftig unter dem Diktat der Wirtschaft stehen würden. Die heutigen Zustände bestätigten Polanyis Warnungen. Luft illustrierte diese «Entbettung» anhand aktueller Entwicklungen, wie etwa am «Paradebeispiel» des chronischen Leistungsbilanzüberschusses Deutschlands. Die Exportüberschüsse vermehrten zwar die Profite der Unternehmen, schmälerten aber die gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt. Das zeigten die Zahlen: Der Exportüberschuss bewegte sich 2016 bei 2,3 Billionen Euro, das deutsche Auslandsvermögen betrug aber nur 1,5 Billionen Euro – die Differenz mache Entwertungsprozesse deutlich.

Doch Christa Luft wäre nicht Christa Luft, wenn sie nicht auch fragen würden, wie die fortschreitende «Entbettung» der Wirtschaft gebremst und dann überwunden werden könne. Und: Was könnte und sollte linke Politik dafür tun? Aus ihrer Sicht könnte die «Wieder-Einbettung»2 der Wirtschaft in die Gesellschaft sogar der Kern eines ökonomischen Basiskonzepts der Linken sein. Als inspirierend empfinde sie dabei Polanyis Plädoyer für eine Überwindung der derzeitigen Marktgesellschaft, die die Grundgüter Boden, Arbeit und Geld der Selbstregulation überlasse. Polanyi schwebte bereits eine neue Wirtschafts- und Sozialordnung auf neuer zivilisatorischer Basis vor, die er «liberalen Sozialismus» nannte.

Mit der Überwindung der Marktgesellschaft habe Polanyi ein entscheidendes Stichwort gegeben: Geld, Arbeit sowie Grund und Boden gehörten für immer dem Markt entzogen und staatlich reguliert. Grund und Boden seien eben eine nur beschränkt verfügbare und nicht beliebig vermehrbare Georessource; sie seien Lebens- und Arbeitsgrundlagen aller Menschen; niemand dürfe davon ausgeschlossen, niemandem dürfe der Zugang durch knebelnde Bedingungen verwehrt werden. Christa Luft: «Grund und Boden gehören ihrem Wesen nach nicht in Privat-, sondern in Gemeinhand! Das müsste eine gerechte Bodenordnung garantieren.»

Für Luft liegt gerade in einem anderen Umgang mit Grund und Boden ein «Einstiegshebel» zu einer grundlegenden Veränderung der Gesellschaft. Die Ökonomin machte in diesem Kontext eine ganze Reihe interessanter Vorschläge zur Begrenzung der Bodenspekulation sowie zur Bildung eines gemeinschaftlichen Bodenfonds.

Insbesondere betonte sie die systemverändernde Kraft eines anderen Umgangs mit dem Gut Grund und Boden. Die Anhebung der Spitzensteuer, die Erhebung der Erbschaftsteuer und die Wiedereinführung der Vermögensteuer – das alles seien, sagte sie, «dringliche» linke sozialpolitische Forderungen, die auch graduelle soziale Verbesserungen bringen. An den Eigentums-, Verteilungs- und Machtverhältnissen und der Plusmacherei änderten sie jedoch kaum etwas.

Das betreffe auch das bedingungslose Grundeinkommen. Von dem meine die gleichnamige Bundesarbeitsgemeinschaft der LINKEN gar, es hätte das Potential zur Überwindung des kapitalistischen Wirtschaftssystems. «Ich halte das nicht nur für eine sehr gewagte These, sondern für politisch desorientierend», erklärte Luft dazu kategorisch. Das bedingungslose Grundeinkommen ist ihres Erachtens keine «Alternative» zum Neoliberalismus, sondern vielmehr eine «Kapitulation» vor demselben. Persönlich habe sie großen Respekt vor Menschen, die, in prekären Verhältnissen lebend, das Grundeinkommen als Rettungsanker sehen. Bei Lichte besehen sei dieses aber nicht geeignet, den neoliberalen Tendenzen eine wirksame Gegenstrategie entgegenzustellen.

Im Unterschied zu Karl Marx sei Karl Polanyi auf der Suche nach einem Dritten Weg zwischen Sozialismus und Kapitalismus gewesen, so Christa Luft. Das Ende der Marktgesellschaft sei für ihn nicht gleichbedeutend damit, dass es keine Märkte mehr gebe. Diese sollten auf vielfältige Weise weiter bestehen, allein schon, um die Freiheit des Konsumenten zu sichern. Polanyi sei es vor allem darum gegangen, über die Selbstregulierung des Marktes hinauszugehen und diesen einer demokratischen Gesellschaft unterzuordnen.

Polanyis theoretischer Ansatz habe den Vorteil, so der Bremer Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel in der anschließenden Podiumsdebatte, dass dieser, ohne die komplizierte und schwer verständliche Marxsche Werttheorie, die Enteignung der Arbeitenden und die radikale Durchsetzung des Warencharakters aller gesellschaftlichen Verhältnisse – auch gegenüber der Arbeitskraft – mit dem schlichten und eingängigen Begriff der «Entbettung» beschrieb. Letztere schreite weiter fort, und zwar in sich beschleunigendem Tempo. Längst diene das Ökonomische nicht mehr nur unmittelbar der Profiterwirtschaftung, sondern der Mensch werde völlig domestiziert und auf die individuelle Nutzensmaximierung hin ausgerichtet – derzeit insbesondere durch die Turboprozesse der immer schneller fortschreitenden Digitalisierung, wo viele Menschen, auch hier in Deutschland, das Gefühl haben, nicht mehr mitzukommen und den Anschluss zu verlieren.

Hickel warnte die Linke davor, dass sich die Möglichkeiten der Realisierung sozialpolitischer Alternativen sukzessive einschränken: «Uns rennt die Zeit für Alternativen davon», so Hickel wörtlich. Die herrschende Politik habe mit den durch sie erzeugten Ängsten vor der Globalisierung eine massive Spaltung der Gesellschaft erzeugt. Die sozialen Abstiegsängste hätten enorm zugenommen. Das nicht eben optimistische Resümee: «Das ist der Nährboden für Rechtsradikale!»

Für Klaus Peter Kisker, emeritierter Hochschullehrer von der FU Berlin und Mitherausgeber der Zeitschrift «Sozialismus», hat sich der von Polanyi beschriebene Prozess der «Entbettung» bereits in den 1970er Jahren intensiviert. Trotz aller gesetzlichen Tricks werde seitdem zum Beispiel die Sockelarbeitslosigkeit nicht abgebaut. Seiner Ansicht nach sollte man die Illusion eines «humanisierbaren Kapitalismus» aufgeben. Soziale Fortschritte seien von den Gewerkschaften nur in Zeiten konjunktureller Aufschwünge erkämpft worden, in Zeiten der Prosperität also – und diese gehörten zunächst einmal der Vergangenheit an. Er vermisse bei den Linken zudem eine schonungslose Analyse der Realität des real existierenden Kapitalismus. Nach der Finanzkrise kehre der Kapitalismus jetzt zu seiner Normalität zurück – heiße es. Er frage sich dann immer: «Wo lebe ich denn? Was ist denn hier noch normal?»

Eine Brandenburger Normalität, was den Umgang mit Grund und Boden betrifft, schilderte Daniela Trochowski (LINKE), Staatssekretärin im Brandenburger Finanzministerium. Eine der gravierendsten Folgen der Einheit sei, dass durch die Treuhandgesellschaft BVVG Grund und Boden derart rücksichtslos privatisiert würden, dass sich kaum noch ein Bauer Äcker und Wiesen leisten kann. Grundstücke würden ohne Rücksicht auf Verluste an Fonds veräußert. Trochowski sprach sich dafür aus, komplett auf Privateigentum an Grund und Boden zu verzichten; diese seien ein essentieller Rohstoff und gehörten nicht in private Hände. Nach ihrer Auffassung wäre es auch möglich, Grund und Boden in Landes- oder Bundeseigentum zu überführen und mit Pachtverträgen zu arbeiten – wenn nur der politische Wille dazu da wäre!

Ein Kolloquium zu Ehren von Christa Luft ist undenkbar ohne eine Menge an Geschichten und Anekdoten. Warum beispielsweise hat Karl Pöhl, Anfang der 1990er Jahre Chef der Bundesbank, Christa Luft, als diese Wirtschaftsministerin der noch bestehenden DDR war, einen riesigen und, so Rudolf Hickel, wunderschönen Rosenstrauß zukommen lassen?

Karl Pöhl, sagt Hickel, habe Christa Luft in der Zeit der sog. Modrow-Regierung, zu verstehen gegeben, dass er eine übereilte Währungsunion von DDR und BRD für einen schwerwiegenden Fehler halte und es diese also auch nicht geben werde. Seine Bedenken seien dann allerdings vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl schnöde beiseitegeschoben worden, und Pöhl habe dazu auch noch gute Miene machen müssen. Ganz Ehrenmann habe dieser jedoch nicht als Lügner dastehen wollen. Im wahrsten Wortsinne «durch die Blume(n)» habe der damalige Bundesbankchef also die Wirtschaftsministerin der untergehenden DDR um Entschuldigung gebeten.

Wunderschöne Blumen gab es auch am 10. März für Christa Luft. Sie bildeten einen optischen Kontrapunkt zur Strenge der Diskussion.

Text: Jörg Staude und Effi Böhlke


1 Karl Polanyi: Politische und ökonomische Ursprünge von Gesellschaften und Wirtschaftssystemen. Suhrkamp Verlag Frankfurt/ Main, 1973.

2 Re-embedding als Gegenstrategie zum disembedding, von dem Polanyi sprach.   

 

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news-38649 Wed, 07 Mar 2018 14:33:00 +0100 #digitallinks http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38649/ Smarte neue (Arbeits)Welt zwischen Marketinghype und Emanzipation Smart ist ja heute irgendwie alles. Und selten war die Verwirrung über die Verheißungen und Gefahren der Digitalisierung so groß wie heute. Unzählige intelligente Anwendungen, vom selbstfahrenden Auto und der perfekt abgestimmten Smart City über die drohende technologische Arbeitslosigkeit durch Kollege Roboter und die verschärfte Ausbeutung neuer Arbeitsmarktplattformen wie Uber oder Deliveroo, bis hin zum Überwachungskapitalismus der großen Datenhändler. Wem gehören unsere Daten, wie organisieren und wie regulieren wir die neuen Technologien, damit Digitalisierung zum Motor der Emanzipation werden kann? Kurz: was wäre #digitallinks? Die Perspektive: «Wir wollen die neoliberale Version der Digitalisierung, den Plattformkapitalismus, deinstallieren und ein neues, emanzipatorisches Betriebssystem aufspielen. Das ist kein Utopie der Digitalisierung, sondern die politische Realisierung ihrer technischen wie sozialen Möglichkeiten.»

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news-38651 Mon, 05 Mar 2018 14:40:00 +0100 Das Kapital http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38651/ Nicht nur aktuell, sondern auch nagelneu! Marx hat viel geschrieben, aber nicht alles davon publiziert. Viele seiner Schriften wurden erst nach seinem Tod ediert und veröffentlicht zum Beispiel von Friedrich Engels oder Karl Kautsky. Dieser Umstand – der auch den zweiten und dritten Band des »Kapital« betrifft – hat viele Diskussionen erzeugt: Was hat Marx wirklich geschrieben und hinterlassen? Was haben die Herausgeber der Texte verändert? Dank der historisch kritischen Edition der Werke von Marx und Engels (Marx-Engels-Gesamtausgabe, MEGA2), in der schon viele der Originalmanuskripte von Marx vorliegen, lassen sich solche Fragen fundierter besprechen. 

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news-38525 Fri, 02 Mar 2018 16:32:00 +0100 Der Populistische Moment und die Zukunft der Demokratie http://de.rosalux.eu/themen/krisen-und-auswege-von-links/der-populistische-moment-und-die-zukunft-der-demokratie/ Vortrag von Chantal Mouffe - Vortragsreihe «Rethinking Europe» news-38468 Sun, 25 Feb 2018 16:18:01 +0100 Verbindende Bildung http://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/38468/ Werkstatt für transformatorisches Lernen im linken Mosaik Nachdem die Rosa-Luxemburg-Stiftung (Studienwerk und Akademie für politische Bildung) im Februar 2017 sehr erfolgreich mit über 200 Teilnehmenden eine erste große Bildungswerkstatt «Auf den Schultern von Riesen – Werkstatt zur Suche nach einem theoretischen Fundament linker Bildungspraxis» veranstaltet hat, fand am 8./9. Februar 2018 die zweite Bildungswerkstatt mit dem Titel «Verbindende Bildung – Werkstatt für transformatorisches Lernen» statt. Dieses Mal standen Praxisformen im linken Mosaik im Fokus. Wir wollten uns auf die Suche nach einer Bildung begeben, die es vermag, im linken pluralen Feld diverser Akteursgruppen Verbindungen im Sinne kollektiver Handlungsfähigkeit herzustellen, ohne Vielfalt zu vereinheitlichen.

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