26. Juli 2017 Diskussion/Vortrag «Die haben gedacht, wir waren das»

Bereits um 18 Uhr szenische Lesung des bayerischen Flüchtlingsrates. Buchlesung und Bericht vom NSU Tribunal von Kutlu Yurtseven über rechten Terror und Rassismus.

Information

Veranstaltungsort

Stadtteilzentrum DESI
Brückenstr. 23
90419 Nürnberg

Zeit

26.07.2017, 19:30 - 21:30 Uhr

Veranstalter

Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern/Kurt-Eisner-Verein

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe

Zugeordnete Dateien

«Die haben gedacht, wir waren das»

Um 18 Uhr findet auch in der Desi eine "Szenische Lesung: Noise of Heimat" vom Bayerischen Flüchtlingsrat statt:

Die schleichende Normalisierung rechter Tendenzen ist lautstark angekommen – der Rassismus hat sich auf den Straßen breit gemacht. Was noch vor einigen Jahren hinter vorgehaltener Hand formuliert wurde, hat mit braunen Parolen und rassistischer Hetze den Weg in die Öffentlichkeit gefunden. Und da sind wir daheim? Drei Schauspieler*innen verlesen und schreddern Pöbel-Perlen, die den Bayerischen Flüchtlingsrat regelmäßig erreichen. Der Musiker und Geräuschemacher Anton Kaun sorgt mit seiner Noise-Performance „Rumpeln“ für die audio-visuelle Untermalung: projizierte Videos, verzerrte Geräusche und krachender Lärm garantiert.

Nach einem lauteren und lustigen Abend über Schreihälse und Angstmacher in Kooperation mit dem Gostner Hoftheater im Frühjahr, wird die aktualisierte Lesung am 26.07 noch einmal in der Desi Nürnberg aufgeführt. Einlass ab 18:00 Uhr, los geht's um 18:30 Uhr.

Künstler:
Lesung: Carmen Westermeier | Margret Bernreuther | Jörg Hundsdorfer

Noise-Performance (Sound, Video):
Anton Kaun alias Rumpeln

Ab 19:30 Uhr:

Kutlu Yurtseven liest aus dem Buch «Die haben gedacht, wir waren das – MigrantInnen über rechten Terror und Rassismus». Zum NSU-Komplex sind inzwischen zahlreiche Publikationen erschienen, die Sichtweise der Betroffenen hat dabei bisher wenig Raum bekommen. Opfer und ihre Angehörigen, Persönlichkeiten aus Publizistik, Wissenschaft und Politik, Akteure der antirassistischen Arbeit, Bekannte und Unbekannte, allesamt mit Migrationshintergrund, nehmen in diesem Buch Stellung, geben ihre Erfahrungen wieder, beleuchten die Auswirkungen des NSU-Terrors sowie der um sich greifenden rassistischen Gewalt und schildern, wie das auf sie wirkt und was sie dabei bewegt.
Außerdem berichtet der Referent vom NSU-Tribunal (www.nsu-tribunal.de), welches im Mai in Köln stattfindet. In Workshops, Veranstaltungen und Diskussionen wird sich über mehrere Tage aus der Perspektive der Betroffenen mit dem NSU-Komplex beschäftigt und eine eigene Anklage und Forderungen formuliert.
 
Kutlu Yurtseven ist Lehrer und Teil der Band «Microphone Mafia». Er lebte in der Kölner Keupstraße, als der NSU am 9. Juni 2004 eine Nagelbombe explodieren ließ.

Die Veranstaltung ist Teil der sechsteiligen Reihe «Perspektiven auf den NSU-Komplex», die von April bis Juli 2017 in Nürnberg durchgeführt wird. Alle Vorträge finden im Stadtteilzentrum Desi statt und werden vom lokalen, alternativen Radiosender Radio Z (95,8 Mhz) aufgenommen und in Auszügen gesendet. Infos dazu findet ihr unter www.by.rosalux.de/nsunuernberg oder www.radio-z.net

Alle Veranstaltungen haben um 19 Uhr Einlass und beginnen 19:30 Uhr.

Eine Veranstaltungsreihe der Rosa-Luxemburg-Stifung Bayern - Kurt Eisner Verein, der Desi Nürnberg und Radio Z.

Einlassvorbehalt gültig für alle Veranstaltungen dieser Reihe
Die Veranstalter behalten sich gem. § 6 VersG /Art. 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der extremen rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den Veranstaltungen zu verwehren.

Standort

Kontakt

Niklas Haupt

Regionalmitarbeiter Bayern (Fürth), Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern/Kurt-Eisner-Verein

Telefon: +49 (0)911 76689900