Aktuelle Nachrichten http://www.by.rosalux.de/ Hier finden Sie unsere aktuellen Nachrichten. de Copyright Sun, 23 Apr 2017 08:39:15 +0200 Sun, 23 Apr 2017 08:39:15 +0200 TYPO3 Aktuelle Nachrichten http://www.by.rosalux.de/fileadmin/sys/resources/images/dist/logos/logo_rss.jpg http://www.by.rosalux.de/ 144 109 Hier finden Sie unsere aktuellen Nachrichten. news-14653 Wed, 29 Mar 2017 16:13:58 +0200 Perspektiven auf den NSU-Komplex http://www.by.rosalux.de/news/id/14653/ Veranstaltungsreihe von April bis Juli 2017 in Nürnberg

Im Gedenken an Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Yunus Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat, Michéle Kiesewetter.

Ankündigungs-Jingle von Radio-Z

Flyer zur Veranstaltungsreihe

Im November 2011 wurde bekannt, dass Neonazis über ein Jahrzehnt hinweg Banken ausraubten, Bombenanschläge verübten und mindestens zehn Menschen ermordeten. Glaubt man der Bundesanwaltschaft steht seit über vier Jahren, mit der einzigen Überlebende des «Nationalsozialistischen Untergrundes» (NSU) und vier Unterstützern, das gesamte NSU-Netzwerk in München vor Gericht. Das Ende des NSU-Strafprozesses ist mittlerweile absehbar, die von Angela Merkel 2011 versprochene Aufklärung dagegen nicht. Sowohl der NSU-Prozess als auch die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse haben mehr Fragen als Antworten aufgeworfen.

Mit dieser sechsteiligen Veranstaltungsreihe sollen die verschiedenen Perspektiven auf den NSU-Komplex beleuchtet werden. Alle Vorträge finden im Nürnberger Stadtteilzentrum Desi statt und werden vom lokalen, alternativen Radiosender Radio Z (95,8 Mhz) aufgenommen und in Auszügen gesendet. Infos dazu findet ihr unter www.by.rosalux.de/nsunuernberg oder www.radio-z.net

Eine Veranstaltungsreihe der Rosa-Luxemburg-Stifung Bayern - Kurt Eisner Verein, der Desi Nürnberg und Radio Z.

Die Veranstaltungsreihe:

Während der Veranstaltungsreihe findet vom 17.-21. Mai 2017 in Köln das Tribunal «NSU-Komplex auflösen» statt. In Workshops, Veranstaltungen und Diskussionen wird sich über mehrere Tage aus der Perspektive der Betroffenen mit dem NSU-Komplex beschäftigt und eine eigene Anklage und Forderungen formuliert. Mehr Infos auf: www.nsu-tribunal.de

Einlassvorbehalt gültig für alle Veranstaltungen dieser Reihe
Die Veranstalter behalten sich gem. § 6 VersG /Art. 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der extremen rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den Veranstaltungen zu verwehren.

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news-14586 Sun, 19 Mar 2017 17:38:47 +0100 RevolutionsWERKSTATT - Die bairische Revolution und Räterepublik 1918/19 http://www.by.rosalux.de/news/id/14586/ Historische Information, politische Diskussion, kreative Aktion (16. Januar bis 24. Februar)

Mit Film-, Vortragsabenden und einer gemeinsamen Werkstatt soll die Zeit der bayerischen Revolution und Räterepublik auf eine lebendige Art und Weise präsentiert und diskutiert werden. Veranstaltet vom Plenum R in Kooperation mit KEV und dem Kulturreferat der Stadt.

Die Revolutionswerkstatt richtet sich an Interessierte, die sich an einer aktiven Erinnerungskultur beteiligen wollen. Ziel ist die gemeinsame Erstellung eines „Revolutionskalenders“ und einer „Revolutionskarte“ für München und Bayern. Die gemeinsame kreative Arbeit dient als Vorarbeit für weitere Erinnerungsprojekte „100 Jahre Revolution und Räterepublik in München“ in den Jahren 2018/2019.

Alle Veranstaltungen finden statt in der: 

Sendlinger Kulturschmiede e.V. 
Daiserstraße 22
81371 München 


Weitere Informationen zu dem Jubiläum 100 Jahre Revolution: klick hier

Programm:

Mo, 16.1., 19 Uhr, Kurt Eisner. Politisch verfolgter Jude und erster Ministerpräsident des Freistaats Bayern

Prof. Frank Jacob, Würzburg / New York. Herausgeber des Nachlasses von Kurt Eisner im Auftrag der Rosa Luxemburg Stiftung. Mitherausgeber „Kurt Eisner: Gefängnistagebuch“, Metropol, 2016

Riccardo Altieri, Würzburg, Johanna Stahl Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken. Autor Der Pazifist Kurt Eisner, Kovač, 2015

Mi, 18.1., 19 Uhr, Die Wandervogelbewegung und ihr Einfluss auf die bairische Revolution

Der Wandervogel gründete sich als progressive Jugendbewegung um die Jahrhundertwende. Er ermöglichte es erstmals auch Mädchen und Volksschülern, an gemeinsamen Wanderausflügen teilzunehmen. Im Wandervogel versammelten sich Lebensreformer, Reformpädagogen, Demokraten, Anarchisten und Kommunisten. 

Fritz Letsch, München, Das andere Bayern e.V.

Do, 19.1., 19 Uhr, Sarah Sonja Lerch und die Januarstreiks 1918

Günther Gerstenberg (Archiv der Münchner Arbeiterbewegung e.V.) berichtet von den Streiks, die der Räterepublik voran gingen. Die Autorin und Dramaturgin Cornelia Naumann referiert über die bisher unbekannte "russische Steppenfurie" Sarah Sonja Lerch, die an der Seite Kurt Eisners kämpfte und sich in Stadelheim das Leben nahm. 

Do, 26.1., 19 Uhr, Film Rotmord
Fernsehspiel nach Tankred Dorst zum Theaterstück Toller
Regie: Peter Zadek, WDR 1969

Fr, 27.1., 19 Uhr, Frauen in der Revolution und Räterepublik. Ist die Revolution weiblich?

„Gesprungen & gejubelt haben wir, in die Arme sind wir uns gefallen in jener Nacht.“ (Hilde Kramer, 18 Jahre, über die Revolutionsnacht vom 7.11.1918 in München).

Die revolutionäre Begeisterung unter den Frauen ist groß – aber was hat sie gebracht außer dem Frauenwahlrecht? Welche Utopien hatten diese Frauen? Und welche haben wir heute? Und: Wen interessiert das überhaupt, damals wie heute…?

Christiane Sternsdorf-Hauck, Autorin von „Brotmarken und Rote Fahnen – Frauen in der bayrischen Revolution und Räterepublik 1918/19.“, neuer ISP-Verlag, 2008

Marta Reichenberger, Autorin und ehem. Geschäftsführerin des Kulturzentrum Milbertshofen

Sa, 28.1., 14 Uhr, WERKSTATT
München in Revolution und Rätezeit

Mi, 1.2., 19 Uhr, Die Wittelsbacher und die Revolution

Der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt stellt der sogenannte Wittelsbacher-Ausgleichsfond eine in alle Ewigkeit munter sprudelnde Geldquelle für den bayerischen Adel dar. Er geht zurück auf die reaktionäre Politik im Bayern der 1920er Jahre nach der gescheiterten Räterepublik. Dazu liest Dr. Rudolf Stumberger aus seinem Buch München ohne Lederhosen – ein kritisch-alternativer Stadtführer 1918-1968.

Do, 2.2., 19 Uhr, Die Revolution der Literaten

Lesungsabend mit einer Collage aus Ausschnitten und Zitaten von Zeitgenossen, die die Revolutionszeit persönlich erlebt haben - darunter Literaten wie Toller, B. Traven, Heinrich Mann u.v.a., aber auch Journalisten oder private Tagebuch-Verfasser.

Robert Hültner, Kriminalbuch-Autor von Inspektor Kajetan und Radio-Tatort im BR.

Ulrich Bardelmeier, Sprecher des PlenumR – Revolution und Rätedemokratie

Sa., 4.2., 14 Uhr, WERKSTATT
Bayern in Revolution und Rätezeit

Mi, 8.2., 19 Uhr, Von der Russischen zur Deutschen Revolution

Die Oktoberrevolution im Russland des Jahres 1917 veränderte die Welt und stand am Anfang einer Welle von Aufständen, Revolten und Revolutionen, die ganz Europa am Ende des Ersten Weltkriegs ergriffen. Welchen Einfluss hatte die Russische Revolution auf die Novemberrevolution von 1918 und deren Akteure?

Dr. Marcel Bois, Hamburg, Historiker, Autor von Kommunisten gegen Hitler und Stalin. Die linke Opposition der KPD in der Weimarer Republik. Eine Gesamtdarstellung, Klartext 2014. 

Do, 9.2., 19 Uhr, Gründung und Politik der KPD in Bayern 1919

Sebastian Zehetmair, Berlin/München, Historiker, promoviert zur „KPD in Bayern, 1919-1924“ an der Universität München und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. 

Sa, 11.2., 14 Uhr, KalenderWERKSTATT

Mo, 12.2., 19 Uhr, Filmabend: Es geht durch die Welt ein Geflüster
Dokumentarfilm über die Münchner Revolution und Räterepublik 1918/19
Mit der Autorin und Regisseurin Ulrike Bez

Mo, 13.2., 19 Uhr, „Hier Revolution! Wer dort?“ – Gustav Landauer, Erich Mühsam und der Anarchismus

Landauer und Mühsam gehören bis heute zu den bedeutendsten Anarchisten im deutschsprachigen Raum. Vorgestellt wird das Engagement der beiden Revolutionäre und ihr Anarchismus-Verständnis jenseits von Zentralstaat und Kapitalismus samt Gegenwartsbezug.

Dr. Siegbert Wolf, Historiker, Politikwissenschaftler, Publizist. Herausgeber der Gustav Landauer Werkausgabe 2008-2016.

Dr. Peter Seyferth, München, Philosoph, Politikwissenschaftler, Punk.

Mi, 15.2., 20 Uhr, Autorenlesung mit Klaus Kordon: Die roten Matrosen

November 1918: Nach vier Jahren Weltkrieg verweigern die Matrosen der kaiserlichen Marine in Kiel den Befehl zum Auslaufen und kommen nach Berlin. Die Jungen Helle und Fritz freunden sich mit den meuternden Matrosen an, erleben die Revolution mit, den Sieg, die Niederlage. Eine ganze Mietskaserne in Berlins ärmster Gegend wird lebendig.

Vielfach ausgezeichneter Roman von 1984; aktuelle Auszeichnung: Frankfurter Buchmesse 2016: Sonderpreis des Deutschen Jugend-Literaturpreises; die Jury würdigte damit sein Gesamtwerk der Kinder- und Jugendliteratur.

Do, 16.2., 20 Uhr, Die SPD in der Revolution 1918/19 - Die SPD heute in Anbetracht von Neoliberalismus und Rechtspopulismus."

Eine Gesprächsrunde mit Florian von Brunn, Mitglied des Landtags (SPD) und Gästen

Mo, 20.2., 19 Uhr, Ernst Toller: Expressionismus und Revolution

Wolf-Dieter Krämer (Archiv der Münchner Arbeiterbewegung e.V.) berichtet über das Thema Rätedemokratie im Leben und den Werken von Ernst Toller. Das erste Drama Tollers Die Wandlung handelt von  Krieg und Pazifismus. Die im Gefängnis geschriebenen expressionistischen Dramen wie z.B. Masse Mensch thematisieren seine Erfahrungen der Revolutionszeit mit ihren Wirkungen der damaligen Gegenwart – bis in unsere  Gegenwart?

Di, 21.2., 19 Uhr, Revolution und Räterepublik in der städtischen Erinnerungspolitik

Dr. Sabine Schalm, Kulturreferat der Stadt München
Dr. Bernhard Schneider, Kulturreferat der Stadt München

Fr, 24.2., 15 Uhr, WERKSTATT Utopien für eine bessere Gesellschaft

Projektträger: Plenum R www.plenum-R.org
in Kooperation mit: Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung e.V. / Rosa-Luxemburg-Stiftung 

Gefördert von: Landeshauptstadt München und Bezirksausschuss 6 Sendling

Herzlichen Dank für die Unterstützung an die Kulturschmiede Sendling e.V.

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news-9076 Tue, 06 Sep 2016 12:18:00 +0200 Von wegen sicher! http://www.by.rosalux.de/news/id/9076/ Bericht vom Protestcamp gegen ein Abschiebelager in Bamberg im August 2016.

Monatelang plante ein breites Bündnis aus linken, antirassistischen Organisationen ein Protestcamp gegen ein sogenanntes Abschiebelager vom 4. bis 7. August. Der Kurt Eisner Verein – Rosa Luxemburg Stiftung Bayern beteiligte sich in der Form eines umfangreichen Veranstaltungsprogramms an dem antirassistischen Camp. Zwar hat die Stadt Bamberg durch eine Blockadehaltung und zahlreiche Einschränkungen das Protestcamp in der ursprünglich geplanten Form verhindert, dennoch fanden die Proteste und auch das Bildungsprogramm in kleinerem Umfang statt.

Am Donnerstag den 4. August begann das Begleitprogramm zum Protestcamp mit einem Beitrag von Bernhard Baudler von der GEW, der über das sogenannte bayerische Integrationsgesetz informierte, welches vielmehr einem Ausgrenzungsgesetz gleichkomme. Der CSU ginge es mit dem Gesetz nicht um die Integration von Flüchtlingen sondern um Stimmungsmache und einen vermeintlich notwendigen den Schutz der bayerischen »Leitkultur« vor MigrantInnen. So soll »Jeder Einzelne […] zur Loyalität gegenüber Volk und Staat verpflichtet« werden. Eine solche gesetzliche Verpflichtung richtet sich nach Auffassung der GEW gegen eine offene Gesellschaft, gegen Zivilgesellschaft und Pluralismus. 

Besonders erfreulich war der Besuch von Dejan Marković aus Belgrad, einem Roma-Aktivisten des Forum Roma Srbije, der auf Einladung des Kurt Eisner Verein nach Bamberg kam. Er berichtete während der Camptage in mehreren Beiträgen über die politische, soziale und ökonomische Situation von Roma in Serbien – einem der vermeintlich sicheren Herkunftsländer. Zunächst hielt Dejan allerdings am Donnerstagabend einen Vortrag in Regensburg. Dort hatten Anfang Juli mehrere Dutzend Geflüchtete – vor allem aus den Ländern des Balkan – zunächst den Regensburger Dom und dann ein naheliegendes Pfarramt besetzt um gegen ihre geplanten Abschiebungen zu protestieren, bevor am 8. August die letzten BesetzerInnen durch die Polizei geräumt wurden. Nach der Veranstaltung mit circa 20 Personen, stattete Dejan den Geflüchteten im Pfarramt auch einen kurzen Besuch ab, um dann anschließend nach Bamberg weiterzufahren. Dort reisten am Freitag noch zahlreiche AktivistInnen an und konnten unter anderem eine Veranstaltung mit Gökay Akbulut von der Rosa Luxemburg Stiftung über die Situation von MigrantInnen und Flüchtlinge im deutschen Schulsystem sowie einen Workshop von Aktiven aus der Flüchtlingsunterstützungsorganisation Freund statt fremd Bamberg über die Bedingungen in dem Abschiebelager besuchen.

Am Abend fand dann eine Podiumsveranstaltung unter dem Titel »Solidarität und Widerstand vs. Ausgrenzung und Abschiebung – Podiumsveranstaltung zur aktuellen Verschärfung der Politik gegen Geflüchtete und Perspektiven antirassistischen Widerstands dagegen« mit über 150 TeilnehmerInnen statt. Gisela Seidler, Rechtsanwältin für Asyl- und Ausländerrecht, je ein Aktivist der Interventionistischen Linken und der Geflüchteten-Selbstorganisation Alle Bleiben sowie Dejan Markovic legten ihre Einschätzungen der momentanen migrationspolitischen Situation dar. Alle ReferentInnen zeichneten ein eher düsteres Bild; dem gesellschaftlichen Rechtsruck und den ständig neuen Verschärfungen des Asylrechts kann kaum massenwirksamer Widerstand entgegengestellt werden. Dennoch konnten den TeilnehmerInnen kleinere erfolgreiche Beispiele genannt werden, in denen es durchaus geschafft wurde, Erfolge zu erringen oder gesellschaftlich wirkmächtig zu werden. Insgesamt zeigte die Podiumsdiskussion zum einen, die Notwendigkeit der Vernetzung verschiedener gesellschaftlicher Initiativen und zum anderen, in kleineren aber dafür erfolgreichen Schritten zu denken, um eine breitere Wirksamkeit und antirassistische Perspektive zu entwickeln.

Nachdem am Samstag mehrere kleinere Workshops und eine große Demonstration gegen Abschiebelager und Ausgrenzung stattfanden, referierte Dejan am Abend vor gut 100 ZuhörerInnen in der Nähe des Abschiebelagers über die Situation der Roma in Serbien. Eindrucksvoll vermittelte er die verheerenden Lebensbedingungen der Roma in einem von Deutschland als sicherem Herkunftsstaat eingestuften Land. Die überwiegende Mehrheit der Roma ist von Arbeitslosigkeit betroffen und gezwungen in Wohnsiedlungen mit miserablen strukturellen und hygienischen Zuständen zu leben. Gesundheitliche Versorgung und eine höhere schulische Bildung sind für fast alle Roma nicht erreichbar. Zudem sind sie mit institutioneller Diskriminierung und teils gewalttätigen Übergriffen auf ihre Minderheit konfrontiert. In der an den Vortrag anschließenden Diskussion beteiligten sich auch zahlreiche Geflüchtete aus dem Abschiebelager in Bamberg, die von Verfolgung und Ausgrenzung in ihren Herkunftsländern berichteten. Die Veranstaltung verdeutlichte nochmals, dass es sich bei den Einstufungen diverser Länder als sicher Herkunftsstaaten um politische Entscheidungen handelt, die nichts mit der Lebensrealität der Geflüchteten aus diesen Ländern zu tun haben. So sind Roma weder und in ihren Herkunftsländern sicher und durch die Regelung der »sicheren Herkunftsstaaten« leider auch nicht in Deutschland. Vielmehr sind sie hier gezwungen, ohne Arbeitserlaubnis und mit der täglichen Angst vor der Abschiebung, in Lagern zu leben.

Insgesamt konnten während der vier Tage in Bamberg in über ein Dutzend Veranstaltungen verschiedene Bereiche des Themas Migration beleuchtet und zu einer Vernetzung zwischen AktivistInnen untereinander sowie mit Geflüchteten beigetragen werden. Der Kurt Eisner Verein – Rosa Luxemburg Stiftung Bayern bedankt sich bei dem Bündnis Solidarity4all für die fruchtbare Zusammenarbeit und allen, die zum Gelingen des Bildungsprogramms beigetragen haben. Ein besonderer Dank gilt allen ReferentInnen, die trotz der durch die Stadt in den Weg gelegten Steine unkompliziert und spontan auf die neue und teils unklare Situation reagiert haben, wie auch dem Belgrader Büro der Rosa Luxemburg Stiftung, welches die Reise von Dejan Marković im Rahmen des Projekts »Safe for whom?« ermöglicht hat.

Ein offener Brief des Bündnisses Solidarity4all als auch Hintergründe des Protestcamps können hier nachgelesen werden:
http://protestcamp-bamberg.antira.info/aufruf/
http://protestcamp-bamberg.antira.info/files/2016/08/Offener-Brief-Solidarity4all.pdf

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news-8775 Tue, 22 Mar 2016 19:14:00 +0100 Weder Anmut gespart noch Mühe: Pietsch/Reumschüssel mit „Brecht und die DDR“ http://www.by.rosalux.de/news/id/8775/ Da müsste man lange suchen und würde dann sehr wahrscheinlich zu dem Ergebnis kommen: Mit solch sorgfältiger Recherche, mit derartig intelligenter Präsentation, mit dieser Variationsbreite, mit vergleichbarer Intensität der Darstellung, mit einem so hochkarätigen Unterhaltungs- und Bildungswert dürfte es derzeit kein zweites Brecht-Interpretinnen-Duo geben. Von Michael Friedrichs

Im letzten Jahr zeigten Gina Pietsch und ihre Pianistin Christine Reumschüssel im überfüllten Augsburger Brechthaus – eingeladen vom Kurt-Eisner-Verein – ihr 15. Programm, „My best of BB“ (3gh 4/2015). Diesmal  schneiderten sie, auch mit Anregungen von Werner Hecht, ein 19. Programm extra für das Augsburger Festival zum Thema „Brecht und die DDR“, und zwar unter dem Stichwort „Um uns selber müssen wir uns selber  kümmern“. Dieser Satz war aus SED-Sicht eine weitere subversive Formulierung von diesem Brecht, der ja auch schrieb, „kein Führer führt aus dem Salat“, ausgerechnet in seinem „Aufbaulied der FDJ“ (1948), wo sich doch die Partei als nahezu unfehlbare Führung betrachtete.

Man kann sich jahrelang mit Brecht befasst haben – die Pietsch präsentiert einem immer noch Sachen, die man nicht kennt und die brillant sind, diesmal z.B. „Willem hat ein Schloss“ (zu Wilhelm Pieck), „Père Josèphe“ (aus den „Tagen der Kommune“, „Das Fischweib“ (aus „Die Verurteilung des Lukullus“), oder „Wie der Wind weht“, geschrieben zum Geburtstag von Ernst Bloch.

Zwischen die Lieder werden Gedichte oder kurze Prosapassagen gestreut, oder auch Satz 1 bis 4 aus Christine Reumschüssels prägnant akzentuierter „Kümmer-Suite in 4 kurzen Sätzen“. Eine wichtige Rolle kommt bei diesem Programm erwartungsgemäß den Buckower Elegien zu. „Im Blumengarten“ wird gesungen, anderes wird rezitiert, und man erhält so ein sehr plastisches Bild von Brechts schwieriger Position in der DDR. Das Konzert endet mit der „Kinderhymne“, aber – keine Überraschung – es endet natürlich noch nicht gleich, sondern erst nach zwei Zugaben, „Friedenslied“ und – als „kulinarisches“ Dessert angeboten, der „Seeräuber-Jenny“. Und bei diesem Finale furioso merkt man noch einmal die individuelle Klasse der Darbietung: Wie sie die Handlungs-Strophen und den Refrain stimmungsmäßig von einander absetzt, die Handlung zügig und derb berichtend, die Wunschvorstellung vom Schiff mit acht Segeln dagegen süß romantisch verklärt – so hat man das noch nicht gehört.

Am 7. Juli kommen die beiden übrigens wieder ins Brechthaus mit ihrem 14. Programm zum grünen Brecht: „Zum Beispiel das Gras“. Die Vorfreude ist schon angelaufen.

Erstveröffentlichung: Dreigroschenheft

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news-8774 Mon, 21 Mar 2016 18:53:00 +0100 Ausschreibung für eine Studie «Struktur- und Regionalpolitik im Freistaat Bayern» http://www.by.rosalux.de/news/id/8774/ Bewerbungsschluss: 11.4.2016 Die Rosa-Luxemburg-Stiftung schreibt die Vergabe einer wissenschaftlichen Studie zur Struktur- und Regionalpolitik im Freistaat Bayern in Höhe von 20.000 € aus. Der Auftrag wird als Werkvertrag erteilt. Die Vergabe erfolgt bis zum 15. Mai 2016, über die Vergabe entscheidet eine Kommission. Die Fertigstellung der Studie wird bis spätestens 15.12.2016 erwartet.   

Durch Volksentscheid in Bayern wurde zum 1. Januar 2014 die Förderung und Sicherung «gleichwertiger Lebens- und Arbeitsverhältnisse in ganz Bayern, in Stadt und Land» als Aufgabe des Staates und damit der bayerischen Staatsregierung bestätigt. Ein wichtiges Instrument der Landesentwicklung und der Strukturpolitik ist das Landesentwicklungsprogramm Bayern (LEP), das am 1. September 2013 in der derzeit gültigen Fassung in Kraft trat. Dieses Programm spielt somit auch eine wichtige Rolle, wenn sich die bayerische Staatsregierung darum bemüht, dem neu gefassten Verfassungsziel gerecht zu werden. Das Ziel der Gleichwertigkeit der Lebens- und Arbeitsverhältnisse bezieht sich dabei auf eine ganze Reihe an Dimensionen der öffentlichen Regulierung, auf Fragen der Verteilung, der demografischen Entwicklung, der regionalen Struktur und der Infrastruktur.

Es gibt nicht wenige Indikatoren, die anzeigen, dass die Lebens- und Arbeitsverhältnisse im Freistaat noch weit von jener nunmehr verfassungsmäßig gebotenen und gewünschten Gleichwertigkeit entfernt sind. Die, als Anlage zum LEP veröffentlichte, Prognose der Bevölkerungsentwicklung kann hier beispielhaft genannt werden. Für die meisten Regionen wird ein deutlicher Bevölkerungsrückgang bis 2030 prognostiziert. Ausgehend von der Bevölkerungszahl 2010 soll dieser in einigen Regionen um 10 Prozent oder noch mehr betragen. So etwa in Oberfranken-Ost (14,1 Prozent Rückgang), oder in der Region Main-Rhön mit minus 10,1 Prozent). Es gibt nur wenige Regionen mit prognostiziert annährend stabiler Bevölkerungszahl (Mittelfranken, Regensburg, Landshut, Oberland und Südostoberbayern) – dagegen aber einen Zuwachs der Bevölkerungszahl in München von 10,3 Prozent. So zeigt sich auch, dass durch Strukturwandel eigentlich steigende Erwerbslosenzahlen durch Wegzug aus den betroffenen Regionen abgewendet werden, und die Vermutung liegt nahe, dass einige bayerische Regionen einem beträchtlichen innerbayerischem Binnenmigrationsdruck unterliegen.

In seiner Regierungserklärung vom 27. November 2014 «Heimat Bayern 2020» formulierte der bayerische Finanz- und Heimatminister Markus Söder, die eigentliche landespolitische Herausforderung liege darin, «dass Bayern nicht dauerhaft ein Land der zwei Geschwindigkeiten» werde.

Ziel der hier ausgeschriebenen Studie soll es sein, den Landesentwicklungsplan Bayern und damit die Maßnahmen und Pläne der bayerischen Staatsregierung hinsichtlich des neu gefassten Verfassungszieles der Förderung und Sicherung gleichwertiger Lebens- und Arbeitsverhältnisse zu untersuchen. Dies kann und soll am Beispiel verschiedener, bedeutender Struktur- und regionalpolitischer Dimensionen geschehen. Etwa anhand der Herausforderungen, die die demografische Entwicklung für die unterschiedlichen Regionen Bayerns bedeutet, der Herausforderungen für Einrichtungen der Daseinsvorsorge und der Infrastruktur, für den Arbeitsmarkt, für die Nachfrage nach und die Bereitstellung von bezahlbarem und angemessenem Wohnraum und bezüglich derEinkommensungleichheit. Die zu untersuchenden Handlungsfelder sollten exemplarisch ausgewählt und analysiert werden. Erwünscht ist die Einbeziehung der Herausforderungen, die der fortschreitende digitale Wandel auch für Strukturpolitik im Freistaat Bayern bedeutet.

Bewerbungen für die ausgeschriebene Studie sollten die Darlegung eines geeigneten Forschungsdesigns inklusive Zeitplan und aussagekräftiger methodischer Überlegungen und einschlägige Referenzen der BewerberInnen enthalten. Teil der Darlegung des Forschungsdesigns ist dabei der Vorschlag und die entsprechende Begründung der zu untersuchenden strukturpolitischen Handlungsfelder.

Bewerbungsschluss ist der 11.04.2016. Die Entscheidung für die Vergabe der Studie wird zum 2. Mai 2016 erfolgen. Die Fertigstellung der Studie wird zum 15.12.2016 erwartet.

Ihre Bewerbung mit einer aussagekräftigen Forschungskonzeption richten Sie bis zum 11. April 2016 an: Andreas Thomsen, thomsen@rosalux.de; Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin.

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news-8648 Tue, 19 Jan 2016 14:20:00 +0100 POLITIKAKADEMIE FÜR JUNGE AKTIVE http://www.by.rosalux.de/news/id/8648/ Von April 2016 bis Oktober 2016 - Ein Kurs des Kurt-Eisner-Vereins / Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern über Theorie und Praxis linker Politik. Bewerbt Euch jetzt für die «Politikakademie für junge Aktive». Die Teilnahmegebühr für den gesamten Kurs beträgt 75 Euro. Bewerbungsschluss ist der 14. Februar 2016.  

WORUM GEHT ES?

Linke Politik will die Welt verändern. Dazu braucht sie Wissen über die Gesellschaft und über die Machtverhältnisse, die sie verändern will. Sie braucht Menschen, die sich vor Ort engagieren wollen und die bereit sind, sich mit anderen gemeinsam einzusetzen. Linke Politik braucht Menschen, die sich nicht abschrecken lassen von der Macht der Anderen und die Spaß daran haben, sich mit anderen zu vernetzen und zu organisieren. 

Wir laden euch zu einem Kurs ein, in dem wir jungen Menschen theoretisches Wissen und praktische Handwerkszeuge vermitteln wollen, damit sie gesellschaftliche Veränderung erfolgreich gestalten können. Im Kurs werden wir uns zum einen mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen beschäftigen. Wie funktioniert der Kapitalismus, warum ist er so krisenanfällig? Warum gibt es Rassismus und Patriarchat? Wie können wir dem begegnen?

Zum anderen wollen wir uns mit der Praxis politischen Handelns auseinandersetzen. Wir wollen im Laufe des Kurses ein eigenes politisches Projekt entwickeln und auf die Beine stellen. Ihr bestimmt, um was für ein Projekt es sich handelt. Damit es erfolgreich wird, wollen wir uns zudem die dafür notwendigen Handwerkszeuge aneignen. Wie gewinnen wir MitstreiterInnen, wie organisieren wir politische Entscheidungsfindungsprozesse oder wie verfassen wir eine Pressemitteilung, die ankommt?

KURSPROGRAMM

Modul 1: Linke Politik – Geschichte wird Gemacht! Vergangenheit und Gegenwart linker Politik
(1.-3. April)

Wir wollen uns im Seminar mit der Geschichte der Linken auseinandersetzen, um Schlussfolgerungen für heute zu ziehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Geschichte der Linken in den beiden deutschen Staaten nach 1945 sowohl in ihrer parteiförmigen Verfasstheit als auch in Form sozialer Bewegungen und Initiativen. Wir wollen das erste Modul auch ausgiebig nutzen, um uns kennenzulernen und Erwartungen an den Kurs zu formulieren.

Modul 2: Immer anders und trotzdem unverwüstlich? Wie funktioniert der Kapitalismus?
(20.-22. Mai)

Wie funktioniert der Kapitalismus - und was wird darunter verstanden? Was bedeutet «Ausbeutung» und wie verändern sich soziale Ungleichheit, Armut und Reichtum im Kapitalismus? Wie entstehen Krisen? Der Kapitalismus bleibt nicht immer gleich: Vor 50, 60, 120 Jahren waren das Leben, die Geschlechterverhältnisse, die Arbeit – und die Hoffnung auf ein besseres Leben – anders als heute. Was hat sich verändert, was ist gleich?

Modul 3: Die Gesellschaft verändern – wie und mit wem? (24.-26. Juni)

Was muss passieren, was können und was müssen wir tun, damit der Kapitalismus überwunden werden kann und was sind Schritte auf diesem Weg? Wer ist Akteur von Veränderung? Gibt es noch eine Arbeiterklasse? Wie verändern sich Menschen in gesellschaftlichen Bewegungen? Wie erreichen wir wirkmächtige politische Mehrheiten? Wir befassen uns dabei auch mit den Ansätzen von Antonio Gramsci und Rosa Luxemburg, um Anregungen für eine heutige Politik zu gewinnen.

Modul 4: Organizing und Campaigning: Entwicklung eines eigenen Praxisprojekts (29.-31. Juli)

In diesem Modul wollen wir uns mit Theorien der geplanten Organisierung und Mobilisierung („Organizing“) sowie Projektmanagement in sozialen und politischen Kampagnen („Campaigning“) beschäftigen. Wie wurden und werden Erfolge unter unterschiedlichen historischen und inhaltlichen Bedingungen organisiert? Wir wollen uns weiter mit der Frage beschäftigen, was Erfolgsbedingungen für gelingende politische Kampagnen sind und wie wir eigene Kampagnen planen und durchführen können. In welchem Umfang lassen sich die Konzepte des Organizing und Campaigning nutzen? Zum Abschluss des Moduls werden wir ein eigenes Praxisprojekt entwickeln und gemeinsam durchführen.

Modul 5: Linke Politik vor Ort – Linke Politik in Parteien, Parlamenten und sozialen Bewegungen (9.-11. September)

Linke Politik muss sich mit konkreten Bedingungen auseinandersetzen, findet ihren Gegenstand und das Feld der Auseinandersetzung vor Ort. In diesem Modul wollen wir konkrete lokale Politik untersuchen: Was sind die Probleme in euren jeweiligen Kommunen, Organisationen, Betätigungsfeldern, Berufen oder an der Uni? Was sind aktuelle landespolitische Themen und wie positionieren wir uns als Linke in diesen Auseinandersetzungen? Wie verhalten sich die Handlungsmöglichkeiten vor Ort zu Zwängen und Rahmenbedingungen auf anderer Ebene: Wo und wie greifen wir ein? Linke Politik will mehr sein als «Stellvertreterpolitik». Es geht ihr nicht darum Politik für, sondern Politik mit Menschen zu machen und diese zu befähigen, sich für ihre eigenen Interessen einzusetzen.

Modul 6: Rassismus, Sexismus und Klasse – Herrschaft im globalen Kapitalismus (7.-9. Oktober)

Unsere Gesellschaft ist nicht einfach strukturiert. Viele Formen von Herrschaft und Ausschluss haben sich über die Jahrhunderte gebildet, verändert und dauern weiter an. Sie organisieren Unterschiede und Ungleichheiten. Welche linken Antworten gibt es darauf? Wie lassen sich Differenzen so einbeziehen, dass niemand abgewertet ist? Wie werden wir trotzdem gemeinsam handlungsfähig? Welche gesellschaftlichen Bündnisse braucht es für erfolgreiche Arbeit gegen Unterdrückung und Diskriminierung.

Modul 7: Linke Politik ist international (28.-30. Oktober)

Probleme, Ideen und Konzepte linker Politik sind Antworten auf konkrete gesellschaftliche Bedingungen: vor Ort, in einem Land, in konkreten sozialen Auseinandersetzungen. Doch oft stellen sich Menschen an ganz unterschiedlichen Orten ähnliche Fragen. Der Kapitalismus funktioniert nicht überall gleich, doch die unterschiedlichen Formen sind miteinander verbunden. Und mit der Globalisierung und dem Versuch, bestimmte politische Konzepte weltweit zum Einsatz zu bringen, ähneln sich manche Probleme überraschend. Ob Klimawandel, Globalisierung, Krieg oder Hunger: Einem globalen Kapitalismus muss eine globale Alternative entgegengestellt werden.

TEILNEHMEN AN DER «POLITIKAKADEMIE FÜR JUNGE AKTIVE»

Die «Politikakademie für junge Aktive» richtet sich an jüngere, in Parteien, Initiativen, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen aktive Menschen. Sie will ein Ort sein, an dem Grundfragen linker Theorie und Praxis diskutiert und ein gemeinsames linkes Praxisprojekt entwickelt wird. Die Akademie möchte eine Gruppe junger Menschen zusammenbringen, die eine linke Perspektive in Bayern über die Workshopreihe hinaus gemeinsam vorantreiben wollen. An der «Politikakademie für junge Aktive» können 25 Personen teilnehmen, wobei wir auf eine Geschlechterquotierung sowie eine regional gleichmäßige Verteilung der TeilnehmerInnen aus Bayern achten.

Bewerbt Euch jetzt für die «Politikakademie für junge Aktive». Die Teilnahmegebühr für den gesamten Kurs beträgt 75 Euro. Bewerbungsschluss ist der 14. Februar 2016. Der Seminarort wird im Raum Nürnberg liegen. Seminartermine: Beginn der Seminare ist jeweils Freitag um 17 Uhr; Seminarende jeweils Sonntag um 15 Uhr Seminarort: Der Seminarort im Raum Nürnberg wird zeitnah bekannt gegeben.

WEITERE INFORMATIONEN SOWIE BEWERBUNGEN ELEKTRONISCH AN

Kurt Eisner Verein - Rosa Luxemburg Stiftung Bayern | Max Steininger
Westendstraße 19, 80339 München, max.steininger@rosalux.de, Tel. 089 51996453

Über die Bewerbungen entscheidet der Kurt Eisner Verein - RLS Bayern. Die BewerberInnen werden bis zum 01. März über ihre Teilnahme informiert.

BEWERBUNGSUNTERLAGEN

Für die Bewerbung bitten wir neben Angaben zur Person um einen kurzen Lebenslauf mit Angaben zu den bisherigen und aktuellen politischen Aktivitäten sowie ein Motivationsschreiben zur Teilnahme am Kurs. Gerne könnt Ihr ein Empfehlungsschreiben (insbesondere von Organisationen und Personen aus eurem politischen Umfeld) beifügen. Bewerbungsschluss ist der 14. Februar.

 

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news-3891 Wed, 24 Jun 2015 14:14:00 +0200 NSU-Terror, Staat und Aufklärung - Speakerstour http://www.by.rosalux.de/news/id/3891/ Diskussionsveranstaltungen zur Bedeutung des NSU-Komplexes aus einer türkischen Perspektive. 24.6. München, 26.6. Köln, 27.6. Berlin In der Türkei gibt es eine lange Erfahrungen mit Verbrechen rechter Täter_innen, die mit staatlicher Billigung oder Unterstützung agierten. Diese staatliche Verstrickung und der gesellschaftliche Umgang mit Formen des «tiefen Staates» sind der Hintergrund, vor dem sich eine Expert_innen-Delegation aus der Türkei auf die Reise nach Deutschland begibt. Tanıl Bora, Yasemin İnceoğlu und İsmail Saymaz werden in München den NSU-Prozess beobachten. An drei Abenden werden sie in München (24.6.),  Köln (26.6.) und Berlin (27.6.) über ihre Wahrnehmungen berichten und einen Bezug zu ihren Erfahrungen mit rechtsterroristischen Verbrechen in der Türkei, deren staatlicher Deckung und dem gesellschaftlichen Umgang herstellen.

Während der NSU-Prozess in München in das dritte Jahr geht, haben vier parlamentarische Untersuchungsausschüsse ihre Abschlussberichte vorgelegt und fünf neue Ausschüsse ihre Arbeit aufgenommen. Immer neue Ungereimtheiten tauchen auf, eine Aufklärung scheitert bisher an Vertuschungen und Blockaden seitens der Ermittlungsbehörden und der Geheimdienste. Die Diskussionen um die offenen Fragen werden immer kleinteiliger und im Wesentlichen an «NSU-Expert_innen», Politiker_innen und selbst belastete Sicherheitsbehörden delegiert.

In der Türkei konnte immer wieder der Anteil der staatlichen Verstrickungen in die Verbrechen vermeintlicher Einzeltäter_innen aufgedeckt werden. Bedingungen für diese Aufklärung war häufig entschiedener gesellschaftlicher und politischer Protest begünstigt oft von Interessengegensätzen in der politischen Elite. Diese, die Versuche der Aufklärung des NSU-Komplexes begleitenden, gesellschaftlichen Diskussionen und politischen Interessengegensätze fehlen in Deutschland fast gänzlich.

Alle drei Referent_innen haben in der Türkei auf ihrem Gebiet aus einer gesellschaftskritischen Perspektive an den Auseinandersetzungen über Hassverbrechen, den «Tiefen Staat» und (neo-)faschistische Formierungen teilgenommen und werden die hiesige Zivilgesellschaft an ihren Erfahrungen teilhaben lassen.

  • Tanıl Bora Journalist und Autor, Mitherausgeber bzw. Chefredakteur der politisch-theoretischen Zeitschriften «Birikim» und «Toplum ve Bilim», er hat u.a. zu Entwicklungen des türkischen Nationalismus geforscht und veröffentlicht.
  • Yasemin İnceoğlu Istanbul, Professorin für Soziologie an der Galatasary Universtität, sie hat sich u.a. wissenschaftlich mit «Hate Crimes» in der Türkei beschäftigt.
  • İsmail Saymaz Istanbul, investigativer Journalist und Autor, der zu politischen Verbrechen und Strafverfahren in der Türkei recherchiert und veröffentlicht hat.

Die Veranstaltung wird simultan deutsch/türkisch gedolmetscht.

Kontakt: burschel@rosalux.de

Flyer in deutscher und türkischer Sprache im PDF.


NSU Terörü, Devlet ve Adalet Arayışı

Tanıl Bora, Yasemin İnceoğlu ve İsmail Saymaz‘la NSU Kompleksinin Türkiye’de Algılanışını Konuşuyoruz

Türkiye‘de devlet onaylı ya da doğrudan devlet destekli aşırı sağcı saldırıların ve işlenen cinayetlerin uzun bir tarihçesi vardır. «Derin Devlet» fenomeni ve buna karşı geliştirilen toplumsal direniş biçimleri, Türkiye’den gelip NSU davasını gözlemleyecek uzman delegasyonunun arka planını oluşturmaktadır. Tanıl Bora, Yasemin İnceoğlu ve İsmail Saymaz, Münih‘te NSU davasını izledikten sonra, Münih‘te (24.6.), Köln‘de (26.6.) ve Berlin'de (27.6.) izlenimlerini paylaşıp, Türkiye'de aşırı sağcı terörün işlediği suçlardan, derin devletten ve toplumsal mücadelelerden bahsedecekler.

Münih’te görülen NSU davası üçüncü yılına girerken, çalışmalarını bitiren eyalet ve federal düzeyde dört parlamento araştırma komisyonu raporlarını sundu, beş yeni araştırma komisyonu çalışmalarını başlattı. Sürekli yeni tutarsızlıkların ortaya çıktığı süreçte, aydınlatma görevinin aksine soruşturma makamları ve istihbarat teşkilatları örtbas etme ve ablukaya alma politikalarını devam ettirmektedirler.

Yanıtsız sorular etrafındaki tartışmalar ayrıntılarda boğulurken, bu soruları aydınlatma çabaları, «NSU uzmanları», siyasetçiler ve hatta sanık durumunda bulunan emniyet yetkililerine ve kurumlarına devrediliyor.

Buna karşılık, Türkiye’de sözümona bireysel işlenen suçlarda dahi devletin payını ortaya çıkarmak mümkün oldu. Bunun en önemli koşulları arasında toplumsal ve siyasi baskı yer alırken, iktidarın ve elit kesimlerin içindeki çıkar çatışmaları da etkin oldu. Almanya’daki NSU kompleksini aydınlatma çabalarında bu toplumsal baskı, siyasi elitlerin çıkar çatışmalarının da su yüzüne çıkmamasıyla birlikte şimdiye kadar neredeyse hiç etkin ol(a) madı.

Her üç konuşmacı da Türkiye’de kendi alanında nefret suçu, «Derin Devlet» ve (neo) faşist yapılanmalarla ilgili tartışmalarda eleştirel perspektifleriyle yer aldı. Bu anlamda konuşmacılar, deneyimlerini ve NSU davasıyla ilgili izlenimlerini bizlerle paylaşacaklardır.

  • Tanıl Bora, Ankara, gazeteci-yazar, siyaset teorisi dergisi «Birikim»’in editörlüğünü ve «Toplum ve Bilim» dergisinin yayın yönetmenliğini yapmaktadır. Türk milliyetçiliğinin gelişimiyle ilgili araştırmalar ve yayınlar yapmıştır.
  • Yasemin İnceoğlu, İstanbul, Galatasaray Üniversitesi’nde sosyoloji profesörüdür. Bilimsel çalışmaları kapsamında Türkiye’de «Nefret Suçlarıyla» ilgili araştırmalar yapmaktadır.
  • İsmail Saymaz, İstanbul, araştırmacı gazeteci ve yazar, siyasi suç ve yargı süreçleriyle ilgili araştırmalar ve yayınlar yapmıştır.

Etkinliklerin hepsinde eşzamanlı Almanca/Türkçe çeviri olacaktır.

iletişim adresi: burschel@rosalux.de

PDF Türkçe ve Almanca Bildiri.

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news-3979 Sat, 30 May 2015 15:01:00 +0200 "Der Kongress ist eine große solidarische Leistung" http://www.by.rosalux.de/news/id/3979/ Fragen an Julia Killet vom Organisationsteam des "Gipfels der Alternativen". Der Gipfel der Alternativen entstand in Kooperation von 38 bundesweiten Organisationen. Im Regionalbüro der Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern liefen alle Fäden zusammen. Zum Interview mit Julia Killet: klick hier.

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news-4123 Tue, 31 Mar 2015 18:43:00 +0200 Jahresbericht des Kurt-Eisner-Vereins für politische Bildung in Bayern e.V. / der Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern für das Jahr 2014 http://www.by.rosalux.de/news/id/4123/ Der Kurt-Eisner-Verein führte im Jahr 2014 insgesamt 188 Projekte politischer Bildung in unterschiedlichen Formaten durch. Insgesamt partizipierten rund 8400 Teilnehmende an dem Bildungsprogramm. news-7810 Thu, 22 May 2014 12:03:00 +0200 Dokumentation: Der NSU Komplex - Die Münchner Morde http://www.by.rosalux.de/news/id/7810/ Von den zehn bekannten Morden, die dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) zugeschrieben werden, sind zwei, der Mord an Habil Kiliç 2001, sowie der Mord an Theodoros Boulgarides 2005, in München verübt worden. Im Mordfall Kılıç wurde wegen Raubmords, einer Beziehungstat, einer außerehelichen Beziehung, Glücksspielen, Schutzgelderpressung, politischer oder religiöser Hintergründe sowie Drogenhandel ermittelt. Diese Motive der "Ausländerkriminalität" durchziehen alle Verhöre der zahlreichen Opfer, Angehörigen und Zeugen wie ein roter Faden. Oftmals wurden die Behörden sogar scheinbar fündig und präsentierten ihre Ergebnisse. Unter welchem psychischen Druck die Betroffenen dabei gelitten haben müssen, ist kaum zu beschreiben.

Mit dieser Dokumentation von Gerichtsprotokollen, Pressetexten und Aussagen vor den Untersuchungsausschüssen, die auf der gleichnamigen Veranstaltung verlesen wurden, soll versucht werden die beiden Morde in München zu analysieren und ihrer Aufarbeitung stückweise näherzukommen.

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