Aktuelle Nachrichten http://bayern.rosalux.de/ Hier finden Sie unsere aktuellen Nachrichten. de Copyright Thu, 16 Aug 2018 12:05:23 +0200 Thu, 16 Aug 2018 12:05:23 +0200 TYPO3 Aktuelle Nachrichten http://bayern.rosalux.de/fileadmin/sys/resources/images/dist/logos/logo_rss.jpg http://bayern.rosalux.de/ 144 109 Hier finden Sie unsere aktuellen Nachrichten. news-39014 Wed, 20 Jun 2018 17:38:00 +0200 RevolutionsWERKSTATT 100 Jahre Bairische Revolution und Räterepublik http://bayern.rosalux.de/news/id/39014/ Historische Information, politische Diskussion, kreative Aktion - 15. November 2018 bis 23. Mai 2019

Mit Film-, Vortragsabenden und gemeinsamen Werkstätten soll die Zeit der Bairischen Revolution und Räterepublik auf eine lebendige Art und Weise präsentiert und diskutiert werden. Der Eintritt bei allen Veranstaltungen ist frei.

Die Revolutionswerkstatt richtet sich an Interessierte, die sich an einer aktiven Erinnerungskultur beteiligen wollen. Ziel ist die gemeinsame Erstellung einer „Revolutionskarte“ für Bayern.

Im Jahre 2018 liegt der inhaltliche Schwerpunkt des Programms auf der bairischen Revolution, 2019 beschäftigen wir uns mit der bairischen Räterepublik.

Alle Veranstaltungen finden statt in der: 

Sendlinger Kulturschmiede e.V. 
Daiserstraße 22
81371 München

  • Der Eintritt bei allen Veranstaltungen ist frei.

Plakat: klick hier

Für weitere Veranstaltungen der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu den Revolutionsjubiläen: klick hier


Programm 2018-2019


Do, 15.11.2018, 19 Uhr
„Baiern ist fortan ein Freistaat“ – Ausstellung zu Kurt Eisner
Vernissage und begleiteter Rundgang durch die Ausstellung
Die Ausstellung ist bis 24.02.2019 immer zu den Veranstaltungsterminen zu sehen.

Die Revolution 1918 wurde nicht von einer anonymen Masse getragen, sondern von Personen mit Namen, Gesichtern und Lebensgeschichten. Wer waren die bairischen Revolutionärinnen und Revolutionäre rund um Kurt Eisner? Dieser Frage widmet sich die Ausstellung.

Mit dem Kurator Wolfram Kastner, München, Aktionskünstler, Kurt-Eisner-Kulturstiftung, Plenum R


Sa, 17.11.2018, 13 – 16 Uhr
Revolutionswerkstatt:
Bairische Revolution und Räterepublik für Interessierte ohne Vorkenntnisse


Die Bairische Revolution von 1918/19 und die frühen Jahre des Freistaates Baiern stehen im Mittelpunkt der Revolutionswerkstatt. Folgenden Schwerpunkten wollen wir uns widmen: Die Auswirkung des ersten Weltkrieges in Bayern; Verlauf, Akteur*innen und Wirkung der Bairischen Revolution und Räterepublik; die Rolle Kurt Eisners; die Niederschlagung. Zum Schluss fragen wir gemeinsam was von diesen historischen Ereignissen geblieben ist.

Mit Teamer*innen des Plenum R


Sa, 17.11.2018, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
„Den Tagen, die da kommen, gewachsen sein“ - Die Lebensgeschichte der Zenzl Mühsam

Uschi Otten, ist Herausgeberin des Briefwechsels des Anarchisten und Dichters Erich Mühsam und seiner Frau Kreszentia Mühsam: "Diese Frau hat mir der Himmel geschickt!" In ihrem Vortrag schildert Uschi Otten die revolutionäre Tätigkeit Zenzl Mühsams während der Novemberrevolution und ihren späteren Lebensweg in den Fängen Stalins.

Uschi Otten, Berlin, Historikerin, Regisseurin und Autorin von zahlreichen Büchern und Artikeln über Zenzl Mühsam


Di., 20.11.2018, 19 Uhr
Filmabend:
„Es geht durch die Welt ein Geflüster“ - Dokumentarfilm über die Münchner Revolution und Räterepublik 1918/19

Der Dokumentarfilm „Es geht durch die Welt ein Geflüster“ entstand zum 70. Jahrestag der Münchner Revolution und Räterepublik im Jahr 1988/89. Er verwebt zeitgeschichtliche Film -und Fotodokumente und Interviews. Zu Wort kommen die damals bereits hochbetagten Zeitzeug*innen: Kommunisten, Sozialisten, Syndikalisten und Anarchisten wie Centa Herker, Hugo Jakusch und Helmut Lichtinger. Der Film ist eines der wenigen  Bewegtbilddokumente, das den Zeitzeug*innen aus dem linken Spektrum eine Stimme gibt.

Mit der Autorin und Regisseurin Ulrike Bez


Do, 22.11.2018, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Doppelportrait Rosa Luxemburg und Kurt Eisner

Auf ganz unterschiedliche Weise haben Rosa Luxemburg und Kurt Eisner die Novemberrevolution 1918 erlebt. Dabei waren sie nicht immer einer Meinung. Wo gab es Unterschiede, wo Gemeinsamkeiten und wie beeinflussten beide die Geschicke Bayerns und des Deutschen Reiches?

Julia Killet, München, Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern, promovierte zur Darstellung Rosa Luxemburgs in der Prosa, Plenum R

Riccardo Altieri, Potsdam, Historiker, schreibt eine Dissertation über Paul Frölich und Rosi Wolfstein, Autor von „Der Pazifist Kurt Eisner“, Kovač, 2015


Di, 27.11.2018, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Revolution auf dem Lande

Der Vortrag soll die Münchner*innen aus ihrer revolutionären Käseglocke holen. Revolution war in ganz Bayern. Es gab unterschiedliche Bedingungen und Ereignisse, die dargestellt und in ihren Auswirkungen eingeschätzt werden sollen.

Günter Baumgartner, Grafing, Autor von „Die bayerische Revolution 1918/19 in Stadt und Land“, Plenum R


Do., 29.11.2018, 19 Uhr 
Autorenlesung / Diskussion:
„Der Abend kommt so schnell. Münchens vergessene Revolutionärin Sarah Lerch“

„Für Sarah Sonja Lerch (1882-1918) geb. Rabinowitz ist der Frieden zum Greifen nah. Mit Kurt Eisner und anderen Pazifisten will sie im Januar 1918 nach vier entbehrungsreichen Jahren den Krieg beenden. Eisner und sie rufen den Generalstreik aus, doch die Aktivisten werden verhaftet. Ihr Ehemann sagt sich öffentlich von Sonja los. Er will seine berufliche Karriere nicht durch das skandalöse Benehmen seiner Gattin gefährden. Nur Fritzi, eine junge Munitionsarbeiterin, besucht die Gefangene. Sie will das Geheimnis der bewunderten Revolutionärin erfahren. Vor dem Leser enthüllt sich das tragische Leben einer Frau zwischen zwei Welten.“

Cornelia Naumann, München, Dramaturgin, Plenum R, AG Räte-Frauen im Plenum R und Autorin von „Der Abend kommt so schnell. Sonja Lerch – Münchens vergessene Revolutionärin“, Gmeiner, 2018


Sa, 01.12.2018, 14-17 Uhr
Revolutionswerkstatt:
Bairische Revolution in Stadt und Land

Der Fokus der Erforschung der bayrischen Revolution und Räterepublik 1918/19  richtet sich meist auf die zentralen Geschehnisse in München. Die Stadt München war zwar das Zentrum der revolutionären Umbrüche, allerdings können die Ereignisse hier nicht isoliert gesehen werden. In zahlreichen bayrischen Städten und Gemeinden (u.a. Rosenheim, Kolbermoor, Bad Aibling, Bruckmühl, Miesbach, Traunstein) bildeten sich Arbeiter- und Soldatenräte, deren Handeln in Wechselwirkung zu den Münchner Ereignissen stand. Bedeutende Akteur*innen der Rätezeit waren in der bayerischen Provinz aktiv und teilweise verlagerten sich Geschehnisse der Stadt München auch ins Umland. Die Werkstatt dient der gemeinsamen Vorbereitung der historischen Bayernkarte mit Ereignissen und Standpunkten der revolutionären Ereignisse in ganz Bayern.

Sebastian Zehetmair, Berlin/München, Historiker, promoviert zur „KPD in Bayern, 1919-1924“ an der Universität München und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Günter Baumgartner, Grafing, Autor von „Die bayerische Revolution 1918/19 in Stadt und Land“, Plenum R
Do, 06.12.2018, 19 Uhr


Autorenlesung / Diskussion / Musik:    
„Novemberlicht. Revolution in Bayern“ mit Liedern auf der Gitarre

„Im Winter 1918/19 taucht in Dachau ein geheimnisvoller junger Mann auf, der sich mit einigen gerade aus dem Krieg heimgekehrten Soldaten der Roten Garde anschließt. Zusammen mit ihnen zieht er nach München, wo er den Kampf um Giesing erlebt, mit ihnen flieht er vor der Verfolgung durch die siegreichen Regierungstruppen auf einen Einödhof in den Schlierseer Bergen. Dort verliebt er sich in eine Bauerntochter und will mit ihr eine Zukunft aufbauen. Doch seine Vergangenheit holt ihn ein: Mehrfach versucht man ihn zu töten….“

Leonhard Michael Seidl, Erding, freier Schriftsteller, Dramatiker und Autor von „Novemberlicht“, Bayerland, 2015


Di., 11.12.2018, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Das Frauenwahlrecht und noch viel mehr

Es ist kaum bekannt, dass Frauen 1918 nicht nur das Wahlrecht, sondern auch viele andere Verbesserungen ihrer Lebens- und Arbeitssituation forderten, wie. z.B. die gleichen Rechte in der Kindererziehung, die Aufhebung des Zölibats für weibliche Beamte und gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeitsleistung. Was wurde aus diesen Forderungen damals und wie sieht es mit der Gleichberechtigung heute aus?
Christiane Sternsdorf-Hauck, München, Autorin von „Brotmarken und Rote Fahnen – Frauen in der bayrischen Revolution und Räterepublik 1918/19“, Neuer ISP-Verlag, 2008, AG Räte-Frauen im Plenum R, Plenum R

Eva-Maria Volland, München, Lehrerin, Autorin, Plenum R, AG Räte-Frauen im Plenum R


Do., 13.12.2018, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Politisches Bewusstsein und Psychoanalyse seit 100 Jahren: Otto Gross

Der Psychiater und Psychoanalytiker Otto Gross aus Österreich war ein aktives Mitglied der sozialistisch-anarchistischen Bewegung und auch in literarische Kreise in der Wiener, Münchner, Berliner und Schweizer Boheme integriert. Von Sigmund Freud wurde er geschätzt und Erich Mühsam gehörte zu seinem Freundeskreis. Aufgrund verschiedener Affären wurde er auf Betreiben seines Vaters, des berühmten Strafrechtlers Hans Gross, in psychiatrischen Anstalten interniert, entmündigt, steckbrieflich gesucht und als Anarchist verhaftet. 1920 verstarb er unter ungeklärten Umständen. In seinen zahlreichen Schriften wird die Auseinandersetzung zur Psycho-Politik für uns eine  Anregung sein.

Fritz Letsch, München, Gestalttherapeut, Plenum R


Di., 18.12.2018, 19 Uhr

Vortrag / Diskussion:
Die Rolle des Bauernbundes

Das geniale an Eisners Umsturz, war nicht nur der Zug durch die Kasernen um die bewaffnete Macht auf seine Seite zu bringen, sondern auch der Schachzug durch das Bündnis mit dem Bauernbund zum einen die Ernährung Münchens sicher zu stellen und zum anderen auch eine politische Zustimmung in der Provinz zu erreichen. Doch wer war dieser Bayerische Bauernbund?

Günter Baumgartner, Grafing, Autor von „Die bayerische Revolution 1918/19 in Stadt und Land“, Plenum R


Do., 20.12.2018, 19 Uhr
Lesung mit Musik:
Sozialistische Weihnacht
Cornelia Naumann, begleitet vom Lindwurmensemble, liest kaum bekannte Weihnachtsmärchen von Kurt Eisner, Hermynia zur Mühlen, Kurt Tucholsky u.a.

Cornelia Naumann, München, Dramaturgin, Plenum R und Autorin von „Der Abend kommt so schnell. Sonja Lerch – Münchens vergessene Revolutionärin“, Gmeiner, 2018


Di., 22.01.2019, 19 Uhr

Vortrag / Diskussion:
Alltag und Erinnerung: Alte Mythen und neue Erkenntnisse zur Revolution 1918/19

Das Ausstellungsprojekt „Alltag und Erinnerung“ des Archivs der Münchner Arbeiterbewegung versucht, bislang weniger beachtete Aspekte des Revolutionsgeschehens  v. a. aus Sicht der „kleinen Leute“ auszuleuchten. Zugleich wird ein Blick auf die wechselvolle, bisweilen kuriose Bewertung und Vereinnahmung der Revolution gerichtet. Fragen, die die Ausstellung beantwortet, aber auch gestellt hat, stehen im Mittelpunkt des Vortrages.

Bernward Anton, Archiv der Münchner Arbeiterbewegung, promovierte zur Spaltung der bayerischen SPD im Ersten Weltkrieg


Do., 24.01.2019, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
„Hysterische Furien und schnatternde Gänse“. Die ersten Frauen im bairischen Parlament

Die ersten Frauen im bayrischen Parlament setzten sich couragiert für die Belange der Frauen ein. Es ging ihnen v.a. um Bildung, Gesundheit und soziale Themen, aber auch darum, einen neuen Ton einzubringen und die „Brutalität (zu) bekämpfen“, wie es Dr. Rosa Kempf formulierte. Dennoch: Sie waren eine kleine Minderheit und blieben Fremdkörper in der männlich dominierten Welt der Politik.

Karin Sommer, München, Kulturwissenschaftlerin, ehem. Kulturreferat und Villa Waldberta


Do., 29.01.2019, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Dunst, Gerüchte, Stimmungsmache - Wie unter der Regierung Eisner und während der Räterepubliken die bessere Propaganda siegte

Im Kampf um die Köpfe entscheidet der, der die kulturelle Hegemonie behauptet. Die Interessengruppen stehen fest. Die Durchsetzung ihrer Ziele hängt ab von den Methoden, mit denen sie operieren. Dabei müssen sie analysieren, ob sie Rückenwind oder Gegenwind haben und ob sie zur rechten Zeit am rechten Ort den rechten Ton finden. Freilich haben die, die traditionell auf finanzielle Ressourcen bauen können und die schon früher als politische Eliten galten, es leichter. Wenn sie dann noch mit subtilem Einfluss Stimmung machen, mit fake news arbeiten, wenn sie Gerüchte kolportieren, wenn sie niedrigste Instinkte ansprechen, dann gewinnen sie.

Günther Gerstenberg, München, Archiv der Münchner Arbeiterbewegung, Plenum R, Herausgeber von „Steckbriefe gegen Eisner, Kurt und Genossen wegen Landesverrates. Ein Lesebuch über Münchner Revolutionärinnen und Revolutionäre im Januar 1918“, Edition AV, 2017 und Autor von „Der kurze Traum vom Frieden. Ein Beitrag zur Vorgeschichte des Umsturzes in München 1918“, Edition AV, 2018.


Do., 07.02.2019, 19 Uhr
Vortrag/Diskussion:
Zustandekommen des Wittelsbacher Ausgleichsfond als Geheimfond

Der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt stellt der sogenannte Wittelsbacher-Ausgleichsfond eine in alle Ewigkeit munter sprudelnde Geldquelle für den bayerischen Adel dar. Er geht zurück auf die reaktionäre Politik im Bayern der 1920er Jahre nach der gescheiterten Räterepublik. Dazu liest Rudolf Stumberger aus seinem Buch München ohne Lederhosen – ein kritisch-alternativer Stadtführer 1918-1968.

Rudolf Stumberger, München, Autor von „München ohne Lederhosen – ein kritisch-alternativer Stadtführer 1918-1968“, Alibri, 2016 und „Das Raubtier und der rote Matrose – Orte und Ideologien der Revolution und Räterepublik 1918/1919“, Alibri 2018
Di., 12.02.2019, 19 Uhr


Filmabend:
„Rotmord“

Peter Zadeks Fernsehspiel nach Tankred Dorsts Theaterstück „Toller“ erzählt die Geschichte der Münchner Räterepublik. In ihrem Zentrum steht der Dichter Ernst Toller, der in der Münchner Räterepublik 1919 Vorsitzender des Zentralrats sowie Abschnittskommandant der „Roten Garde“ war und nach Zerschlagung der Räterepublik wegen Hochverrats zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt wurde. Für Tankred Dorst, der mit Zadek auch das Drehbuch des Films schrieb, ist Ernst Toller mehr als die Symbolfigur der Räterepublik: „Ich habe mich damals mit Toller identifiziert, wollte ihn aber auch kritisieren: Ein Dichter, der zu politischem Handeln gezwungen wird und scheitert.“

Regie: Peter Zadek, WDR 1969


Di., 19.2.2019, 19 Uhr
Lesung/Diskussion:
„Revolutionärinnen von A bis Z“ - Fiktives Streitgespräch zwischen Anita Augspurg und Clara Zetkin

„His-tory“ wird aus aktuellem Anlass ergänzt durch „Her-story“. Zwei mutige historische Frauen schauen zurück auf ihr Leben, ihr Engagement und ihre Kontroversen. Sie wissen aber auch genau, was heute passiert und appellieren an die junge Generation, sich politisch einzumischen, wenn der Frieden wieder in Gefahr ist, wenn Hass wieder Gewalt erzeugt und Frauen an den Rand gedrückt werden.

Sabine Bollenbach, München, Schauspielerin, Politologin

Heidi Meinzolt, München, Europakoordinatorin Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit, AG Räte-Frauen im Plenum R


Do., 14.03.2019, 19 Uhr
„Hundert Jahre später“ - Ausstellung zur Rezeption der Räterepublik in der bildenden Kunst
Vernissage und begleiteter Rundgang durch die Ausstellung
Die Ausstellung ist bis 23.05.2019 immer zu den Veranstaltungsterminen zu sehen.

Nach der Barbarei des 1.Weltkriegs wollten die Überlebenden aus den Schützengräben, mit ihnen die Millionen Kriegsgeschädigten unter Führung der organisierten Arbeiterschaft eine neue Gesellschaft aufbauen. Eine solche ohne die Herrschaft der Reichen, über die Brecht sagt: „Die Kapitalisten wollen keinen Krieg, sie müssen ihn wollen.“ Der Traum hat überlebt. Bilder, Impressionen von heute.

Carl Nissen, München, Künstler
Andreas Paul Schulz, Augsburg, Künstler
Günter Wangerin, München, Künstler


Di., 19.03.2019, 19 Uhr
Lesung / Diskussion:
Revolution! Was kümmern uns Frauen die alten Zöpfe?

Von den Revolutionärinnen Gabriele Kätzler und ihren Töchtern sowie von Hilde Kramer sind uns aus der Revolutionszeit wunderbare, engagierte Briefe erhalten. Die Frauen waren keine Eisners, Tollers, Mühsams. Noch nicht einmal deren Geliebte, Verwandte oder Sekretärinnen ... Insofern hatten sie kaum eine Chance, in die (männliche) Geschichtsschreibung einzugehen. Überliefert sind die Briefe in ¬Polizeiakten. Sie wurden von Sternsdorf-Hauck entdeckt, veröffentlicht und kommentiert.

Christiane Sternsdorf-Hauck, München, Autorin von „Brotmarken und Rote Fahnen – Frauen in der bayrischen Revolution und Räterepublik 1918/19“, Neuer ISP-Verlag, 2008, AG Räte-Frauen im Plenum R, Plenum R

Gesche Piening, München, Schauspielerin, Regisseurin, Feature-Autorin, www.geschepiening.de


Do., 21.03.2019, 19 Uhr
Lesung aus Protokollen der Räterepublik: „Waffen sind an der Garderobe abzugeben“. Im Rahmen der Ausstellung „Hundert Jahre später“

Wie schwer das scheinbar Einfache wie zB. das Erlernen des Aufrechten Ganges ist, zeigen die Protokolle der Räteversammlungen und der provisorischen Nationalversammlung. Hier wurde seit der gescheiterten Befreiungsversuche 80 Jahre vorher mühsam wieder versucht, zu einer offenen und verantwortungsvollen Form der Auseinandersetzung zu finden. Wie das nicht immer gelungen ist, lässt uns Heutige nicht nur schmunzeln, sondern kann auch für den aktuellen Diskurs durchaus hilf- und lehrreich sein.

Andreas Paul Schulz, Augsburg, Künstler


Di., 26.03.2019, 19 Uhr
Hörfunksendung mit Diskussion:
Das Leben der Hedwig Kämpfer (1889 - 1947) – Rätin, Richterin und USPD-Frau

Hedwig und Richard Kämpfer waren Mitbegründer der Münchner USPD. Hedwig Kämpfer war Mitglied des revolutionären Arbeiterrates, Mitgründerin des "Bundes sozialistischer Frauen", 1919–1924 Stadträtin für die USPD / SPD in München. Die Münchener Journalistin Mira Schnoor spürte dem Leben der fast vergessenen Politikerin, die im französischen Exil starb, nach. 1998 machte sie für den BR ein Feauture, für das sie u.a. mit Kämpfers Nichte ein Interview führte.
Mira Schnoor, München, Journalistin

Cornelia Naumann, München, Dramaturgin, Plenum R und Autorin von „Der Abend kommt so schnell. Sonja Lerch – Münchens vergessene Revolutionärin“, Gmeiner, 2018
Ort: Köşk, Schrenkstraße 8, 80339 München


Do., 28.3.2019, 19 Uhr
Lesung / Vortrag / Diskussion:
Frauen für Frieden 1919 – 2019 — vergebene Liebesmüh?!
1919 trafen sich Frauen, um Perspektiven für eine friedliche Nachkriegsordnung und zur Vermeidung künftiger Kriege zu entwickeln. 2019 analysieren Frauen immer noch und immer wieder Ursachen von Krieg und Gewalt und stemmen sich dagegen. Sie beteiligen sich an Verhandlungen - lokal, grenzüberschreitend, global. Was können sie bewirken? Wo stoßen sie an Grenzen und warum?

Heidi Meinzolt, München, Europakoordinatorin Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit, AG Räte-Frauen im Plenum R

Eva-Maria Volland, München, Lehrerin, Autorin, Plenum R, AG Räte-Frauen im Plenum R


Fr., 05.04.2019, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
"Wir Kommunisten sind alle Tote auf Urlaub". Eugen Leviné vor dem Münchner Standgericht

Eugen Leviné ist nicht nur für die historische Forschung, sondern auch als Referenzpunkt in der Auseinandersetzung mit neonationalistischen Allüren interessant. In Petersburg geboren und in Heidelberg aufgewachsen, war Levinés Tätigkeit stets grenzüberschreitend und beispielhaft für die Stärke politischer Hoffnungen auf Gerechtigkeit und Freiheit. Ausgehend von Levinés mutiger Verteidigungsrede vor dem Münchner Standgericht rekonstruieren wir Werk und Wirken des jungen Revolutionärs und Schriftstellers. Vorgestellt werden Levinés Lebensstationen, seine literarische Auseinandersetzung mit der Russischen Revolution von 1905 und sein Wandel vom Sozialrevolutionär zum Kommunisten.

Christian Dietrich, Frankfurt/O, Historiker, Autor von „Eugen Leviné. ‚Ich fühle russisch und denke jüdisch’“, Hentrich&Hentrich, 2017


Di., 09.04.2018, 19 Uhr 
Vortrag/Diskussion:
Mord in Gräfelfing

Im Dorf Gräfelfing wird erst im Februar 1919 auf Initiative des sozialdemokratischen Vereins ein Arbeiter-, Bauern- und Bürgerrat gewählt. Er kümmerte sich um Lebensmittel. Am 7. April wählen Arbeiter und Angestellte eines Großbetriebes einen Betriebsrat und etablieren eine Arbeiterwehr. Ende April errichtet die Rote Armee im Gemeindegebiet eine Verteidigungsstellung, die aber am 30.4.1919 angesichts der mit großer Übermacht näher kommenden Weißen Truppen geräumt wird. Am 1. Mai besetzt ein Württemberger Freikorps den Ort, rückt kampflos in Pasing ein und nimmt jedoch Quartier in Gräfelfing. In Pasing hatte man 53 Russen gefangen genommen, die im Lager Puchheim für die Rote Armee geworben worden waren. Sie wurden über Nacht eingesperrt und misshandelt - einer der Männer wurde erschossen. 52 Männer wurden vor ein irreguläres, improvisiertes Feldgericht gestellt und „nach kurzem Prozess“ am 2. Mai in einer Kiesgrube liquidiert — Der Mord wurde nie juristisch aufgearbeitet.

Dietrich Grund, Taufkirchen/ Unterhaching, Heimatforscher, Autor von „Revolution in Unterhaching 1918/19“ Online: www.dietrich-grund.de


Fr., 12.04.2019, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Die Rolle von Paul Frölich und Rosi Wolfstein in den Räterepubliken 1919

Als P. Werner verfasste Paul Frölich seine bedeutendste Schrift zur Münchner Räterepublik. Doch welche Rolle spielte er darin und wie stand er zu Eugen Leviné? Seine spätere Frau, Rosi Wolfstein, wirkte zeitgleich im Ruhrgebiet. Wie unterschied sich das Rätesystem dort vom bayerischen?

Riccardo Altieri, Potsdam, Historiker, schreibt eine Dissertation über Paul Frölich und Rosi Wolfstein, Autor von „Der Pazifist Kurt Eisner“, Kovač, 2015


Sa., 13.04.2019, 16 Uhr
Vortrag / Diskussion / Musik:
Räterepublik
Referent*in:  NN
Eine Veranstaltung der AG Denkmäler im Plenum R
Weitere Kooperationspartner: Freidenkerverband und Marx-Engels-Stiftung

  • Ort: Hofbräuhaus am Platzl, Platzl 9, 80331 München

So., 14.04.2019, 11-13 Uhr
Stadtrundgang:
Revolution und Räte in Baiern
Die geheime Thule-Gesellschaft und das rote Hauptquartier – Orte der Revolution und Räterepublik 1919
  
Das München der Revolution und Räterepublik ist überschaubar, geographisch gesehen. Der Rundgang beginnt am Sendlinger Tor Platz, dort wurde Kurt Eisner in einem Hotel verhaftet. Weitere Stationen: Eisner-Denkmal am Oberanger, Hofbräuhaus (Ausrufung der Räterepublik), Hotel Vier Jahreszeiten (Thule Gesellschaft), Promenadeplatz (Attentat auf Eisner), Prannerstraße (ehemaliger Landtag), Kultusministerium (Hoffmann, Landauer), Odeonsplatz (Ermordung Egelhofers), ehemaliges Kriegsministerium Ludwigstraße (Hauptquartier der Roten Armee)

  • Treffpunkt: Brunnen am Sendlinger-Tor-Platz, 80336 München.

Rudolf Stumberger, München, Autor von „München ohne Lederhosen – ein kritisch-alternativer Stadtführer 1918-1968“, Alibri, 2016 und „Das Raubtier und der rote Matrose – Orte und Ideologien der Revolution und Räterepublik 1918/1919“, Alibri 2018


Do., 02.05.2019, 17 Uhr
Ansprache von Siegbert Wolf (Frankfurt/M.) und Musikperformance:
„Die Trommel passt sich zornig an. Zum 100. Todestag von Gustav Landauer“
Die Musikperformance „Die Trommel passt sich zornig an“ setzt Landauers Theorie zur sozialen Revolution mit Sprecher und Trommler künstlerisch um. Teil 1: Zerstörung der alten Begrifflichkeit nach der Sprachtheorie von Fritz Mauthner. Teil 2: Kontemplative Innerlichkeit nach Meister Eckhart. 3. Teil: Dynamische Neukonstruktion in Unschärfen, Paradoxien und Widersprüchen.

  • Ort: Landauer-Denkmal, Waldfriedhof, Fürstenrieder Str. 288, 81377 München(bei Regen in der Sendlinger Kulturschmiede)

Oliver Augst, Ludwigshafen, Konzept, Komposition
Reto Friedmann, Neunkirch (CH), Konzept, Text
Jaap Achterberg, Schinznach Dorf (CH), Sprecher, Sänger
Jörg Fischer, Wiesbaden, Trommler
Dr. Siegbert Wolf, Frankfurt/M., Ansprache


Do., 02.05.2019, 20 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Gustav Landauer, Anarchist und Hochschulreformer

Seit den 1890er Jahren engagierte sich der libertäre Kulturphilosoph und Initiator zahlreicher anarchistischer Projekte Gustav Landauer (1870-1919) für die Gründung "Freier Schulen", Volkshochschulen und vor allem für die radikale Umgestaltung der Hochschulen (Stichwort: "Volks-Universitäten"). Ein Schwerpunkt von Landauers Tätigkeit in der ersten, einwöchigen bayerischen Räterepublik im April 1919 betraf - neben den Schulen und dem Theater - das Hochschulwesen. Für Gustav Landauer fokussierte sich die Universität auf eine "Gemeinschaft der Lernenden mit den Lehrenden", auf eine grundlegende Demokratisierung der Hochschule mit weit reichender studentischer Selbstverwaltung.

Siegbert Wolf, Frankfurt/M., Historiker, Politikwissenschaftler, Publizist. Herausgeber der Gustav Landauer Werkausgabe 2008-2016


Fr., 03.05.2019, 16 Uhr
Spaziergang:
100. Todestag von Rudolf Egelhofer

Die AG Denkmäler im Plenum R lädt zu einem Besuch des Grabes von Rudolf Egelhofer auf dem Nordfriedhof ein.
Referent*in: NN

  • Treffpunkt rechts von der Aussegnungshalle, Nordfriedhof, Ungererstraße 130, 80805 München

Do., 09.05.2019, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Albert Daudistel – Volkskommissar beim Zentralkommissariat für politisch Verfolgte und auswärtige Revolutionäre

Bevor er während der Münchner Räterepublik eine Rolle spielte, hatte Daudistel an verschiedenen Aktionen der Antikriegsbewegung Anteil. Nach der Niederschlagung der Räterepublik und während und nach seiner 5jährigen Haftzeit wurde er einer der ersten literarischen Chronisten dieser Epoche. Seiner Erfahrungen mit Verfolgungsdruck und politischem Engagement aus der Isolation heraus gewannen im isländischen Exil ab 1938 noch einmal neue Aktualität.

Jonas Bokelmann, München, schreibt eine Dissertation über Albert Daudistel, Plenum R


Di., 14.05.2019, 19 Uhr
Vortrag / Diskussion:
Otto Neurath und die Münchner Räterepublik. Zum Zusammenhang von Planwirtschaft und Bildpädagogik

Otto Neurath war von März bis Mai 1919 als Kriegswirtschaftsminister für die Erstellung eines zentralen Wirtschaftsplanes für Bayern verantwortlich, nach Verhaftung und Freilassung blieb er noch bis Februar 1920 in München, bevor er in seine Heimatstadt Wien zurückkehrte. Bekannt wurde er dort Mitte der 1920er Jahre durch die Entwicklung der sogenannten Wiener Methode der Bildstatistik, der Vorläuferin der heutigen Piktogramme. Der Vortrag legt die bis heute wenig bekannten Aktivitäten Neuraths während seiner Münchner Zeit dar und zeigt, wie Neuraths wirtschaftspolitische Überlegungen mit seinen bildpädagogischen Ambitionen zusammenhängen. Da Neurath außerdem mit dem Kunsthistoriker Franz Roh in Kontakt stand, soll auch danach gefragt werden, ob Neurath möglicherweise bereits in München Kontakte zu Künstlern wie Hans Richter, Franz Wilhelm Seiwert und anderen geknüpft hatte. Es soll damit auch das Bild korrigiert werden, Neuraths Münchner Aktivitäten wären nur ein kurzes politisches Intermezzo gewesen, das keine größeren Nachwirkungen auf sein späteres Schaffen gehabt habe.

Daniela Stöppel, München, Dozentin am Institut für Kunstgeschichte der LMU München, befasste sich in ihrer Dissertation "Visuelle Zeichensysteme" (2014) mit Leben und Werk Otto Neuraths


Do., 16.05.2019, 19 Uhr
Autorenlesung / Diskussion
„Der kurze Frühling der Räterepublik“

Vor hundert Jahren gelang einem behäbigen Völkchen am Rande der Alpen eine der wenigen erfolgreichen Revolutionen Deutschlands. Das Tagebuch der Bayerischen Räterepublik rekonstruiert das Geschehen anhand der Erlebnisse dreier revolutionärer Persönlichkeiten: Dem Anarchisten Erich Mühsam (Revolutionärer Arbeiterrat), der Kommunistin Hilde Kramer (KPD) und dem radikalen Sozialisten Ernst Toller (USPD).

Simon Schaupp, Basel, Soziologe, Autor von „Der kurze Frühling der Räterepublik“, Unrast, 2017


Di., 21.05.2019, 19 Uhr
Vortrag/Diskussion
Erinnerungskultur in München rund um die Räterepublik und Revolution

Man könnte in Bayern und in seiner Landhauptstadt stolz darauf sein, dass hier zwei Tage vor Berlin die Adels- und Militärdiktatur beendet und die Demokratie als „Freistaat Baiern“ ausgerufen wurden. Man könnte den Revolutionär und 1. Ministerpräsidenten des Freistaats, Kurt Eisner, mit einem nach ihm benannten zentralen Platz und Denkmal ehren. Stattdessen wird verdruckst und verdrängt.
Wie Demokratie-Geschichte erinnert, interpretiert und öffentlich präsentiert wird, daran ist die reale Verfassung einer Gesellschaft ablesbar.
Die teilweise absurde Geschichte der Erinnerung an den Beginn der Demokratie und an ihre Protagonist*innen seit 1919 bis heute wird in dem Vortrag anschaulich dargestellt. Welche Konsequenzen erben sich daraus? Welche Forderungen sind zu stellen?

Wolfram Kastner, München, Aktionskünstler, Kurt-Eisner-Kulturstiftung, Plenum R


Do., 23.05.2019, 19 Uhr
Vortrag/Diskussion
Lorenz Schott, Spartakist aus Obergiasing

Biographie eines Münchner Revolutionärs: Der rote Kommandant von Giesing
Nach 4 Jahren an der Westfront kommt der Dachdecker Lorenz Schott im Dezember 1918 zurück zu seiner Familie nach Giesing. Die Schuldigen für die gewaltigen Opfer und Leiden scheinen entmachtet. Die Revolution der Soldaten im November, angeführt von Kurt Eisner, hat die Monarchie gestürzt und das Militär in Bayern verdrängt. Doch die alten Mächte geben sich nicht geschlagen. Nach dem Mord an Eisner durch einen monarchistischen Offizier im Februar 1919, organisiert sich Schott in der neu gegründeten KPD, um die Revolution zu verteidigen. Er wird Obmann der KPD Sektion Giesing, dem lokalen Vollzugsorgan der Räterepublik. Durch den Oberkommandierenden der bayerischen Roten Armee Rudolf Egelhofer wird ihm auch das militärische Kommando über die „rote Hochburg“ übertragen. Ende April 1919 ziehen die Reste der alten Fronttruppen den Ring um München immer enger, um die Räterepublik zu zerschlagen. Lorenz Schott zieht noch einmal in die Schlacht.

Andreas Schober, München


Projektträger: Plenum R www.plenum-R.org
in Kooperation mit: Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung e.V. / Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern

Gefördert von: Landeshauptstadt München und Bezirksausschuss 6 Sendling

Herzlichen Dank für die Unterstützung an die Kulturschmiede Sendling e.V.

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news-38407 Thu, 08 Feb 2018 14:36:18 +0100 Bildungsreise nach Belgrad: Von wegen sicher https://www.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/JKE9C/von-wegen-sicher/ Das Konzept der «sicheren Herkunftsländer» am Beispiel Serbien. Bildungsreise nach Belgrad, vom 03. bis 07. September 2018  

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news-38027 Thu, 02 Nov 2017 18:27:43 +0100 Marx neu lesen: Das Kapital 2018 http://bayern.rosalux.de/news/id/38027/ JETZT ANMELDEN: Selbst 150 Jahre nach der Publikation hat Karl Marx‘ Hauptwerk „Das Kapital“ nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Noch immer bietet DAS KAPITAL herausragende und in ihrer Detailliertheit einzigartige Einblicke in die Bewegungen des Kapitalismus. Gerade in Zeiten von Neoliberalismus und dem damit verbundenen Aufstieg von rechtem Gedankengut lohnt daher ein erneuter Blick in Marx‘ Werk.

In diesem Lesekreis wollen wir gemeinsam den grundlegenden Thesen und Argumenten von Karl Marx nachgehen. Im Zentrum steht dabei der erste Band von „Das Kapital.“

Der Lesekreis richtet sich an interessierte Leser*innen mit und ohne Vorwissen, die bereit sind in der Diskussion mit den Teamer*innen die zentralen Gedanken von Karl Marx zu erarbeiten. Vorkenntnisse werden nicht verlangt. Die Teamer*innen, die durch die Lesekurse führen, geben keine allgemeingültige Interpretationsweise des Textes vor, vielmehr werden die Teilnehmer*innen mit den historisch und auch aktuell verschiedenen Lesarten des Textes vertraut gemacht.

Bevor wir uns jedoch Marx‘ bekanntestem Werk widmen, wollen wir in wenigen Sitzungen seinen Werdegang ins Auge fassen, durch den auch die für „Das Kapital“ zentralen Konzepte wie „historischer Materialismus“ oder „Ideologie“ geklärt werden können. Nach einer ausgiebigen Analyse von „Das Kapital“ wollen wir zudem noch einen kurzen Ausblick auf die Rezeptionsgeschichte dieses bahnbrechenden Werks anbieten.

  • ORT
    Kurt-Eisner-Verein, Westendstraße 19, 80339 München
  • ZEIT
    Februar bis Dezember 2018, alle zwei Wochen, donnerstags, 19-21 Uhr, der erste Termin ist der 15.02.2018 - Teilnahme ist kostenfrei.
  • TEAMER*INNEN

    Markus Faltermeier
    hat Philosophie und Geschichte an der LMU München studiert und unterrichtet dort als Lehrbeauftragter im Fach Philosophie

    Lisa Meinecke
    promoviert an der LMU München in den Feldern Kulturgeschichte und Wissenschaftsgeschichte.

Eine Anmeldung ist erforderlich unter:

Julia.Killet@rosalux.org/ 089-51996353
www.facebook.com/kurteisner.verein
www.twitter.com/EisnerVereinendstraße 19, 80339 München

Sitzung 1: Vorstellung, Marx Biografie, historische Rahmenbedingungen

Sitzung 2: Ausschnitte aus Die Deutsche Ideologie: Marx‘ Zurückweisung von Hegels Idealismus und die Konzeption des historischen Materialismus

Sitzung 3: Ausschnitte aus Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie

Sitzung 4: Das Kapital (mit Polylux)

Etc.

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news-37618 Tue, 18 Jul 2017 17:45:42 +0200 Stadtplan München: bairischen Revolution und Räterepublik http://bayern.rosalux.de/news/id/37618/ Historische Daten und Chronologie von 1918-1919 Das Plenum R gestatete in Kooperation mit dem KEV und dem Kulturreferat der Stadt München einen historischen Stadtplan mit den wichtigsten Daten der bairischen Revolution und Räterepublik. Die Karte kann ab sofort im Kurt-Eisner-Verein, Westendstraße 19, 80339 München, abgeholt werden. 

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news-37377 Wed, 24 May 2017 13:36:02 +0200 Seminarwochenende für junge politisch Aktive http://bayern.rosalux.de/news/id/37377/ Der Kurt Eisner Verein/Rosa Luxemburg Stiftung Bayern veranstaltet Ende Juni/Anfang Juli ein Seminarwochenende für junge politisch Aktive aus Bayern. In dem Seminar wollen wir uns drei Tage lang vor allem mit linker politischer Praxis beschäftigen und uns praktische Handwerkszeuge aneignen. Wer links ist, will etwas verändern. Aber dazu braucht es verschiedene Dinge. Zunächst ist da das Wissen über die Gesellschaft, die kritisiert wird und verändert werden soll. Man braucht Menschen, die links denken und motiviert sind, sich einzubringen, und sich dafür mit anderen zusammentun wollen. Die Lust daran, sich zu organisieren oder zu vernetzen und für bestimmte Ziele zu streiten, ist unverzichtbar.

Wichtig ist aber auch zu wissen, wie man auf andere Menschen zugeht, Veranstaltungen organisiert und Kampagnen plant. Wir laden euch zu einem  Seminarwochenende ein, an dem wir uns vor allem mit praktischen Handwerkszeugen auseinandersetzen wollen, damit wir gesellschaftliche Veränderung erfolgreich gestalten können. 

Wie argumentiere ich gegen Rechstpopulismus? Wie verhalte ich mich in Diskussionsrunden? Wie plane ich eine Kampagne? Über die drei Tage wollen wir uns unter anderem mit politischer Rhetorik, Macht und Kommunikation beschäftigen und in angenehmer Atmosphäre das neue Wissen einüben.

An dem Seminar können 25 Personen teilnehmen, wobei wir auf eine Geschlechterquotierung und eine regional gleichmäßige Verteilung der TeilnehmerInnen achten.

Bewerbt Euch jetzt für das für das «Seminarwochenende für junge politisch Aktive». Die Teilnahmegebühr beträgt 25 Euro. Bewerbungsschluss ist der 14. Juni 2017. Bitte schreibt uns in wenigen Zeilen, weshalb Ihr an dem Kurs teilnehmen wollt und wie Euer politisches Engagement aussieht. Am 16. Juni bekommt Ihr eine Antwort auf Eure Bewerbung.
Der Seminarort wird im Raum Nürnberg liegen. Seminartermin: Freitag 30. Juni ab 17 Uhr bis Sonntag 2. Juli um 16 Uhr

Weiter Informationen sowie Bewerbungen elektronisch oder per Post an
Kurt Eisner Verein - Rosa Luxemburg Stiftung Bayern | Niklas Haupt
Königstraße 95, 90762 Fürth, niklas.haupt@rosalux.org, Tel. 0911 76689900

Über die Bewerbungen entscheidet eine Auswahlkommission des Kurt Eisner Vereins - RLS Bayern.    

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news-14821 Mon, 08 May 2017 13:45:27 +0200 Neue Website Kurt Eisner - zum 150. Geburtstag http://bayern.rosalux.de/news/id/14821/ Am 14. Mai 2017 wäre der erste Ministerpräsident Bayerns, Kurt Einser, 150. Jahre alt geworden.  

Zu diesem Jubiläum präsentiert euch der Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung e.V. auf der neuen Website eine ausführliche Übersicht rund um die historische Persönlichkeit Kurt Eisner.


Die Seite
www.by.rosalux.de/kurt-eisner/  informiert über:

 

  •       Lebensdaten und Bilder
  •       Eisners Forderungen
  •       Material zu Eisner
  •       Orte in München

Darüber hinaus möchten wir auf zwei aktuelle Veranstaltungen zum Thema hinweisen:

Politische Kunst-Aktion zum 150. Geburtstag von Kurt Eisner. 14. Mai 2017, 15 Uhr, Bavaria, Theresienwiese.
Weitere Infos unter: www.by.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/H21ME/kurt-eisners-150-geburtstag/
 

Ausstellung im Münchner Stadtmuseum: "Revolutionär und Ministerpräsident Kurt Eisner 1867-1919".
Weitere Infos unter: www.muenchner-stadtmuseum.de/sonderausstellungen/revolutionaer-und-ministerpraesident-kurt-eisner-1867-1919.html (Kontakt: stadtmuseum@muenchen.de)

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news-14653 Wed, 29 Mar 2017 16:13:58 +0200 Perspektiven auf den NSU-Komplex http://bayern.rosalux.de/news/id/14653/ Veranstaltungsreihe von April bis Juli 2017 in Nürnberg

Im Gedenken an Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Yunus Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat, Michéle Kiesewetter.

Ankündigungs-Jingle von Radio-Z

Flyer zur Veranstaltungsreihe

Im November 2011 wurde bekannt, dass Neonazis über ein Jahrzehnt hinweg Banken ausraubten, Bombenanschläge verübten und mindestens zehn Menschen ermordeten. Glaubt man der Bundesanwaltschaft steht seit über vier Jahren, mit der einzigen Überlebende des «Nationalsozialistischen Untergrundes» (NSU) und vier Unterstützern, das gesamte NSU-Netzwerk in München vor Gericht. Das Ende des NSU-Strafprozesses ist mittlerweile absehbar, die von Angela Merkel 2011 versprochene Aufklärung dagegen nicht. Sowohl der NSU-Prozess als auch die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse haben mehr Fragen als Antworten aufgeworfen.

Mit dieser sechsteiligen Veranstaltungsreihe sollen die verschiedenen Perspektiven auf den NSU-Komplex beleuchtet werden. Alle Vorträge finden im Nürnberger Stadtteilzentrum Desi statt und werden vom lokalen, alternativen Radiosender Radio Z (95,8 Mhz) aufgenommen und in Auszügen gesendet. Infos dazu findet ihr unter www.by.rosalux.de/nsunuernberg oder www.radio-z.net

Eine Veranstaltungsreihe der Rosa-Luxemburg-Stifung Bayern - Kurt Eisner Verein, der Desi Nürnberg und Radio Z.

Die Veranstaltungsreihe:

Während der Veranstaltungsreihe findet vom 17.-21. Mai 2017 in Köln das Tribunal «NSU-Komplex auflösen» statt. In Workshops, Veranstaltungen und Diskussionen wird sich über mehrere Tage aus der Perspektive der Betroffenen mit dem NSU-Komplex beschäftigt und eine eigene Anklage und Forderungen formuliert. Mehr Infos auf: www.nsu-tribunal.de

Einlassvorbehalt gültig für alle Veranstaltungen dieser Reihe
Die Veranstalter behalten sich gem. § 6 VersG /Art. 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der extremen rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den Veranstaltungen zu verwehren.

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news-14586 Sun, 19 Mar 2017 17:38:47 +0100 RevolutionsWERKSTATT - Die bairische Revolution und Räterepublik 1918/19 http://bayern.rosalux.de/news/id/14586/ Historische Information, politische Diskussion, kreative Aktion (16. Januar bis 24. Februar)

Mit Film-, Vortragsabenden und einer gemeinsamen Werkstatt soll die Zeit der bayerischen Revolution und Räterepublik auf eine lebendige Art und Weise präsentiert und diskutiert werden. Veranstaltet vom Plenum R in Kooperation mit KEV und dem Kulturreferat der Stadt.

Die Revolutionswerkstatt richtet sich an Interessierte, die sich an einer aktiven Erinnerungskultur beteiligen wollen. Ziel ist die gemeinsame Erstellung eines „Revolutionskalenders“ und einer „Revolutionskarte“ für München und Bayern. Die gemeinsame kreative Arbeit dient als Vorarbeit für weitere Erinnerungsprojekte „100 Jahre Revolution und Räterepublik in München“ in den Jahren 2018/2019.

Alle Veranstaltungen finden statt in der: 

Sendlinger Kulturschmiede e.V. 
Daiserstraße 22
81371 München 


Weitere Informationen zu dem Jubiläum 100 Jahre Revolution: klick hier

Programm:

Mo, 16.1., 19 Uhr, Kurt Eisner. Politisch verfolgter Jude und erster Ministerpräsident des Freistaats Bayern

Prof. Frank Jacob, Würzburg / New York. Herausgeber des Nachlasses von Kurt Eisner im Auftrag der Rosa Luxemburg Stiftung. Mitherausgeber „Kurt Eisner: Gefängnistagebuch“, Metropol, 2016

Riccardo Altieri, Würzburg, Johanna Stahl Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken. Autor Der Pazifist Kurt Eisner, Kovač, 2015

Mi, 18.1., 19 Uhr, Die Wandervogelbewegung und ihr Einfluss auf die bairische Revolution

Der Wandervogel gründete sich als progressive Jugendbewegung um die Jahrhundertwende. Er ermöglichte es erstmals auch Mädchen und Volksschülern, an gemeinsamen Wanderausflügen teilzunehmen. Im Wandervogel versammelten sich Lebensreformer, Reformpädagogen, Demokraten, Anarchisten und Kommunisten. 

Fritz Letsch, München, Das andere Bayern e.V.

Do, 19.1., 19 Uhr, Sarah Sonja Lerch und die Januarstreiks 1918

Günther Gerstenberg (Archiv der Münchner Arbeiterbewegung e.V.) berichtet von den Streiks, die der Räterepublik voran gingen. Die Autorin und Dramaturgin Cornelia Naumann referiert über die bisher unbekannte "russische Steppenfurie" Sarah Sonja Lerch, die an der Seite Kurt Eisners kämpfte und sich in Stadelheim das Leben nahm. 

Do, 26.1., 19 Uhr, Film Rotmord
Fernsehspiel nach Tankred Dorst zum Theaterstück Toller
Regie: Peter Zadek, WDR 1969

Fr, 27.1., 19 Uhr, Frauen in der Revolution und Räterepublik. Ist die Revolution weiblich?

„Gesprungen & gejubelt haben wir, in die Arme sind wir uns gefallen in jener Nacht.“ (Hilde Kramer, 18 Jahre, über die Revolutionsnacht vom 7.11.1918 in München).

Die revolutionäre Begeisterung unter den Frauen ist groß – aber was hat sie gebracht außer dem Frauenwahlrecht? Welche Utopien hatten diese Frauen? Und welche haben wir heute? Und: Wen interessiert das überhaupt, damals wie heute…?

Christiane Sternsdorf-Hauck, Autorin von „Brotmarken und Rote Fahnen – Frauen in der bayrischen Revolution und Räterepublik 1918/19.“, neuer ISP-Verlag, 2008

Marta Reichenberger, Autorin und ehem. Geschäftsführerin des Kulturzentrum Milbertshofen

Sa, 28.1., 14 Uhr, WERKSTATT
München in Revolution und Rätezeit

Mi, 1.2., 19 Uhr, Die Wittelsbacher und die Revolution

Der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt stellt der sogenannte Wittelsbacher-Ausgleichsfond eine in alle Ewigkeit munter sprudelnde Geldquelle für den bayerischen Adel dar. Er geht zurück auf die reaktionäre Politik im Bayern der 1920er Jahre nach der gescheiterten Räterepublik. Dazu liest Dr. Rudolf Stumberger aus seinem Buch München ohne Lederhosen – ein kritisch-alternativer Stadtführer 1918-1968.

Do, 2.2., 19 Uhr, Die Revolution der Literaten

Lesungsabend mit einer Collage aus Ausschnitten und Zitaten von Zeitgenossen, die die Revolutionszeit persönlich erlebt haben - darunter Literaten wie Toller, B. Traven, Heinrich Mann u.v.a., aber auch Journalisten oder private Tagebuch-Verfasser.

Robert Hültner, Kriminalbuch-Autor von Inspektor Kajetan und Radio-Tatort im BR.

Ulrich Bardelmeier, Sprecher des PlenumR – Revolution und Rätedemokratie

Sa., 4.2., 14 Uhr, WERKSTATT
Bayern in Revolution und Rätezeit

Mi, 8.2., 19 Uhr, Von der Russischen zur Deutschen Revolution

Die Oktoberrevolution im Russland des Jahres 1917 veränderte die Welt und stand am Anfang einer Welle von Aufständen, Revolten und Revolutionen, die ganz Europa am Ende des Ersten Weltkriegs ergriffen. Welchen Einfluss hatte die Russische Revolution auf die Novemberrevolution von 1918 und deren Akteure?

Dr. Marcel Bois, Hamburg, Historiker, Autor von Kommunisten gegen Hitler und Stalin. Die linke Opposition der KPD in der Weimarer Republik. Eine Gesamtdarstellung, Klartext 2014. 

Do, 9.2., 19 Uhr, Gründung und Politik der KPD in Bayern 1919

Sebastian Zehetmair, Berlin/München, Historiker, promoviert zur „KPD in Bayern, 1919-1924“ an der Universität München und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. 

Sa, 11.2., 14 Uhr, KalenderWERKSTATT

Mo, 12.2., 19 Uhr, Filmabend: Es geht durch die Welt ein Geflüster
Dokumentarfilm über die Münchner Revolution und Räterepublik 1918/19
Mit der Autorin und Regisseurin Ulrike Bez

Mo, 13.2., 19 Uhr, „Hier Revolution! Wer dort?“ – Gustav Landauer, Erich Mühsam und der Anarchismus

Landauer und Mühsam gehören bis heute zu den bedeutendsten Anarchisten im deutschsprachigen Raum. Vorgestellt wird das Engagement der beiden Revolutionäre und ihr Anarchismus-Verständnis jenseits von Zentralstaat und Kapitalismus samt Gegenwartsbezug.

Dr. Siegbert Wolf, Historiker, Politikwissenschaftler, Publizist. Herausgeber der Gustav Landauer Werkausgabe 2008-2016.

Dr. Peter Seyferth, München, Philosoph, Politikwissenschaftler, Punk.

Mi, 15.2., 20 Uhr, Autorenlesung mit Klaus Kordon: Die roten Matrosen

November 1918: Nach vier Jahren Weltkrieg verweigern die Matrosen der kaiserlichen Marine in Kiel den Befehl zum Auslaufen und kommen nach Berlin. Die Jungen Helle und Fritz freunden sich mit den meuternden Matrosen an, erleben die Revolution mit, den Sieg, die Niederlage. Eine ganze Mietskaserne in Berlins ärmster Gegend wird lebendig.

Vielfach ausgezeichneter Roman von 1984; aktuelle Auszeichnung: Frankfurter Buchmesse 2016: Sonderpreis des Deutschen Jugend-Literaturpreises; die Jury würdigte damit sein Gesamtwerk der Kinder- und Jugendliteratur.

Do, 16.2., 20 Uhr, Die SPD in der Revolution 1918/19 - Die SPD heute in Anbetracht von Neoliberalismus und Rechtspopulismus."

Eine Gesprächsrunde mit Florian von Brunn, Mitglied des Landtags (SPD) und Gästen

Mo, 20.2., 19 Uhr, Ernst Toller: Expressionismus und Revolution

Wolf-Dieter Krämer (Archiv der Münchner Arbeiterbewegung e.V.) berichtet über das Thema Rätedemokratie im Leben und den Werken von Ernst Toller. Das erste Drama Tollers Die Wandlung handelt von  Krieg und Pazifismus. Die im Gefängnis geschriebenen expressionistischen Dramen wie z.B. Masse Mensch thematisieren seine Erfahrungen der Revolutionszeit mit ihren Wirkungen der damaligen Gegenwart – bis in unsere  Gegenwart?

Di, 21.2., 19 Uhr, Revolution und Räterepublik in der städtischen Erinnerungspolitik

Dr. Sabine Schalm, Kulturreferat der Stadt München
Dr. Bernhard Schneider, Kulturreferat der Stadt München

Fr, 24.2., 15 Uhr, WERKSTATT Utopien für eine bessere Gesellschaft

Projektträger: Plenum R www.plenum-R.org
in Kooperation mit: Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung e.V. / Rosa-Luxemburg-Stiftung 

Gefördert von: Landeshauptstadt München und Bezirksausschuss 6 Sendling

Herzlichen Dank für die Unterstützung an die Kulturschmiede Sendling e.V.

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news-9076 Tue, 06 Sep 2016 12:18:00 +0200 Von wegen sicher! http://bayern.rosalux.de/news/id/9076/ Bericht vom Protestcamp gegen ein Abschiebelager in Bamberg im August 2016.

Monatelang plante ein breites Bündnis aus linken, antirassistischen Organisationen ein Protestcamp gegen ein sogenanntes Abschiebelager vom 4. bis 7. August. Der Kurt Eisner Verein – Rosa Luxemburg Stiftung Bayern beteiligte sich in der Form eines umfangreichen Veranstaltungsprogramms an dem antirassistischen Camp. Zwar hat die Stadt Bamberg durch eine Blockadehaltung und zahlreiche Einschränkungen das Protestcamp in der ursprünglich geplanten Form verhindert, dennoch fanden die Proteste und auch das Bildungsprogramm in kleinerem Umfang statt.

Am Donnerstag den 4. August begann das Begleitprogramm zum Protestcamp mit einem Beitrag von Bernhard Baudler von der GEW, der über das sogenannte bayerische Integrationsgesetz informierte, welches vielmehr einem Ausgrenzungsgesetz gleichkomme. Der CSU ginge es mit dem Gesetz nicht um die Integration von Flüchtlingen sondern um Stimmungsmache und einen vermeintlich notwendigen den Schutz der bayerischen »Leitkultur« vor MigrantInnen. So soll »Jeder Einzelne […] zur Loyalität gegenüber Volk und Staat verpflichtet« werden. Eine solche gesetzliche Verpflichtung richtet sich nach Auffassung der GEW gegen eine offene Gesellschaft, gegen Zivilgesellschaft und Pluralismus. 

Besonders erfreulich war der Besuch von Dejan Marković aus Belgrad, einem Roma-Aktivisten des Forum Roma Srbije, der auf Einladung des Kurt Eisner Verein nach Bamberg kam. Er berichtete während der Camptage in mehreren Beiträgen über die politische, soziale und ökonomische Situation von Roma in Serbien – einem der vermeintlich sicheren Herkunftsländer. Zunächst hielt Dejan allerdings am Donnerstagabend einen Vortrag in Regensburg. Dort hatten Anfang Juli mehrere Dutzend Geflüchtete – vor allem aus den Ländern des Balkan – zunächst den Regensburger Dom und dann ein naheliegendes Pfarramt besetzt um gegen ihre geplanten Abschiebungen zu protestieren, bevor am 8. August die letzten BesetzerInnen durch die Polizei geräumt wurden. Nach der Veranstaltung mit circa 20 Personen, stattete Dejan den Geflüchteten im Pfarramt auch einen kurzen Besuch ab, um dann anschließend nach Bamberg weiterzufahren. Dort reisten am Freitag noch zahlreiche AktivistInnen an und konnten unter anderem eine Veranstaltung mit Gökay Akbulut von der Rosa Luxemburg Stiftung über die Situation von MigrantInnen und Flüchtlinge im deutschen Schulsystem sowie einen Workshop von Aktiven aus der Flüchtlingsunterstützungsorganisation Freund statt fremd Bamberg über die Bedingungen in dem Abschiebelager besuchen.

Am Abend fand dann eine Podiumsveranstaltung unter dem Titel »Solidarität und Widerstand vs. Ausgrenzung und Abschiebung – Podiumsveranstaltung zur aktuellen Verschärfung der Politik gegen Geflüchtete und Perspektiven antirassistischen Widerstands dagegen« mit über 150 TeilnehmerInnen statt. Gisela Seidler, Rechtsanwältin für Asyl- und Ausländerrecht, je ein Aktivist der Interventionistischen Linken und der Geflüchteten-Selbstorganisation Alle Bleiben sowie Dejan Markovic legten ihre Einschätzungen der momentanen migrationspolitischen Situation dar. Alle ReferentInnen zeichneten ein eher düsteres Bild; dem gesellschaftlichen Rechtsruck und den ständig neuen Verschärfungen des Asylrechts kann kaum massenwirksamer Widerstand entgegengestellt werden. Dennoch konnten den TeilnehmerInnen kleinere erfolgreiche Beispiele genannt werden, in denen es durchaus geschafft wurde, Erfolge zu erringen oder gesellschaftlich wirkmächtig zu werden. Insgesamt zeigte die Podiumsdiskussion zum einen, die Notwendigkeit der Vernetzung verschiedener gesellschaftlicher Initiativen und zum anderen, in kleineren aber dafür erfolgreichen Schritten zu denken, um eine breitere Wirksamkeit und antirassistische Perspektive zu entwickeln.

Nachdem am Samstag mehrere kleinere Workshops und eine große Demonstration gegen Abschiebelager und Ausgrenzung stattfanden, referierte Dejan am Abend vor gut 100 ZuhörerInnen in der Nähe des Abschiebelagers über die Situation der Roma in Serbien. Eindrucksvoll vermittelte er die verheerenden Lebensbedingungen der Roma in einem von Deutschland als sicherem Herkunftsstaat eingestuften Land. Die überwiegende Mehrheit der Roma ist von Arbeitslosigkeit betroffen und gezwungen in Wohnsiedlungen mit miserablen strukturellen und hygienischen Zuständen zu leben. Gesundheitliche Versorgung und eine höhere schulische Bildung sind für fast alle Roma nicht erreichbar. Zudem sind sie mit institutioneller Diskriminierung und teils gewalttätigen Übergriffen auf ihre Minderheit konfrontiert. In der an den Vortrag anschließenden Diskussion beteiligten sich auch zahlreiche Geflüchtete aus dem Abschiebelager in Bamberg, die von Verfolgung und Ausgrenzung in ihren Herkunftsländern berichteten. Die Veranstaltung verdeutlichte nochmals, dass es sich bei den Einstufungen diverser Länder als sicher Herkunftsstaaten um politische Entscheidungen handelt, die nichts mit der Lebensrealität der Geflüchteten aus diesen Ländern zu tun haben. So sind Roma weder und in ihren Herkunftsländern sicher und durch die Regelung der »sicheren Herkunftsstaaten« leider auch nicht in Deutschland. Vielmehr sind sie hier gezwungen, ohne Arbeitserlaubnis und mit der täglichen Angst vor der Abschiebung, in Lagern zu leben.

Insgesamt konnten während der vier Tage in Bamberg in über ein Dutzend Veranstaltungen verschiedene Bereiche des Themas Migration beleuchtet und zu einer Vernetzung zwischen AktivistInnen untereinander sowie mit Geflüchteten beigetragen werden. Der Kurt Eisner Verein – Rosa Luxemburg Stiftung Bayern bedankt sich bei dem Bündnis Solidarity4all für die fruchtbare Zusammenarbeit und allen, die zum Gelingen des Bildungsprogramms beigetragen haben. Ein besonderer Dank gilt allen ReferentInnen, die trotz der durch die Stadt in den Weg gelegten Steine unkompliziert und spontan auf die neue und teils unklare Situation reagiert haben, wie auch dem Belgrader Büro der Rosa Luxemburg Stiftung, welches die Reise von Dejan Marković im Rahmen des Projekts »Safe for whom?« ermöglicht hat.

Ein offener Brief des Bündnisses Solidarity4all als auch Hintergründe des Protestcamps können hier nachgelesen werden:
http://protestcamp-bamberg.antira.info/aufruf/
http://protestcamp-bamberg.antira.info/files/2016/08/Offener-Brief-Solidarity4all.pdf

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news-8775 Tue, 22 Mar 2016 19:14:00 +0100 Weder Anmut gespart noch Mühe: Pietsch/Reumschüssel mit „Brecht und die DDR“ http://bayern.rosalux.de/news/id/8775/ Da müsste man lange suchen und würde dann sehr wahrscheinlich zu dem Ergebnis kommen: Mit solch sorgfältiger Recherche, mit derartig intelligenter Präsentation, mit dieser Variationsbreite, mit vergleichbarer Intensität der Darstellung, mit einem so hochkarätigen Unterhaltungs- und Bildungswert dürfte es derzeit kein zweites Brecht-Interpretinnen-Duo geben. Von Michael Friedrichs

Im letzten Jahr zeigten Gina Pietsch und ihre Pianistin Christine Reumschüssel im überfüllten Augsburger Brechthaus – eingeladen vom Kurt-Eisner-Verein – ihr 15. Programm, „My best of BB“ (3gh 4/2015). Diesmal  schneiderten sie, auch mit Anregungen von Werner Hecht, ein 19. Programm extra für das Augsburger Festival zum Thema „Brecht und die DDR“, und zwar unter dem Stichwort „Um uns selber müssen wir uns selber  kümmern“. Dieser Satz war aus SED-Sicht eine weitere subversive Formulierung von diesem Brecht, der ja auch schrieb, „kein Führer führt aus dem Salat“, ausgerechnet in seinem „Aufbaulied der FDJ“ (1948), wo sich doch die Partei als nahezu unfehlbare Führung betrachtete.

Man kann sich jahrelang mit Brecht befasst haben – die Pietsch präsentiert einem immer noch Sachen, die man nicht kennt und die brillant sind, diesmal z.B. „Willem hat ein Schloss“ (zu Wilhelm Pieck), „Père Josèphe“ (aus den „Tagen der Kommune“, „Das Fischweib“ (aus „Die Verurteilung des Lukullus“), oder „Wie der Wind weht“, geschrieben zum Geburtstag von Ernst Bloch.

Zwischen die Lieder werden Gedichte oder kurze Prosapassagen gestreut, oder auch Satz 1 bis 4 aus Christine Reumschüssels prägnant akzentuierter „Kümmer-Suite in 4 kurzen Sätzen“. Eine wichtige Rolle kommt bei diesem Programm erwartungsgemäß den Buckower Elegien zu. „Im Blumengarten“ wird gesungen, anderes wird rezitiert, und man erhält so ein sehr plastisches Bild von Brechts schwieriger Position in der DDR. Das Konzert endet mit der „Kinderhymne“, aber – keine Überraschung – es endet natürlich noch nicht gleich, sondern erst nach zwei Zugaben, „Friedenslied“ und – als „kulinarisches“ Dessert angeboten, der „Seeräuber-Jenny“. Und bei diesem Finale furioso merkt man noch einmal die individuelle Klasse der Darbietung: Wie sie die Handlungs-Strophen und den Refrain stimmungsmäßig von einander absetzt, die Handlung zügig und derb berichtend, die Wunschvorstellung vom Schiff mit acht Segeln dagegen süß romantisch verklärt – so hat man das noch nicht gehört.

Am 7. Juli kommen die beiden übrigens wieder ins Brechthaus mit ihrem 14. Programm zum grünen Brecht: „Zum Beispiel das Gras“. Die Vorfreude ist schon angelaufen.

Erstveröffentlichung: Dreigroschenheft

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