6. November 2019 Lesung/Gespräch «Ist der Kapitalismus überhaupt noch reformierbar»

Die Linkspartei zwischen Systemkritik, Reformismus und Selbstaufgabe

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern/Kurt-Eisner-Verein
Westendstraße 19
80339 München

Zeit

06.11.2019, 19:00 - 22:00 Uhr

Themenbereiche

Kapitalismusanalyse, Gesellschaftstheorie, Parteien / Wahlanalysen

Zugeordnete Dateien

Werner Seppmann liest aus seiner neuen Broschüre: «Ist der Kapitalismus überhaupt noch reformierbar. Die Linkspartei zwischen Systemkritik, Reformismus und Selbstaufgabe»

Angesichts der gravierenden sozialen Widerspruchsentwicklung kann der Zuspruch für die Partei DIE LINKE an den Wahlurnen nur als bescheiden und unbefriedigend angesehen werden. Warum wird sie von den in Armutsverhältnissen lebenden und den prekär Beschäftigten (die mehr als ein Viertel der Lohnabhängigen ausmachen!), den Arbeitslosen und von den Sozialdemokraten berechtigterweise Enttäuschten nicht als „natürliche" Vertreterin ihrer Interessen angesehen?
Konzeptionelle Präzisierungen und auch Revisionen gegenüber den bisherigen Konzepten scheinen zwingend geboten, wenn die Linkspartei als Alternative zum herrschenden Politikgeschäft wahrgenommen werden will.
Aber innerparteilich ist die Situation verfahren: Bei den grundlegenden Fragen gibt es zwei große Strömungen, die programmatisch, aber auch konkret-politisch miteinander rivalisieren. Da gab und gibt es schon seit den PDS-Zeiten einerseits Kräfte die konsequent an einer sozialistischen Zielsetzung in Opposition zum BRD-Kapitalismus festhalten, aber auf der anderen Seite eine Strömung, dessen Bestreben es ist, sich innerhalb des politischen Institutionengefüges der BRD zu etablieren, ,,in der Bundesrepublik anzukommen", wie seine Vertreter es formulieren. In der Theorie und Praxis dieses Flügels geht es um die Durchsetzung eines reformistischen Kurses, plakativ gesagt, der Sozialdemokratisierung der Partei — auch wenn auf eine gemäßigt-antikapitalistische Rhetorik nicht verzichtet wird. Wenn vielleicht auch nicht in der Partei in ihrer Gesamtheit, so sind diese Kräfte jedoch innerhalb ihrer Strukturen dominierend.

Über diese und weitere Punkte soll mit dem Publikum diskutiert werden.

Werner Seppmann hat nach Berufstätigkeit und „Zweitem Bildungsweg“ Sozialwissenschaften und Philosophie studiert. Langjährige Zusammenarbeit mit Leo Kofler. Vorstandsmitglied der Marx-Engels-Stiftung und Mitarbeit am Projekt Klassenanalyse BRD, im Rahmen der Marx-Engels-Stiftung. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Sozialstrukturanalyse, Marxismusforschung, Dialektische Philosophie, Ideologietheorie, Kritische Gesellschaftstheorie, Klassenanalyse und Kultursoziologie.

Eine Veranstaltung des Kurt-Eisner-Vereins.

Standort

Kontakt

Julia Killet

Regionalbüroleiterin Bayern, Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern/Kurt-Eisner-Verein

Telefon: +49 89 51996353