31. Oktober 2017 Diskussion/Vortrag Frauen als Täterinnen* im NS

Die Genozidforschung ist sich heute einig, dass ein Genozid nur möglich sein kann, wenn ein Großteil der Bevölkerung eines Landes zumindest im Stillen zustimmt.

Information

Veranstaltungsort

LiZe
Dahlienweg 2a
93053 Regensburg

Zeit

31.10.2017, 19:00 - 21:00 Uhr

Veranstalter

Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern/Kurt-Eisner-Verein

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Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, dass Frauen* während des NS-Regimes auch heute noch als unpolitisch und unbeteiligt wahrgenommen werden. Obwohl viele Frauen* während der NS-Zeit an der Aufrechterhaltung des Regimes und somit am Genozid beteiligt waren, sei es passiv als Sekretärinnen* oder Schreiber*innen oder aktiv als KZ-Aufseherinnen*, Krankenschwestern* oder Mörderinnen*, wie Johanna Altvater oder Erna Petri, hält sich der Mythos von der „guten Frau“ hartnäckig. Erzählungen von Opfergeschichten deutscher Frauen*, sowie von der deutschen Frau* als stillen, unpolitischen, aufopferungsvollen Helferin* während des Krieges in den Fabriken und nach dem Krieg als Trümmerfrauen* machen es möglich, dass Frauen als Täter*innen nicht wahrgenommen und teilweise gänzlich übersehen werden. Der Vortrag hat Frauen* als Täter*innen während des NS zum Thema und soll aufzeigen, dass diese genauso überzeugte Nationalsozialistinnen* und somit zu gleichen Teilen schuldig an den NS-Verbrechen waren, wie viele Männer*.

Referentin: Dr. Ljiljana Radonić, Universität Wien, Lehrbeauftragte am Institut Politikwissenschaft.

Eine Veranstalung der Gruppe feministische perspektive Regensburg in Kooperation mit dem KEV.

Standort