Aktuelle Nachrichten https://bayern.rosalux.de/ Hier finden Sie unsere aktuellen Nachrichten. de Copyright Thu, 19 Sep 2019 19:25:48 +0200 Thu, 19 Sep 2019 19:25:48 +0200 TYPO3 Aktuelle Nachrichten https://bayern.rosalux.de/fileadmin/sys/resources/images/dist/logos/logo_rss.jpg https://bayern.rosalux.de/ 144 109 Hier finden Sie unsere aktuellen Nachrichten. news-40098 Tue, 12 Mar 2019 16:39:26 +0100 Historische Landkarte: Revolution und Räterepublik in Baiern 1918/19 https://bayern.rosalux.de/news/id/40098/ Historische Daten und Chronologie 1918-1919 Das Plenum R gestatete in Kooperation mit dem Kurt-Eisner-Verein eine historische Landkarte mit Daten und Ereignissen der Revolution und Räterepublik in Baiern. Einen historischen Stadtplan für München gibt es hier: Link München Karte

Die Karte kann ab sofort im Kurt-Eisner-Verein, Westendstraße 19, 80339 München, abgeholt werden. 

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news-40068 Fri, 01 Mar 2019 16:59:20 +0100 Auf den Spuren von Rosa Luxemburg https://www.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/Q7XHQ/auf-den-spuren-von-rosa-luxemburg/ Eine politisch-biographische Bildungsreise nach Berlin und Warschau, 21. bis 25. Oktober 2019 news-39907 Thu, 28 Feb 2019 18:51:00 +0100 «Meine jüdischen Eltern, meine polnische Eltern» https://www.rosalux.de/news/id/39891/meine-juedischen-eltern-meine-polnische-eltern-1/ Nachdem die Ausstellung im November mit großer Resonanz in Fürth gezeigt wurde, ist sie nun bis zum 17. Februar in Nürnberg zu sehen. news-40084 Wed, 27 Feb 2019 14:33:00 +0100 POLITIK AKADEMIE FÜR JUNGE AKTIVE - von MÄRZ bis DEZEMBER 2019 https://bayern.rosalux.de/news/id/40084/ Eine Workshop-Reihe des Kurt-Eisner-Vereins/Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern über Theorie und Praxis LINKER POLITIK WORUM GEHT ES?
Linke Politik will die Welt verändern. Dazu braucht sie Wissen über die Gesellschaft und über die Machtverhältnisse, die sie verändern will. Sie braucht Menschen, die sich vor Ort engagieren wollen und die bereit sind, sich mit anderen gemeinsam einzusetzen. Linke Politik braucht Menschen, die sich nicht abschrecken lassen von der Macht der Anderen und die Spaß daran haben, sich mit anderen zu vernetzen und zu organisieren.

Wir laden euch zu einer Workshop-Reihe ein, in der wir jungen Menschen theoretisches Wissen und praktische Handwerkszeuge vermitteln wollen, damit sie gesellschaftliche Veränderung erfolgreich gestalten können. Im Kurs werden wir uns zum einen mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen beschäftigen. Wie funktioniert der Kapitalismus, warum ist er so krisenanfällig? Warum gibt es Rassismus und Patriarchat? Wie können wir dem begegnen?

Zum anderen wollen wir uns mit der Praxis politischen Handelns auseinandersetzen. Wir wollen im Laufe des Kurses ein eigenes politisches Projekt entwickeln und auf die Beine stellen. Ihr bestimmt, um was für ein Projekt es sich handelt. Damit es erfolgreich wird, wollen wir uns zudem die dafür notwendigen Handwerkszeuge aneignen. Wie gewinnen wir Mitstreiter*innen, wie organisieren wir politische Entscheidungsfindungsprozesse oder wie verfassen wir eine Pressemitteilung, die ankommt?

PROGRAMM
TAGESSEMINARE JEWEILS VON 11 BIS 19 UHR

  • Modul 1 (SONNTAG, 31. MÄRZ)
    Linke Politik – Geschichte wird Gemacht! Vergangenheit und Gegenwart linker Politik
    Wir wollen uns im Seminar mit der Geschichte der Linken auseinandersetzen, um Schlussfolgerungen für heute zu ziehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Geschichte der Linken in den beiden deutschen Staaten nach 1945 sowohl in ihrer parteiförmigen Verfasstheit als auch in Form sozialer Bewegungen und Initiativen. Wir wollen das erste Modul auch ausgiebig nutzen, um uns kennenzulernen und Erwartungen an den Kurs zu formulieren.

    Teamerinnen: Johanna Panagiotou ist aktiv in der linken Bewegung, Verlegerin des internationalen Magazins Ethno News, promoviert im Bereich amerikanische und internationale Nachkriegsgeschichte
    Julia Killet leitet die Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern
  • Modul 2 (SAMSTAG, 25. Mai)
    Immer anders und trotzdem unverwüstlich? Wie funktioniert der Kapitalismus?
    Wie funktioniert der Kapitalismus - und was wird darunter verstanden? Was bedeutet «Ausbeutung» und wie verändern sich soziale Ungleichheit, Armut und Reichtum im Kapitalismus? Wie entstehen Krisen? Der Kapitalismus bleibt nicht immer gleich: Vor 50, 60, 120 Jahren waren das Leben, die Geschlechterverhältnisse, die Arbeit – und die Hoffnung auf ein besseres Leben – anders als heute. Was hat sich verändert was ist gleich?

    Teamer*innen: Tino Wagner ist Promotionsstudent an der Hochschule für Philosophie in München. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Grenzbereich zwischen Demokratie und Digitalisierung sowie medienethischen Fragen u.a. im Bereich der Jugend und der Inklusion
    Janós Eppstein ist freier Journalist und seit mehreren Jahren in der politischen Bildungsarbeit tätig mit den Schwerpunkten Kapitalismus, Arbeitskritik, Machtverhältnisse und Antisemitismus
  • Modul 3 (SAMSTAG, 1. Juni)
    Die Gesellschaft verändern – wie und mit wem?
    Was muss passieren, was können und was müssen wir tun, damit der Kapitalismus überwunden werden kann und was sind Schritte auf diesem Weg? Wer ist Akteur von Veränderung: Gibt es noch eine Arbeiterklasse? Wie verändern sich Menschen in gesellschaftlichen Bewegungen? Wie erreichen wir wirkmächtige politische Mehrheiten? Wir befassen uns dabei auch mit den Ansätzen von Antonio Gramsci und Rosa Luxemburg, um Anregungen für eine heutige Politik zu gewinnen.

    Teamer*innen: Barbara Hinkelbein, Gewerkschaftssekretärin bei Ver.di München im Bereich Personal und Organisation
    Julian A., Verwaltungsfachwirt, aktiver Gewerkschafter, Mitglied des Stadtteilvereins „Aktionsgruppe Untergiesing für den Erhalt bezahlbare Wohn- und Arbeitsräume für ein Lebenswertes Viertel“
  • Modul 4 (SONNTAG, 14. Juli)
    Linke Politik vor Ort – Linke Politik in Parteien, Parlamenten und sozialen Bewegungen
    Linke Politik muss sich mit konkreten Bedingungen auseinandersetzen, findet ihren Gegenstand und das Feld der Auseinandersetzung vor Ort. In diesem Modul wollen wir zum einen konkrete lokale Politik untersuchen: Was sind die Probleme in euren jeweiligen Kommunen, Organisationen, Betätigungsfeldern, Berufen oder an der Uni? Was sind aktuelle landespolitische Themen und wie positionieren wir uns als Linke in diesen Auseinandersetzungen? Wie verhalten sich die Handlungsmöglichkeiten vor Ort zu Zwängen und Rahmenbedingungen auf anderer Ebene: Wo und wie greifen wir ein? Linke Politik will mehr sein als «Stellvertreterpolitik». Es geht ihr nicht darum Politik für, sondern Politik mit Menschen zu machen und diese zu befähigen, sich für ihre eigenen Interessen einzusetzen.

    Teamer*innen: Ates Gürpinar, Theater- und Medienwissenschaftler, Sprecher des Landesverbands DIE LINKE Bayern
    Dr. med. univ. Thordis von Maltitz, Ärztin Klinikum Bogenhausen, Mitglied Kreisvorstand DIE LINKE München
  • Modul 5 (SAMSTAG, 19. Oktober)
    Organizing und Campaigning: Entwicklung eines eigenen Praxisprojekts
    In diesem Modul wollen wir uns mit Theorien der geplanten Organisierung und Mobilisierung („Or-ganizing“) sowie Projektmanagement in sozialen und politischen Kampagnen („Campaigning“) be-schäftigen. Wie wurden und werden Erfolge unter unterschiedlichen historischen und inhaltlichen Bedingungen organisiert? Wir wollen uns weiter mit der Frage beschäftigen, was Erfolgsbedingungen für gelingende politische Kampagnen sind und wie wir eigene Kampagnen planen und durchführen können. In welchem Umfang lassen sich die Konzepte des Organizing und Campaigning nutzen? Zum Abschluss des Moduls werden wir ein eigenes Praxisprojekt entwickeln und gemeinsam durchführen.

    Teamer*innen: Patrycja Kowalska, Sprecherin Bündnis gegen Naziterror und Rassismus, "Kein Schlussstrich", BA. Empirische Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie, Stipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung
    Stefan Jagel, Gewerkschaftssekretär bei Ver.di, beschäftigt sich seit über 10 Jahren mit Organizing und Erneuerung von Gewerkschaftsarbeit
  • Modul 6 (SAMSTAG, 23. November)
    Rassismus, Sexismus und Klasse – Herrschaft im globalen Kapitalismus
    Unsere Gesellschaft ist nicht einfach strukturiert. Viele Formen von Herrschaft und Ausschluss haben sich über die Jahrhunderte gebildet, verändert und dauern weiter an. Sie organisieren Unterschiede und Ungleichheiten. Welche linken Antworten gibt es darauf? Wie lassen sich Differenzen so einbeziehen, dass niemand abgewertet ist? Wie werden wir trotzdem gemeinsam handlungsfähig? Welche gesellschaftlichen Bündnisse braucht es für erfolgreiche Arbeit gegen Unterdrückung und Diskriminierung.

    Teamerinnen: Narges Nasimi, Aktivistin bei Refugee Struggle for Freedom, Marxistische Jugend München und Brot und Rosen (internationale sozialistische Frauengruppe) in Deutschland
    Julia Killet leitet die Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern
  • Modul 7 (SONNTAG, 8. DEZEMBER)
    Linke Politik ist international
    Probleme, Ideen und Konzepte linker Politik sind Antworten auf konkrete gesellschaftliche Bedingungen: vor Ort, in einem Land, in konkreten sozialen Auseinandersetzungen. Doch oft stellen sich Menschen an ganz unterschiedlichen Orten ähnliche Fragen. Der Kapitalismus funktioniert nicht überall gleich, doch die unterschiedlichen Formen sind miteinander verbunden. Und mit der Globalisierung und dem Versuch, bestimmte politische Konzepte weltweit zum Einsatz zu bringen, ähneln sich manche Probleme überraschend. Ob Klimawandel, Globalisierung, Krieg oder Hunger: Einem globalen Kapitalismus muss eine globale Alternative entgegengestellt werden.

    Teamerinnen: Mêrlîz Tolay  ist aktiv in der internationalen politischen Bewegung und studiert International Management
    Johanna Panagiotou ist aktiv in der linken Bewegung, Verlegerin des internationalen Magazins Ethno News, promoviert im Bereich amerikanische und internationale Nachkriegsgeschichte.

TEILNEHMEN
Die Workshop-Reihe «POLITIKAKADEMIE FÜR JUNGE AKTIVE» richtet sich an jüngere, in Parteien, Initiativen, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen aktive Menschen (bis 35 Jahre). Sie will ein Ort sein, an dem Grundfragen linker Theorie und Praxis diskutiert und ein gemeinsames linkes Praxisprojekt entwickelt wird. An der Workshop-Reihe können pro Workshop 25 Personen teilnehmen, wobei wir auf eine Geschlechterquotierung achten. Die Teilnahme ist kostenfrei.

ANMELDEN für die gesamte Reihe bei Julia.Killet@rosalux.org oder 0173 6096104 (SMS, WhatsApp, Signal, Telegram) mit Alter, Namen, Stadt und Telefonnummer

ORT – Alle Workshops finden von 11 bis 19 Uhr in den Räumen des Kurt-Eisner-Vereins / Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern, Westendstraße 19, 80339 München statt.

Facebook: https://www.facebook.com/events/394898097909600/

Eine Veranstaltung des Kurt-Eisner-Vereins / Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern.

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news-40285 Fri, 01 Feb 2019 18:43:00 +0100 Jahresbericht des Kurt-Eisner-Vereins für politische Bildung in Bayern e.V. 2018 https://bayern.rosalux.de/news/id/40285/ Der Kurt-Eisner-Verein führte im Jahr 2018 insgesamt 123 Projekte politischer Bildung in unterschiedlichen Formaten durch. Insgesamt partizipierten rund 4800 Teilnehmende an dem Bildungsprogramm. news-40298 Mon, 28 Jan 2019 16:07:00 +0100 100 Jahre Abschiebehaft in Deutschland https://bayern.rosalux.de/news/id/40298/ Aktionswochen 100 Jahre Abschiebehaft - nix Gutes kommt aus Bayern Im Jahr 2019 wird die Abschiebehaft 100 Jahre alt – das ist kein Grund zum Feiern, sondern Anlass für bundesweite Aktionstage. Die bundesweite Kampagne 100 Jahre Abschiebehaft – 100 Jahre unschuldig in Haft will daher mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen darauf hinweisen, dass durch das Instrument der Abschiebehaft seit 100 Jahren Menschen ohne Verurteilung inhaftiert und ihrer Freiheit beraubt werden. In Bayern werden in verschiedenen Städten Anfang Mai im Rahmen der Kampagne Veranstaltungen, Aktionen und Proteste stattfinden. Denn Bayern kommt beim Thema Abschiebehaft ein zentraler Stellenwert zu.

Am 25. Mai 1919 verabschiedete das bayerische Innenministerium die „Bekanntmachung über Zuzugs- und Reisebestimmungen“ und schuf damit die erste rechtliche Grundlage für die Abschiebehaft in Deutschland. Hintergrund war eine breite Diskussion über Migrationspolitik – vor allem im Hinblick auf Juden aus Osteuropa. In Folge wurde 1920 das erste Abschiebegefängnis in Ingolstadt eröffnet, von wo aus tausende Menschen deportiert wurden. Ohne jede Verurteilung wurden seitdem Menschen für Monate inhaftiert, entrechtet, stigmatisiert und von jeglicher Unterstützung abgeschnitten – um sie schließlich abzuschieben.

Im Jahr 2019 stellt der aus Bayern stammende Bundesinnenminister den „Gesetzesentwurf zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht“ mit einer massiven Ausweitung der Abschiebehaft vor. In Eichstätt, Erding und am Flughafen München gibt es drei Abschiebeknäste mit 161 Haftplätzen. Zwei wurden 2018 eröffnet, zwei weitere sind in Hof und Passau geplant. In Abschiebehaft werden Geflüchtete zu Strafgefangenen ohne Straftat. Bei der Internierung Geflüchteter in Großlagern wie Ankerzentren ist Bayern seit Jahren Vorreiter. Ohne jede Verurteilung werden seitdem Menschen für Monate und Jahre in Großlagern und Gefängnissen festgehalten, entrechtet, stigmatisiert und von jeglicher Unterstützung abgeschnitten – um sie schließlich abzuschieben. Heute wie vor 100 Jahren beraubt der bayerische Staat immer mehr Menschen der eigenen Freiheit. Wir beteiligen uns als bayerische Gruppen und Organisationen deshalb an der bundesweiten Kampagne 100 Jahre Abschiebehaft – 100 Jahre unschuldig in Haft, um Solidarität gegen Haft und Freiheitsentzug zu organisieren. 100 Jahre sind 100 Jahre zu viel – Abschiebehaft und Lagerunterbringung abschaffen! Die Ausgabe #41 des Magazins Hinterland, die am 11.04.2019 erschienen ist, ist in Kooperation mit der bundesweiten Kampagne 100 Jahre Abschiebehaft entstanden. Die Hinterland kann hier erworben werden.

Alle Veranstaltungen werden organisiert und getragen vom Bündnis “100 Jahre Abschiebehaft Bayern” in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern u.a.

Mehr Informationen zur bayernweiten Kampagne:

Homepage des Bündnis 100 Jahre Abschiebehaft - Bayern >>>

Facebookseite des Bündnis 100 Jahre Abschiebehaft - Bayern >>>

Pressemitteilung des Bündnis 100 Jahre Abschiebehaft Bayern, 11.04.2019 >>>

Termine der bayerischen Veranstaltungen:

Veranstaltungsflyer >>>

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news-39014 Wed, 20 Jun 2018 17:38:00 +0200 RevolutionsWERKSTATT 100 Jahre Bairische Revolution und Räterepublik https://bayern.rosalux.de/news/id/39014/ Historische Information, politische Diskussion, kreative Aktion - 15. November 2018 bis 23. Mai 2019

Mit Film- und Vortragsabenden sowie gemeinsamen Werkstätten soll die Zeit der Bairischen Revolution und Räterepublik auf eine lebendige Art und Weise präsentiert und diskutiert werden. Der Eintritt bei allen Veranstaltungen ist frei.

Die Revolutionswerkstatt richtet sich an Interessierte, die sich an einer aktiven Erinnerungskultur beteiligen wollen. Ziel ist die gemeinsame Erstellung einer „Revolutionskarte“ für Bayern.

Im Jahre 2018 liegt der inhaltliche Schwerpunkt des Programms auf der bairischen Revolution, 2019 beschäftigen wir uns mit der bairischen Räterepublik.

Alle Veranstaltungen finden statt in der: 

Sendlinger Kulturschmiede e.V. 
Daiserstraße 22
81371 München

  • Der Eintritt bei allen Veranstaltungen ist frei.

Plakat: klick hier

Für weitere Veranstaltungen der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu den Revolutionsjubiläen: klick hier


Programm 2018-2019


Do, 15.11.2018, 19 Uhr
„Baiern ist fortan ein Freistaat“ – Ausstellung zu Kurt Eisner
Vernissage und begleiteter Rundgang durch die Ausstellung
Die Ausstellung ist bis 24.02.2019 immer zu den Veranstaltungsterminen zu sehen.

Die Revolution 1918 wurde nicht von einer anonymen Masse getragen, sondern von Personen mit Namen, Gesichtern und Lebensgeschichten. Wer waren die bairischen Revolutionärinnen und Revolutionäre rund um Kurt Eisner? Dieser Frage widmet sich die Ausstellung.

Mit dem Kurator Wolfram Kastner, München, Aktionskünstler, Kurt-Eisner-Kulturstiftung, Plenum R


Sa, 17.11.2018, 13 – 16 Uhr
Revolutionswerkstatt:
Bairische Revolution und Räterepublik für Interessierte ohne Vorkenntnisse


Die Bairische Revolution von 1918/19 und die frühen Jahre des Freistaates Baiern stehen im Mittelpunkt der Revolutionswerkstatt. Folgenden Schwerpunkten wollen wir uns widmen: Die Auswirkung des ersten Weltkrieges in Bayern; Verlauf, Akteur*innen und Wirkung der Bairischen Revolution und Räterepublik; die Rolle Kurt Eisners; die Niederschlagung. Zum Schluss fragen wir gemeinsam, was von diesen historischen Ereignissen geblieben ist.

Mit Teamer*innen des Plenum R


Sa, 17.11.2018, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
„Den Tagen, die da kommen, gewachsen sein“ - Die Lebensgeschichte der Zenzl Mühsam

Uschi Otten, ist Herausgeberin des Briefwechsels des Anarchisten und Dichters Erich Mühsam und seiner Frau Kreszentia Mühsam: "Diese Frau hat mir der Himmel geschickt!" In ihrem Vortrag schildert Uschi Otten die revolutionäre Tätigkeit Zenzl Mühsams während der Novemberrevolution und ihren späteren Lebensweg in den Fängen Stalins.

Uschi Otten, Berlin, Historikerin, Regisseurin und Autorin von zahlreichen Büchern und Artikeln über Zenzl Mühsam


Di., 20.11.2018, 19 Uhr
Filmabend:
„Es geht durch die Welt ein Geflüster“ - Dokumentarfilm über die Münchner Revolution und Räterepublik 1918/19

Der Dokumentarfilm „Es geht durch die Welt ein Geflüster“ entstand zum 70. Jahrestag der Münchner Revolution und Räterepublik im Jahr 1988/89. Er verwebt zeitgeschichtliche Film und Fotodokumente sowie Interviews. Zu Wort kommen die damals bereits hochbetagte Zeitzeug*innen: Kommunisten, Sozialisten, Syndikalisten und Anarchisten wie Centa Herker, Hugo Jakusch und Helmut Lichtinger. Der Film ist eines der wenigen  Bewegtbilddokumente, das den Zeitzeug*innen aus dem linken Spektrum eine Stimme gibt.

Mit der Autorin und Regisseurin Ulrike Bez


Do, 22.11.2018, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Doppelportrait Rosa Luxemburg und Kurt Eisner

Auf ganz unterschiedliche Weise haben Rosa Luxemburg und Kurt Eisner die Novemberrevolution 1918 erlebt. Dabei waren sie nicht immer einer Meinung. Wo gab es Unterschiede, wo Gemeinsamkeiten und wie beeinflussten beide die Geschicke Bayerns und des Deutschen Reiches?

Julia Killet, München, Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern, promovierte zur Darstellung Rosa Luxemburgs in der Prosa, Plenum R

Riccardo Altieri, Potsdam, Historiker, schreibt eine Dissertation über Paul Frölich und Rosi Wolfstein, Autor von „Der Pazifist Kurt Eisner“, Kovač, 2015


Di, 27.11.2018, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Revolution auf dem Lande

Der Vortrag soll die Münchner*innen aus ihrer revolutionären Käseglocke holen. Revolution war in ganz Bayern. Es gab unterschiedliche Bedingungen und Ereignisse, die dargestellt und in ihren Auswirkungen eingeschätzt werden sollen.

Günter Baumgartner, Grafing, Autor von „Die bayerische Revolution 1918/19 in Stadt und Land“, Plenum R


Do., 29.11.2018, 19 Uhr 
Autorenlesung / Diskussion:
„Der Abend kommt so schnell. Münchens vergessene Revolutionärin Sonja Lerch“

Für Sarah Sonja Lerch (1882-1918) geb. Rabinowitz ist der Frieden zum Greifen nah. Mit Kurt Eisner und anderen Pazifisten will sie im Januar 1918 nach vier entbehrungsreichen Jahren den Krieg beenden. Eisner und sie rufen den Generalstreik aus, doch die Aktivisten werden verhaftet. Ihr Ehemann sagt sich öffentlich von Sarah Sonja Lerch los. Er will seine berufliche Karriere nicht durch das skandalöse Benehmen seiner Gattin gefährden. Nur Fritzi, eine junge Munitionsarbeiterin, besucht die Gefangene. Sie will das Geheimnis der bewunderten Revolutionärin erfahren. Vor dem Leser enthüllt sich das tragische Leben einer Frau zwischen zwei Welten.

Cornelia Naumann, München, Dramaturgin, Plenum R, AG Räte-Frauen im Plenum R und Autorin von „Der Abend kommt so schnell. Sonja Lerch – Münchens vergessene Revolutionärin“, Gmeiner, 2018


Sa, 01.12.2018, 14-17 Uhr
Revolutionswerkstatt:
Bairische Revolution in Stadt und Land

Der Fokus der Erforschung der bayrischen Revolution und Räterepublik 1918/19  richtet sich meist auf die zentralen Geschehnisse in München. Die Stadt München war zwar das Zentrum der revolutionären Umbrüche, allerdings können die Ereignisse hier nicht isoliert gesehen werden. In zahlreichen bayrischen Städten und Gemeinden (u.a. Rosenheim, Kolbermoor, Bad Aibling, Bruckmühl, Miesbach, Traunstein) bildeten sich Arbeiter- und Soldatenräte, deren Handeln in Wechselwirkung zu den Münchner Ereignissen stand. Bedeutende Akteur*innen der Rätezeit waren in der bayerischen Provinz aktiv, und teilweise verlagerten sich Geschehnisse der Stadt München auch ins Umland. Die Werkstatt dient der gemeinsamen Vorbereitung der historischen Bayernkarte mit Ereignissen und Standorten der revolutionären Ereignisse in ganz Bayern.

Sebastian Zehetmair, Berlin/München, Historiker, promoviert zur „KPD in Bayern, 1919-1924“ an der Universität München und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Günter Baumgartner, Grafing, Autor von „Die bayerische Revolution 1918/19 in Stadt und Land“, Plenum R


Do, 06.12.2018, 19 Uhr
Autorenlesung / Diskussion / Musik:    
„Novemberlicht. Revolution in Bayern“ mit Liedern auf der Gitarre

„Im Winter 1918/19 taucht in Dachau ein geheimnisvoller junger Mann auf, der sich mit einigen gerade aus dem Krieg heimgekehrten Soldaten der Roten Garde anschließt. Zusammen mit ihnen zieht er nach München, wo er den Kampf um Giesing erlebt, mit ihnen flieht er vor der Verfolgung durch die siegreichen Regierungstruppen auf einen Einödhof in den Schlierseer Bergen. Dort verliebt er sich in eine Bauerntochter und will mit ihr eine Zukunft aufbauen. Doch seine Vergangenheit holt ihn ein: Mehrfach versucht man ihn zu töten….“

Leonhard Michael Seidl, Erding, freier Schriftsteller, Dramatiker und Autor von „Novemberlicht“, Bayerland, 2015


Di., 11.12.2018, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Das Frauenwahlrecht und noch viel mehr

Es ist kaum bekannt, dass Frauen 1918 nicht nur das Wahlrecht, sondern auch viele andere Verbesserungen ihrer Lebens- und Arbeitssituation forderten, wie z.B. die gleichen Rechte in der Kindererziehung, die Aufhebung des Zölibats für weibliche Beamte und gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeitsleistung. Was wurde aus diesen Forderungen damals und wie sieht es mit der Gleichberechtigung heute aus?
Christiane Sternsdorf-Hauck, München, Autorin von „Brotmarken und Rote Fahnen – Frauen in der bayrischen Revolution und Räterepublik 1918/19“, Neuer ISP-Verlag, 2008, AG Räte-Frauen im Plenum R, Plenum R

Eva-Maria Volland, München, Lehrerin, Autorin, Plenum R, AG Räte-Frauen im Plenum R


Do., 13.12.2018, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Politisches Bewusstsein und Psychoanalyse seit 100 Jahren: Otto Gross

Der Psychiater und Psychoanalytiker Otto Gross aus Österreich war ein aktives Mitglied der sozialistisch-anarchistischen Bewegung und auch in literarische Kreise in der Wiener, Münchner, Berliner und Schweizer Bohème integriert. Von Sigmund Freud wurde er geschätzt, und Erich Mühsam gehörte zu seinem Freundeskreis. Aufgrund verschiedener Affären wurde er auf Betreiben seines Vaters, des berühmten Strafrechtlers Hans Gross, in psychiatrischen Anstalten interniert, entmündigt, steckbrieflich gesucht und als Anarchist verhaftet. 1920 verstarb er unter ungeklärten Umständen. In seinen zahlreichen Schriften wird die Auseinandersetzung zur Psycho-Politik für uns eine  Anregung sein.

Fritz Letsch, München, Gestalttherapeut, Plenum R


Di., 18.12.2018, 19 Uhr

Vortrag / Diskussion:
Die Rolle des Bauernbundes

Das geniale an Eisners Umsturz war nicht nur der Zug durch die Kasernen, um die bewaffnete Macht auf seine Seite zu bringen, sondern auch der Schachzug, durch das Bündnis mit dem Bauernbund zum einen die Ernährung Münchens sicher zu stellen und zum anderen auch eine politische Zustimmung in der Provinz zu erreichen. Doch wer war dieser Bayerische Bauernbund?

Günter Baumgartner, Grafing, Autor von „Die bayerische Revolution 1918/19 in Stadt und Land“, Plenum R


Do., 20.12.2018, 19 Uhr
Lesung mit Musik:
Sozialistische Weihnacht
Cornelia Naumann, begleitet vom Lindwurmensemble, liest kaum bekannte Weihnachtsmärchen von Kurt Eisner, Hermynia zur Mühlen, Kurt Tucholsky u.a.

Cornelia Naumann, München, Dramaturgin, Plenum R und Autorin von „Der Abend kommt so schnell. Sonja Lerch – Münchens vergessene Revolutionärin“, Gmeiner, 2018


Di., 22.01.2019, 19 Uhr

Vortrag / Diskussion:
Alltag und Erinnerung: Alte Mythen und neue Erkenntnisse zur Revolution 1918/19

Das Ausstellungsprojekt „Alltag und Erinnerung“ des Archivs der Münchner Arbeiterbewegung versucht, bislang weniger beachtete Aspekte des Revolutionsgeschehens,  v. a. aus Sicht der „kleinen Leute“, auszuleuchten. Zugleich wird ein Blick auf die wechselvolle, bisweilen kuriose Bewertung und Vereinnahmung der Revolution gerichtet. Fragen, die die Ausstellung beantwortet, aber auch gestellt hat, stehen im Mittelpunkt des Vortrages.

Bernward Anton, Archiv der Münchner Arbeiterbewegung, promovierte zur Spaltung der bayerischen SPD im Ersten Weltkrieg


Do., 24.01.2019, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
„Hysterische Furien und schnatternde Gänse“. Die ersten Frauen im bairischen Parlament

Zwischen 1918 und 1933 gab es im Bayerischen Landtag erstmals auch weibliche Abgeordnete, insgesamt 19 Frauen, allerdings waren elf nur kurz, also unter drei Jahren dabei. Längerfristig haben in der Weimarer Zeit eigentlich lediglich acht Frauen in Bayern als Abgeordnete gewirkt. Eine verschwindend kleine Minderheit stand also einer überwältigenden männlichen Politikerschar gegenüber. Und die hat es ihnen beileibe nicht leicht gemacht im parlamentarischen Alltag. War es ihnen unter diesen Umständen überhaupt möglich, politischen Einfluß auszuüben, eventuell sogar  parteiübergreifende Frauensolidarität zu erleben?

Karin Sommer, Kulturwissenschaftlerin, München
Mit Unterstützung von DeSchaugO (Elfie Kriester und Anlis Spitzauer), die sich als politisch-literarisches Frauenperformance-Duo verstehen.


Do., 29.01.2019, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Dunst, Gerüchte, Stimmungsmache - Wie unter der Regierung Eisner und während der Räterepubliken die bessere Propaganda siegte

Im Kampf um die Köpfe entscheidet der, der die kulturelle Hegemonie behauptet. Die Interessengruppen stehen fest. Die Durchsetzung ihrer Ziele hängt ab von den Methoden, mit denen sie operieren. Dabei müssen sie analysieren, ob sie Rückenwind oder Gegenwind haben und ob sie zur rechten Zeit am rechten Ort den rechten Ton finden. Freilich haben diejenigen es leichter, welche traditionell auf finanzielle Ressourcen bauen können und die schon früher als politische Eliten galten. Wenn sie dann noch mit subtilem Einfluss Stimmung machen, mit fake news arbeiten, wenn sie Gerüchte kolportieren, wenn sie niedrigste Instinkte ansprechen, dann gewinnen sie.

Günther Gerstenberg, München, Archiv der Münchner Arbeiterbewegung, Plenum R, Herausgeber von „Steckbriefe gegen Eisner, Kurt und Genossen wegen Landesverrates. Ein Lesebuch über Münchner Revolutionärinnen und Revolutionäre im Januar 1918“, Edition AV, 2017 und Autor von „Der kurze Traum vom Frieden. Ein Beitrag zur Vorgeschichte des Umsturzes in München 1918“, Edition AV, 2018.


Do., 07.02.2019, 19 Uhr
Vortrag/Diskussion:
Zustandekommen des Wittelsbacher Ausgleichsfonds als Geheimfonds

Der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt stellt der sogenannte Wittelsbacher Ausgleichsfonds eine in alle Ewigkeit munter sprudelnde Geldquelle für den bayerischen Adel dar. Er geht zurück auf die reaktionäre Politik im Bayern der 1920er Jahre nach der gescheiterten Räterepublik. Dazu liest Rudolf Stumberger aus seinem Buch München ohne Lederhosen – ein kritisch-alternativer Stadtführer 1918-1968.

Rudolf Stumberger, München, Autor von „München ohne Lederhosen – ein kritisch-alternativer Stadtführer 1918-1968“, Alibri, 2016 und „Das Raubtier und der rote Matrose – Orte und Ideologien der Revolution und Räterepublik 1918/1919“, Alibri 2018
Di., 12.02.2019, 19 Uhr


Filmabend:
„Rotmord“

Peter Zadeks Fernsehspiel nach Tankred Dorsts Theaterstück „Toller“ erzählt die Geschichte der Münchner Räterepublik. In ihrem Zentrum steht der Dichter Ernst Toller, der in der Münchner Räterepublik 1919 Vorsitzender des Zentralrats sowie Abschnittskommandant der „Roten Garde“ war und nach Zerschlagung der Räterepublik wegen Hochverrats zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt wurde. Für Tankred Dorst, der mit Zadek auch das Drehbuch des Films schrieb, ist Ernst Toller mehr als die Symbolfigur der Räterepublik: „Ich habe mich damals mit Toller identifiziert, wollte ihn aber auch kritisieren: Ein Dichter, der zu politischem Handeln gezwungen wird und scheitert.“

Regie: Peter Zadek, WDR 1969


Di., 19.2.2019, 19 Uhr
Lesung/Diskussion:
„Revolutionärinnen von A bis Z“ - Fiktives Streitgespräch zwischen Anita Augspurg und Clara Zetkin

„His-tory“ wird aus aktuellem Anlass ergänzt durch „Her-story“. Zwei mutige historische Frauen schauen zurück auf ihr Leben, ihr Engagement und ihre Kontroversen. Sie wissen aber auch genau, was heute passiert und appellieren an die junge Generation, sich politisch einzumischen, wenn der Frieden wieder in Gefahr ist, wenn Hass wieder Gewalt erzeugt und Frauen an den Rand gedrückt werden.

Sabine Bollenbach, München, Schauspielerin, Politologin

Heidi Meinzolt, München, Europakoordinatorin Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit, AG Räte-Frauen im Plenum R


Do., 14.03.2019, 19 Uhr
„Hundert Jahre später“ - Ausstellung zur Rezeption der Räterepublik in der bildenden Kunst
Vernissage und begleiteter Rundgang durch die Ausstellung
Die Ausstellung ist bis 23.05.2019 immer zu den Veranstaltungsterminen zu sehen.

Nach der Barbarei des 1.Weltkriegs wollten die Überlebenden aus den Schützengräben und mit ihnen die Millionen Kriegsgeschädigten unter Führung der organisierten Arbeiterschaft eine neue Gesellschaft aufbauen. Eine solche ohne die Herrschaft der Reichen, über die Brecht sagt: „Die Kapitalisten wollen keinen Krieg, sie müssen ihn wollen.“ Der Traum hat überlebt. Bilder, Impressionen von heute.

Carl Nissen, München, Künstler
Andreas Paul Schulz, Augsburg, Künstler
Günter Wangerin, München, Künstler


Di., 19.03.2019, 19 Uhr
Lesung / Diskussion:
Revolution! Was kümmern uns Frauen die alten Zöpfe?

Von den Revolutionärinnen Gabriele Kätzler und ihren Töchtern sowie von Hilde Kramer sind uns aus der Revolutionszeit wunderbare, engagierte Briefe erhalten. Die Frauen waren keine Eisners, Tollers, Mühsams. Noch nicht einmal deren Geliebte, Verwandte oder Sekretärinnen ... Insofern hatten sie kaum eine Chance, in die (männliche) Geschichtsschreibung einzugehen. Überliefert sind die Briefe in Polizeiakten. Sie wurden von Sternsdorf-Hauck entdeckt, veröffentlicht und kommentiert.

Christiane Sternsdorf-Hauck, München, Autorin von „Brotmarken und Rote Fahnen – Frauen in der bayrischen Revolution und Räterepublik 1918/19“, Neuer ISP-Verlag, 2008, AG Räte-Frauen im Plenum R, Plenum R

Gesche Piening, München, Schauspielerin, Regisseurin, Feature-Autorin, www.geschepiening.de


Do., 21.03.2019, 19 Uhr
Lesung aus Protokollen der Räterepublik: „Waffen sind an der Garderobe abzugeben“. Im Rahmen der Ausstellung „Hundert Jahre später“

Wie schwer das scheinbar Einfache wie zB. das Erlernen des Aufrechten Ganges ist, zeigen die Protokolle der Räteversammlungen und der provisorischen Nationalversammlung. Hier wurde seit der gescheiterten Befreiungsversuche 80 Jahre vorher mühsam wieder versucht, zu einer offenen und verantwortungsvollen Form der Auseinandersetzung zu finden. Wie das nicht immer gelungen ist, lässt uns Heutige nicht nur schmunzeln, sondern kann auch für den aktuellen Diskurs durchaus hilf- und lehrreich sein.

Andreas Paul Schulz, Augsburg, Künstler


Di., 26.03.2019, 19 Uhr
Hörfunksendung mit Diskussion:
Das Leben der Hedwig Kämpfer (1889 - 1947) – Rätin, Richterin und USPD-Frau

Hedwig und Richard Kämpfer waren Mitbegründer der Münchner USPD. Hedwig Kämpfer war Mitglied des revolutionären Arbeiterrates, Mitgründerin des "Bundes sozialistischer Frauen", 1919–1924 Stadträtin für die USPD / SPD in München. Die Münchener Journalistin Mira Schnoor spürte dem Leben der fast vergessenen Politikerin, die im französischen Exil starb, nach. 1998 machte sie für den BR ein Feauture, für das sie u.a. mit Kämpfers Nichte ein Interview führte.
Mira Schnoor, München, Journalistin

Cornelia Naumann, München, Dramaturgin, Plenum R und Autorin von „Der Abend kommt so schnell. Sonja Lerch – Münchens vergessene Revolutionärin“, Gmeiner, 2018
Ort: Köşk, Schrenkstraße 8, 80339 München


Do., 28.3.2019, 19 Uhr
Lesung / Vortrag / Diskussion:
Frauen für Frieden 1919 – 2019 — vergebene Liebesmüh?!
1919 trafen sich Frauen, um Perspektiven für eine friedliche Nachkriegsordnung und zur Vermeidung künftiger Kriege zu entwickeln. 2019 analysieren Frauen immer noch und immer wieder Ursachen von Krieg und Gewalt und stemmen sich dagegen. Sie beteiligen sich an Verhandlungen - lokal, grenzüberschreitend, global. Was können sie bewirken? Wo stoßen sie an Grenzen und warum?

Heidi Meinzolt, München, Europakoordinatorin Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit, AG Räte-Frauen im Plenum R

Eva-Maria Volland, München, Lehrerin, Autorin, Plenum R, AG Räte-Frauen im Plenum R


Fr., 05.04.2019, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
"Wir Kommunisten sind alle Tote auf Urlaub". Eugen Leviné vor dem Münchner Standgericht

Eugen Leviné ist nicht nur für die historische Forschung, sondern auch als Referenzpunkt in der Auseinandersetzung mit neonationalistischen Allüren interessant. In Petersburg geboren und in Heidelberg aufgewachsen, war Levinés Tätigkeit stets grenzüberschreitend und beispielhaft für die Stärke politischer Hoffnungen auf Gerechtigkeit und Freiheit. Ausgehend von Levinés mutiger Verteidigungsrede vor dem Münchner Standgericht rekonstruieren wir Werk und Wirken des jungen Revolutionärs und Schriftstellers. Vorgestellt werden Levinés Lebensstationen, seine literarische Auseinandersetzung mit der Russischen Revolution von 1905 und sein Wandel vom Sozialrevolutionär zum Kommunisten.

Christian Dietrich, Frankfurt/O, Historiker, Autor von „Eugen Leviné. ‚Ich fühle russisch und denke jüdisch’“, Hentrich&Hentrich, 2017


Di., 09.04.2018, 19 Uhr 
Vortrag/Diskussion:
Mord in Gräfelfing

Im Dorf Gräfelfing wird erst im Februar 1919 auf Initiative des sozialdemokratischen Vereins ein Arbeiter-, Bauern- und Bürgerrat gewählt. Er kümmerte sich um Lebensmittel. Am 7. April wählen Arbeiter und Angestellte eines Großbetriebes einen Betriebsrat und etablieren eine Arbeiterwehr. Ende April errichtet die Rote Armee im Gemeindegebiet eine Verteidigungsstellung, die aber am 30.4.1919 angesichts der mit großer Übermacht näher kommenden Weißen Truppen geräumt wird. Am 1. Mai besetzt ein Württemberger Freikorps den Ort, rückt kampflos in Pasing ein und nimmt jedoch Quartier in Gräfelfing. In Pasing hatte man 53 Russen gefangen genommen, die im Lager Puchheim für die Rote Armee geworben worden waren. Sie wurden über Nacht eingesperrt und misshandelt - einer der Männer wurde erschossen. 52 Männer wurden vor ein irreguläres, improvisiertes Feldgericht gestellt und „nach kurzem Prozess“ am 2. Mai in einer Kiesgrube liquidiert — der Mord wurde nie juristisch aufgearbeitet.

Dietrich Grund, Taufkirchen/ Unterhaching, Heimatforscher, Autor von „Revolution in Unterhaching 1918/19“ Online: www.dietrich-grund.de


Fr., 12.04.2019, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Die Rolle von Paul Frölich und Rosi Wolfstein in den Räterepubliken 1919

Als P. Werner verfasste Paul Frölich seine bedeutendste Schrift zur Münchner Räterepublik. Doch welche Rolle spielte er darin und wie stand er zu Eugen Leviné? Seine spätere Frau, Rosi Wolfstein, wirkte zeitgleich im Ruhrgebiet. Wie unterschied sich das Rätesystem dort vom bayerischen?

Riccardo Altieri, Potsdam, Historiker, schreibt eine Dissertation über Paul Frölich und Rosi Wolfstein, Autor von „Der Pazifist Kurt Eisner“, Kovač, 2015


Sa., 13.04.2019, 17 Uhr
Vortrag / Diskussion / Musik:
100 Jahre Versammlung der Betriebs- und Soldatenräte
Referent: Hermann Kopp, Historiker und Vorsitzender der Marx-Engels-Stiftung

Eine Veranstaltung der AG Denkmäler im Plenum R
Weitere Kooperationspartner: Freidenkerverband und Marx-Engels-Stiftung

  • Ort: Hofbräuhaus am Platzl, Platzl 9, 80331 München

So., 14.04.2019, 11-13 Uhr
Stadtrundgang:
Revolution und Räte in Baiern
Die geheime Thule-Gesellschaft und das rote Hauptquartier – Orte der Revolution und Räterepublik 1919
  
Das München der Revolution und Räterepublik ist überschaubar, geographisch gesehen. Der Rundgang beginnt am Sendlinger-Tor-Platz, dort wurde Kurt Eisner in einem Hotel verhaftet. Weitere Stationen: Eisner-Denkmal am Oberanger, Hofbräuhaus (Ausrufung der Räterepublik), Hotel Vier Jahreszeiten (Thule Gesellschaft), Promenadeplatz (Attentat auf Eisner), Prannerstraße (ehemaliger Landtag), Kultusministerium (Hoffmann, Landauer), Odeonsplatz (Ermordung Egelhofers), ehemaliges Kriegsministerium Ludwigstraße (Hauptquartier der Roten Armee)

  • Treffpunkt: Brunnen am Sendlinger-Tor-Platz, 80336 München.

Rudolf Stumberger, München, Autor von „München ohne Lederhosen – ein kritisch-alternativer Stadtführer 1918-1968“, Alibri, 2016 und „Das Raubtier und der rote Matrose – Orte und Ideologien der Revolution und Räterepublik 1918/1919“, Alibri 2018


Do., 02.05.2019, 17 Uhr
Ansprache von Siegbert Wolf (Frankfurt/M.) und Musikperformance:
„Die Trommel passt sich zornig an. Zum 100. Todestag von Gustav Landauer“
Die Musikperformance „Die Trommel passt sich zornig an“ setzt Landauers Theorie zur sozialen Revolution mit Sprecher und Trommler künstlerisch um. Teil 1: Zerstörung der alten Begrifflichkeit nach der Sprachtheorie von Fritz Mauthner. Teil 2: Kontemplative Innerlichkeit nach Meister Eckhart. 3. Teil: Dynamische Neukonstruktion in Unschärfen, Paradoxien und Widersprüchen.

  • Ort: Landauer-Denkmal, Waldfriedhof, Fürstenrieder Str. 288, 81377 München(bei Regen in der Sendlinger Kulturschmiede)

Oliver Augst, Ludwigshafen, Konzept, Komposition
Reto Friedmann, Neunkirch (CH), Konzept, Text
Jaap Achterberg, Schinznach Dorf (CH), Sprecher, Sänger
Jörg Fischer, Wiesbaden, Trommler
Dr. Siegbert Wolf, Frankfurt/M., Ansprache


Do., 02.05.2019, 20 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Gustav Landauer, Anarchist und Hochschulreformer

Seit den 1890er Jahren engagierte sich der libertäre Kulturphilosoph und Initiator zahlreicher anarchistischer Projekte Gustav Landauer (1870-1919) für die Gründung "Freier Schulen", Volkshochschulen und vor allem für die radikale Umgestaltung der Hochschulen (Stichwort: "Volks-Universitäten"). Ein Schwerpunkt von Landauers Tätigkeit in der ersten, einwöchigen bayerischen Räterepublik im April 1919 betraf - neben den Schulen und dem Theater - das Hochschulwesen. Für Gustav Landauer fokussierte sich die Universität auf eine "Gemeinschaft der Lernenden mit den Lehrenden", auf eine grundlegende Demokratisierung der Hochschule mit weit reichender studentischer Selbstverwaltung.

Siegbert Wolf, Frankfurt/M., Historiker, Politikwissenschaftler, Publizist. Herausgeber der Gustav-Landauer-Werkausgabe 2008-2016


Fr., 03.05.2019, 16 Uhr
Spaziergang:
100. Todestag von Rudolf Egelhofer

Die AG Denkmäler im Plenum R lädt zu einem Besuch des Grabes von Rudolf Egelhofer auf dem Nordfriedhof ein.
Referent*in: NN

  • Treffpunkt rechts von der Aussegnungshalle, Nordfriedhof, Ungererstraße 130, 80805 München

Do., 09.05.2019, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Albert Daudistel – Volkskommissar beim Zentralkommissariat für politisch Verfolgte und auswärtige Revolutionäre

Bevor er während der Münchner Räterepublik eine Rolle spielte, hatte Daudistel an verschiedenen Aktionen der Antikriegsbewegung Anteil. Nach der Niederschlagung der Räterepublik und während sowie nach seiner 5jährigen Haftzeit wurde er einer der ersten literarischen Chronisten dieser Epoche. Seiner Erfahrungen mit Verfolgungsdruck und politischem Engagement aus der Isolation heraus gewannen im isländischen Exil ab 1938 noch einmal neue Aktualität.

Jonas Bokelmann, München, schreibt eine Dissertation über Albert Daudistel, Plenum R


Di., 14.05.2019, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Otto Neurath und die Münchner Räterepublik. Zum Zusammenhang von Planwirtschaft und Bildpädagogik

Otto Neurath war von März bis Mai 1919 als Kriegswirtschaftsminister für die Erstellung eines zentralen Wirtschaftsplanes für Bayern verantwortlich, nach Verhaftung und Freilassung blieb er noch bis Februar 1920 in München, bevor er in seine Heimatstadt Wien zurückkehrte. Bekannt wurde er dort Mitte der 1920er Jahre durch die Entwicklung der sogenannten Wiener Methode der Bildstatistik, der Vorläuferin der heutigen Piktogramme. Der Vortrag legt die bis heute wenig bekannten Aktivitäten Neuraths während seiner Münchner Zeit dar und zeigt, wie Neuraths wirtschaftspolitische Überlegungen mit seinen bildpädagogischen Ambitionen zusammenhängen. Da Neurath außerdem mit dem Kunsthistoriker Franz Roh in Kontakt stand, soll auch danach gefragt werden, ob Neurath möglicherweise bereits in München Kontakte zu Künstlern wie Hans Richter, Franz Wilhelm Seiwert und anderen geknüpft hatte. Es soll damit auch das Bild korrigiert werden, Neuraths Münchner Aktivitäten wären nur ein kurzes politisches Intermezzo gewesen, das keine größeren Nachwirkungen auf sein späteres Schaffen gehabt habe.

Daniela Stöppel, München, Dozentin am Institut für Kunstgeschichte der LMU München, befasste sich in ihrer Dissertation "Visuelle Zeichensysteme" (2014) mit Leben und Werk Otto Neuraths


Do., 16.05.2019, 19 Uhr
Autorenlesung / Diskussion
„Der kurze Frühling der Räterepublik“

Vor hundert Jahren gelang einem behäbigen Völkchen am Rande der Alpen eine der wenigen erfolgreichen Revolutionen Deutschlands. Das Tagebuch der Bayerischen Räterepublik rekonstruiert das Geschehen anhand der Erlebnisse dreier revolutionärer Persönlichkeiten: Dem Anarchisten Erich Mühsam (Revolutionärer Arbeiterrat), der Kommunistin Hilde Kramer (KPD) und dem radikalen Sozialisten Ernst Toller (USPD).

Simon Schaupp, Basel, Soziologe, Autor von „Der kurze Frühling der Räterepublik“, Unrast, 2017


Di., 21.05.2019, 19 Uhr
Vortrag/Diskussion
Erinnerungskultur in München rund um die Räterepublik und Revolution

Man könnte in Bayern und in seiner Landhauptstadt stolz darauf sein, dass hier zwei Tage vor Berlin die Adels- und Militärdiktatur beendet und die Demokratie als „Freistaat Baiern“ ausgerufen wurden. Man könnte den Revolutionär und 1. Ministerpräsidenten des Freistaats, Kurt Eisner, mit einem nach ihm benannten zentralen Platz und Denkmal ehren. Stattdessen wird verdruckst und verdrängt.
Wie Demokratie-Geschichte erinnert, interpretiert und öffentlich präsentiert wird, daran ist die reale Verfassung einer Gesellschaft ablesbar.
Die teilweise absurde Geschichte der Erinnerung an den Beginn der Demokratie und an ihre Protagonist*innen seit 1919 bis heute wird in dem Vortrag anschaulich dargestellt. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Welche Forderungen sind zu stellen?

Wolfram Kastner, München, Aktionskünstler, Kurt-Eisner-Kulturstiftung, Plenum R


Do., 23.05.2019, 19 Uhr
Vortrag/Diskussion
Lorenz Schott, Spartakist aus Obergiasing

Biographie eines Münchner Revolutionärs: Der rote Kommandant von Giesing
Nach 4 Jahren an der Westfront kommt der Dachdecker Lorenz Schott im Dezember 1918 zurück zu seiner Familie nach Giesing. Die Schuldigen für die gewaltigen Opfer und Leiden scheinen entmachtet. Die Revolution der Soldaten im November, angeführt von Kurt Eisner, hat die Monarchie gestürzt und das Militär in Bayern verdrängt. Doch die alten Mächte geben sich nicht geschlagen. Nach dem Mord an Eisner durch einen monarchistischen Offizier im Februar 1919, organisiert sich Schott in der neu gegründeten KPD, um die Revolution zu verteidigen. Er wird Obmann der KPD Sektion Giesing, dem lokalen Vollzugsorgan der Räterepublik. Durch den Oberkommandierenden der bayerischen Roten Armee, Rudolf Egelhofer, wird ihm auch das militärische Kommando über die „rote Hochburg“ übertragen. Ende April 1919 ziehen die Reste der alten Fronttruppen den Ring um München immer enger, um die Räterepublik zu zerschlagen. Lorenz Schott zieht noch einmal in die Schlacht.

Andreas Schober, München


Projektträger: Plenum R www.plenum-R.org
in Kooperation mit: Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung e.V. / Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern

Gefördert von: Landeshauptstadt München und Bezirksausschuss 6 Sendling

Herzlichen Dank für die Unterstützung an die Kulturschmiede Sendling e.V.

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