Dokumentation https://bayern.rosalux.de/ Hier finden Sie unsere Dokumentationen. de Copyright Sun, 09 May 2021 15:16:33 +0200 Sun, 09 May 2021 15:16:33 +0200 TYPO3 Dokumentation https://bayern.rosalux.de/fileadmin/sys/resources/images/dist/logos/logo_rss.jpg https://bayern.rosalux.de/ 144 109 Hier finden Sie unsere Dokumentationen. news-44197 Tue, 27 Apr 2021 16:27:02 +0200 Das eine Prozent: Vermögen und Ungleichheit in Europa https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/44197?cHash=f1721930392d59f9afbfa24f9214bd66 Diskussion mit Thomas Piketty, Cansel Kiziltepe und Fabio De Masi Die Pandemie vertieft die ökonomische Ungleichheit. Während die weltweit reichsten 1.000 Miliardär*innen nur neun Monate brauchten, um die coronabedingten Verluste wieder wett zu machen, stehen große Teile der Bevölkerung unter Druck. Laut der Organisation Oxfam droht den Ärmsten weltweit ein verlorenes Jahrzehnt. Auch in Deutschland und Europa wird die Pandemie die Vermögenskonzentration verschärfen. Mit einer kürzlich vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung durchgerechneten Vermögensabgabe haben die Bundestagsfraktion der LINKEN und die Rosa Luxemburg Stiftung einen Impuls für die Verringerung der Vermögenskonzentration vorgelegt.

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news-44192 Tue, 27 Apr 2021 13:16:59 +0200 Faire Arbeit in Kunst und Kultur https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/44192?cHash=62111a2516df71e3e8edc24244c1e274 Online-Debatte: Kulturarbeit im Licht von Klasse und Krise Die Coronakrise erschüttert die Kulturbranche in ihrem Fundament. Es droht der Verlust kultureller Vielfalt und Infrastruktur und unzähliger beruflicher Existenzen vor allem von Soloselbständigen und Freiberufler:innen.

Wir ziehen Bilanz und fragen, was aus der Krise für den Kulturbereich zu lernen ist. Wie können linke Strategien und Maßnahmen aussehen, um Kulturarbeiter:innen besser sozial zu sichern? Wie soll Kulturarbeit im Jahr 2030 aussehen und wie kommen wir dorthin?

Lesen Sie auch den Veranstaltungsbericht bei ver.di:
Was tun für faire Arbeit in Kunst und Kultur?

Um Antworten zu entwickeln, diskutieren wir im Plenum und in drei Panels folgende Fragen:

  • Wie kann Kulturförderung im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Diversität und soziale Sicherung verbessert werden, damit kontinuierliches Arbeiten ermöglicht und der Produktionsdruck verringert wird?
  • Wie steht es um Organisationsformen der kreativen Klasse – und vor allem wie groß ist deren politische und gesellschaftliche Wirkmacht?
  • Wie lassen sich Distinktions- und Ausgrenzungsmechanismen im Kulturbetrieb überwinden zugunsten von mehr Diversität? Denn «Kultur für alle» braucht zwingend «Kultur von allen».

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Fraktion DIE LINKE im Bundestag.

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news-44165 Wed, 14 Apr 2021 16:33:00 +0200 Der lange Weg zur Drohnenmacht https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/44165?cHash=d562384d5e5dc7ee92be756346fdb518 Wie können deutsche Kampfdrohnen gestoppt werden? Seit über zehn Jahren bereitet die Bundeswehr die Beschaffung bewaffneter Drohnen vor. Ab 2028 soll die «Eurodrohne»bereitstehen. Als «Überbrückungslösung» will die Bundeswehr ihre in Israel stationierten «Heron TP» bewaffnen. Parallel dazu steigt die Bundesregierung in die Entwicklung eines «zukünftigen Kampfflugzeugs» ein, das von autonomen Drohnenschwärmen begleitet werden soll.

Die Entscheidung zur Bewaffnung der israelischen Drohnen hatte die SPD in letzter Minute verschoben. Am 14. April 2021 spricht der Haushaltsausschuss des Bundestags über die Freigabe von Geldern für die Entwicklung der «Eurodrohne», die SPD-Führung hat angeblich breits ihre Zustimmung signalisiert. Im Sommer stehen dann vermutlich die Drohnenschwärme auf der Tagesordnung.

Für die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat Matthias Monroy die Studie «Unbemannte Systeme der Bundeswehr» über sämtliche Drohnen der Bundeswehr vorgelegt. Der Autor arbeitet heraus, wie Deutschland gleich mehrfach am Scheideweg zur Bewaffnung unbemannter Systeme steht. Mit der früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Ute Finckh-Krämer, die in der Partei als scharfe Kritikerin von Kampfdrohnen gilt, diskutieren wir Strategien gegen deren zunehmende Verbreitung. Es moderiert der Geschäftsführer der Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen Norbert Schepers.

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news-44055 Wed, 31 Mar 2021 15:51:10 +0200 «Jenseits von Kohle und Stahl» https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/44055?cHash=e9bf7cd05ef2d7e9d3fb4ad4306b780f Sozialgeschichte der Arbeit und Transformation der Industriegesellschaft: Veranstaltungsbericht und Videodokumentation Lutz Raphael, Sozialhistoriker und Professur für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Trier, charakterisiert sein/e wissenschaftsgeschichtliche Verortung und Herkommen in pointiert knapper Form als Mischung aus den Positionen des britischen Sozialhistorikers E.P. Thompson («The Making of the English Working Class») und des französischen Soziologen Pierre Bourdieu («La Distinction. Critique sociale du jugement»/ «Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft»).

Lutz Raphael, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Trier, behandelt in seinem 2019 veröffentlichten Band «Jenseits von Kohle und Stahl. Eine Gesellschaftsgeschichte Westeuropas nach dem Boom» die Geschichte der Deindustrialisierung bzw. des Umbaus der Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften in Großbritannien, Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland im Zeitraum von 1970 bis 2000. Darüber hinaus widmet er sich auch Fragen des Stellenwertes industrieller und manueller Arbeit und der Arbeiter*innenschaft im Kapitalismus, so etwa 2020 in seinem Beitrag «Arbeit im Kapitalismus» in der Zeitschrift «Arbeit – Bewegung – Geschichte» . 

In seinem Vortrag über die Entwicklung in Großbritannien, Frankreich und Deutschland zwischen 1970 und 2000 widmete er sich im ersten Schritt der «politischen Ökonomie der Deindustrialisierung», die er mit Beschäftigungskrisen infolge der «dritten industriellen Revolution», einer Neuverteilung industrieller Produktionsstandorte, einem Rückzug des Interventionsstaates und dem Durchbruch des Finanzmarktkapitalismus charakterisierte. Der «Abschied von Klassen und festen Sozialstrukturen» wurde in der behandelten Zeit vielfach als Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft beschrieben, in der die Arbeiter*innen gewissermaßen unsichtbar (gemacht) wurden. In der Folge geriet die Sozial- und Industriebürgerschaft unter Druck, was sich im Abbau lohnbasierter Sozialleistungen zeigte, aber auch in einer Krise der kollektiven Partizipation in der Arbeitswelt.

Im vierten Teil seiner Ausführungen («Facharbeit und Bildungskapital») ging Raphael auf die Neuverteilung von Wissen, Kompetenzen und somit auch Einfluss in der «dritten industriellen Revolution» ein. Dabei zeigten sich aber erhebliche Unterschiede zwischen den drei untersuchten Gesellschaften, in denen die je nationalen Bildungssysteme «Filter und Chancenverteiler» gewesen seien. In Deutschland habe das duale System sich als eine teilweise erfolgreiche Sperre gegen die Entwertung beruflicher Qualifikationen erwiesen. Die Betriebe hätten in dieser Phase sowohl als «Sicherheitsinseln» als auch als «Arbeitshäuser» gewirkt, indem einerseits eine stärkere Anerkennung durch eine soziale Mobilisierung festzustellen sei, was auch mit Kooperations- und Co-Management-Formen einhergehen konnte, andererseits «seelenlose Arbeitshäuser» ein wachsendes Konkurrenzwirken verdeutlichten. Die Großbetriebsstätte als Arbeitsort, ein wesentlicher Ort auch der Organisationskraft der Arbeiterbewegung, verlor schrittweise an Bedeutung. Daraus ergab sich auch eine gewisse «Peripherisierung der deindustralisierten Sozialräume». Deren Kennzeichen waren industrielle Brachen und Krisenregionen und eine «Krise der Vorstädte», denen eine industrielle Weiterentwicklung eher in bisherigen Randlagen und auch eine entsprechende Verlagerung der industriellen Beschäftigten in «suburbane Randzonen» gegenüberstand.

Abschließend stellte Raphael fünf zusammenfassende Thesen auf. Der «Fahrstuhleffekt» sei an ein Ende gekommen, statt des Versprechens auf einen allgemeinen Aufstieg gab es sowohl Gewinner*innen als auch viele Verlierer*innen. Betriebe und Unternehmen hatten Spielräume und nutzen sie unterschiedlich, von einer vollkommen einheitlichen und unausweichlichen Entwicklung von «Globalisierung» und «Deindustrialisierung» könne nicht gesprochen werden. Arbeits- und Sozialrecht behielten eine erhebliche Rolle und entwickelten sich keineswegs in eine Richtung aufeinander zu, sondern unterschieden sich erheblich. Demgegenüber sei eine «Ausweitung der Eigentümergesellschaft» in allen drei Gesellschaften festzustellen, wenngleich auf einem individuell vielfach sehr bescheidenen Niveau. Kaum eine Maßnahme der aggressiven Deregulierungs- und Deindustrialisierungspolitik der Regierung Thatcher (1979 bis 1990) war so populär wie der Verkauf der kommunalen Wohnungsbestände an deren Mieter*innen. Im Ergebnisse stand eine «Atomisierung der classes populaires» (oder «working classes»).

Es handelte sich um eine gemeinsame Online-Veranstaltung von Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Redaktion der Zeitschrift «Arbeit-Bewegung-Geschichte».

Moderation: Dr. Florian Weis (Rosa-Luxemburg-Stiftung). Grußwort für die Redaktion der Zeitschrift «Arbeit-Bewegung-Geschichte»: Dr. Dietmar Lange

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news-44010 Thu, 25 Mar 2021 10:29:59 +0100 150 Jahre Pariser Kommune https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/44010?cHash=76a0394191c8a152f5cdf00e352993c5 Der Beginn einer neuen Welt? Am 18. März, dem 150. Jahrestag der Ausrufung der Pariser Kommune, führten die Fondation Gabriel Péri (Paris) und die Rosa-Luxemburg-Stiftung (Berlin) eine Online-Veranstaltung durch, auf der deutsche und französische Historiker*innen und Politiker*innen ihre Perspektiven auf das weltgeschichtliche Ereignis diskutierten. Die Erfahrungen und das Erbe der Kommune haben sich in die Geschichte der Arbeiterbewegung, aber auch in die jeweilige nationale Geschichte Frankreichs und Deutschlands eingeschrieben. Zwischen den drei Podien wurden Dokumente und künstlerische Beiträge gezeigt, die von der kulturellen Ausstrahlung dieses historischen Ereignisses zeugen, das heute allzu oft nur noch am Rande erwähnt wird.

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news-43994 Thu, 18 Mar 2021 17:50:00 +0100 Weichen stellen für den grenzüberschreitenden Schienenverkehr https://www.rosalux.eu/de/article/1901.weichen-stellen-f%C3%BCr-den-grenz%C3%BCberschreitenden-schienenverkehr.html Onlinekonferenz des Büros Brüssel mit der linken EP-Fraktion. news-43914 Sat, 06 Mar 2021 16:33:31 +0100 Rosa150 https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/43914?cHash=01888d269fc4ee89200b098449ac7af1 Eine Ermutigung in Zeiten der Pandemie und anderer Katastrophen – Festival, 4. und 5. März 2021 Am 4. und 5. März 2021 begehen wir den 150. Geburtstag unserer Namenspatronin. Rosa Luxemburg war Sozialistin, Ökonomin, selbstbestimmte Frau, poetische Briefschreiberin und passionierte Naturliebhaberin. Sie war vieles – und noch viel mehr wurde nach ihrer Ermordung auf sie projiziert.

Ihren Geburtstag feiern wir! Langsam legen wir ihr Werk frei, wir verfolgen Spuren ihres Lebens und wie sich ihr Bild in der Geschichte änderte, mit viel Debatte, Live-Talks, neu entdeckten Briefen, Reportagen und künstlerischen Beiträgen. Den Umständen entsprechend wird das Programm digital ausgestrahlt.

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news-43824 Thu, 18 Feb 2021 15:17:00 +0100 «Die Widersprüche sind unsere Hoffnung» (Brecht) https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/43824?cHash=f7868f670b0e8313060c06189dff6778 Kunst und Medien: Brüche und Kontinuitäten, 1871 – 1990 – 2020 Die erste deutsche Einheit von 1871 wie die zweite von 1990 waren in europäische, ja planetarische Umbrüche eingebettet. Beide waren verbunden mit medialen Revolutionen: Der nach 1871 expandierende Zeitschriftenmarkt brachte die Welt wie nie zuvor in die Bürgerstuben, ein globales Korrespondentennetzwerk entstand, Schriftsteller publizierten ihre Romane häufig zuerst als Fortsetzungsserien – Netflix auf Papier. Telephone übertrugen das gesprochene Worte mit Hilfe elektrischen Stroms in die weite Ferne, sodass Menschen, die Tausende Kilometer voneinander entfernt waren, historisch erstmalig «in Echtzeit» miteinander kommunizieren konnten. Die erste aufgezeichnete Stimme weltweit, die man noch heute hören kann, gehört Feldmarschall Moltke, das erste Opfer von Paparazzi war Bismarck. Gleichzeitig entwickelten Künstlerinnen und Künstler neue Ausdrucksformen für diese Welt in Bewegung, in der die Eisenbahn zum Zeichen der Zeit sich entwickelte und die Bilder im Film das Laufen lernten.

Als Willy Brandt 1990 den ersten gesamtdeutschen Bundestag eröffnete, da gab es noch kein Internet. Seitdem wandelte und wandelt der digitale Umbruch eine neue Welt in Bewegung. Das Katastrophenzeitalter vor der deutschen Teilung und dem Kalten Krieg bleibt virulent, muss bei heutigem Handeln mitbedacht werden.

Wie soll die deutsche Geschichte erinnert werden? Brauchen wir neue Formen der Aufarbeitung der selbstverschuldeten Verbrechen ohne deren Zeitzeugen? Brauchen wir positive Erinnerungsorte wie etwa die Frankfurter Paulskirche, in der bereits 1848 Demokraten versuchten, eine Republik zu verwirklichen? Wie sollte die deutsche Geschichte verflochten werden mit Erinnerungen unserer Nachbarn und mit der von Menschen mit Migrationsgeschichte unter uns?

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news-43795 Sun, 14 Feb 2021 13:57:16 +0100 Die (Re)konstruktion der Welt https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/43795?cHash=f786ae64fc2401e5757d42edf4d513f7 Internationale Konferenz zu Hilfe, Solidarität und Politik, 12. bis 14. Februar 2021 «Das Politische in unserer Zeit muss von dem Imperativ ausgehen, die Welt gemeinsam zu rekonstruieren. Damit die Idee der Entkolonialisierung in planetarischem Maßstab irgendeinen Wert hat, kann sie nicht von der Annahme ausgehen, dass ich reiner bin als mein Nachbar.» Achille Mbembe

Eine Konferenz nicht nur zur miserablen Lage der Welt, sondern auch und vor allem zu den Möglichkeiten ihrer Rekonstruktion zu einem Ort, den zu bewohnen sich endlich lohnen wird. In Vorträgen und Foren geht darum, das Verhältnis von Hilfe, Solidarität und Politik aus dem Versprechen zu bestimmen, das wir uns in der Erklärung der Menschenrechte selbst gegeben haben: Das Versprechen einer globalen und sozialen Ordnung, in der die uns allen zuerkannten Rechte voll verwirklicht wären.

Viele Krisen fügen sich derzeit zu einer Weltkrise, die sich in der Corona-Pandemie verdichtet. Der Zerfall der alten Weltordnung und der suprastaatlichen Strukturen, das Eindringen der Ökonomie in jeden Winkel des Lebens, die Rückkehr einer autoritären Nationalstaatlichkeit, die Klimakrise und die Kapitulation der Politik – alle Symptome dieser Krise bringt das Virus auf ihren Punkt. Unausweichlich und handgreiflich wird die Weltkrise dort, wo das Überleben von Abertausenden, manchmal sogar Millionen Menschen an der Hilfe hängt, die ihnen gewährt oder verweigert wird. In welcher Welt leben wir, wenn Hilfe nur noch eine Weltordnung stabilisiert, die immer hilfsbedürftiger wird? Und: Was ist das für eine Welt, in der Hilfe nur noch Ausdruck der Unfähigkeit ist, sie anders und besser zu machen?

Hilfe muss heute schon Zeugnis von der Welt ablegen, die sie vorfindet und dabei sich und anderen Rechenschaft über die eigenen Erfahrungen und das eigene Tun ablegen. Wir wollen diese Erfahrungen politisch zur Diskussion stellen. Dabei kann es aber kann es nicht nur um die Krise, es muss ihr stets auch um deren Lösung gehen: zumindest um Versuche einer Lösung. Von solchen Lösungsversuchen wissen wir immerhin, dass sie global sein müssen, Lösungsversuche für ausnahmslos alle, wenn sie gerecht und deshalb tragfähig sein sollen. Und die erste Frage, die von uns allen zu beantworten ist, ist die Frage nach den Möglichkeiten, eine Politik zu beenden, die das Ende von Politik bedeutet, weil sie die Bearbeitung der globalen Probleme aufgibt und Hilfe als Müllabfuhr für die globalen Verwüstungen des Kapitalismus instrumentalisiert.

Die Diskussion der in der Hilfe gesammelten Welterfahrung spürt die Anfänge einer erneuerten Politik in den Praktiken der Solidarität auf, die in den globalen Protesten für Klimagerechtigkeit, den transnationalen feministischen und antirassistischen Bewegungen, den lokalen Aufständen für Demokratie, Menschenrecht und ein würdiges Leben aufscheinen. Von dort her will unser Kongress «Die (Re)konstruktion der Welt» das Verhältnis von Hilfe, Solidarität und Politik aus dem Versprechen bestimmen, das wir uns in der Erklärung der Menschenrechte selbst gegeben haben: Das Versprechen einer globalen und sozialen Ordnung, in der die uns allen zuerkannten Rechte voll verwirklicht wären.

In nächster Zeit werden die bearbeiteten Aufzeichnungen der einzelnen Panels hier präsentiert. 

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news-43823 Thu, 11 Feb 2021 14:30:00 +0100 «Nicht die Flüchtlinge machen das Problem, sie machen es bewusst» (Volker Braun) https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/43823?cHash=61e33d9ebbce8cad42833a02977dcb98 Flucht, Migration und Auswanderung am Beispiel der Familie Ruge In der Familiengeschichte des Schriftstellers Eugen Ruge zeigen sich Bruchlinien deutscher und internationaler Historie, und das nicht nur in seinen internationalen Erfolgen «In Zeiten des abnehmenden Lichts» und «Metropol».

Auf dieser Veranstaltung werden wir auch über Arnold Ruge (1802-1880) sprechen, der in der 1848er-Revolution – als Abgeordneter in der Frankfurter Paulskirche, wo er der demokratischen Linken angehörte – für eine europäische Republik stritt. Mit Haftbefehl gesucht, ging er wie Marx und Engels ins Exil nach London. Wie aber kam es, dass er schließlich einen Ehrensold auf persönlichen Wunsch von Reichskanzler Bismarck erhielt?

Der bedeutende Historiker Wolfgang Ruge (1917-2006) wiederum floh mit seiner kommunistischen Familie vor Hitler in die Sowjetunion und landete in Stalins Lagerwelt. Eugen Ruge, der im Verbannungsort seines Vaters hinter dem Ural geboren wurde, floh schließlich aus der DDR aufgrund von deren stalinistischer Reformunfähigkeit.

Dies sind nur wenige Schlaglichter einer dramatischen Familiengeschichte, der sich Eugen Ruge immer wieder annähert. Er schreibt dabei kein dokumentarisches, sondern ein literarisches Werk mit übergreifenden Themen. Der neue Roman «Metropol“ ist aktueller, als der Autor beim Schreiben ahnen konnte. Er erzählt eine Geschichte im Moskauer Exil darüber, «was Menschen zu glauben bereit, zu glauben imstande sind». Wer fragt sich das nicht täglich: was er glauben kann in einer verrückten, noch nie erlebten Realität?

Darüber sprachen wir am 11.2.2021 mit Eugen Ruge.

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