27. August 2018 Diskussion/Vortrag Braucht die Welt den Finanzsektor?

Attac-Palaver

Information

Veranstaltungsort

EineWeltHaus
Schwanthalerstraße 80
80336 München

Zeit

27.08.2018, 19:30 - 21:30 Uhr

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe

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Über die Paradoxie von Geldreichtum und sozialer Rückentwicklung im Finanzmarktkapitalismus

Machte der globale Handel mit Finanzprodukten in 1975 nur 8 % des globalen Bruttoinlandsprodukts aus, so stieg diese Zahl in 2015 auf 160 %. Im gleichen Zeitraum stiegen auch Staatsverschuldung und Massenarbeitslosigkeit dramatisch an, die Löhne sanken weltweit spürbar, die Reichen wurden reicher, die Armen ärmer und zahlreicher. Dabei wurde der Sozialstaat massiv abgebaut, die Gewerkschaften empfindlich geschwächt, Kinderarmut, Altersarmut und Einkommensungleichheit haben deutlich zugenommen. Das soziale Gefüge der Gesellschaften in Deutschland und den anderen westlichen Industrieländern ist insgesamt erschüttert. Diese negative Entwicklung im sozialen Bereich ist neben dem Migrationsproblem der Hauptgrund für den Erfolg der rechten Parteien. Dieser empirisch nachweisbare Befund führt zu einigen fundamentalen Fragen, die im Vortrag ausführlich erläutert werden sollen:

  • Gibt es einen kausalen Zusammenhang zwischen der sozialen Rückentwicklung und dem explosionsartig gewachsenen Finanzsektor?
  • Welche Rolle spielt dabei die Massenarbeitslosigkeit?
  • Wie ist der Finanzsektor entstanden und wie ließe er sich überwinden?

Referent: Mohssen Massarat ist gebürtiger Iraner, Professor im Ruhestand für Politikwissenschaft des Fachbereichs Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück mit den Forschungsschwerpunkten: politische Ökonomie, nachhaltige Entwicklung, Energie, Internationale Wirtschaftsbeziehungen, Friedens- und Konfliktforschung, Mittlerer Osten und Iran. Er gehört zum wissenschaftlichen Beirat von Attac. Er lebt jetzt in Berlin.

Eine Veranstaltung von Attac München in Kooperation mit dem KEV. 

Standort