Dokumentation https://bayern.rosalux.de/ Hier finden Sie unsere Dokumentationen. de Copyright Mon, 25 Jan 2021 19:41:39 +0100 Mon, 25 Jan 2021 19:41:39 +0100 TYPO3 Dokumentation https://bayern.rosalux.de/fileadmin/sys/resources/images/dist/logos/logo_rss.jpg https://bayern.rosalux.de/ 144 109 Hier finden Sie unsere Dokumentationen. news-43648 Thu, 14 Jan 2021 12:00:00 +0100 Frauenhass und rechter Terror: «Incels» https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/43648?cHash=c0386b7a6b7b80ea3f2345047c150b0c Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults «Incels» ist die Kurzform für «Involuntary Celibates» – unfreiwillig im Zölibat Lebende. Sie treffen sich in Onlineforen und auf Imageboards und lamentieren darüber, keinen Sex zu haben, obwohl dieser ein naturgegebenes männliches Grundrecht sei. Im mildesten Falle artikuliert sich ihr Denken in Depressionen und Selbstmitleid, im schlimmsten Falle in der Glorifizierung von Kindesmissbrauch, sexueller Gewalt oder dem Femizid. Incels sind jedoch keine «schwarzen Schafe» oder «Ausnahmeerscheinungen» innerhalb der kapitalistisch-patriarchalen Verhältnisse, sondern Ausdruck einer Gesellschaft, in der die Abwertung des Weiblichen an der Tagesordnung ist. Obwohl Incels weltweit für Gewalt- und Terrorakte gegen Frauen* verantwortlich sind, gibt es wenig Profundes über sie.

Es ist das Verdienst der Publizistin und Autorin Veronika Kracher, eine erste umfassende Darstellung und Analyse des Phänomens vorzulegen. Im Gespräch mit ihr: Juliane Lang (Uni Gießen/ Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus).

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news-43570 Tue, 29 Dec 2020 16:24:34 +0100 «Der Mensch wird abgerichtet, oder er wird hingerichtet» (Wedekind) https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/43570?cHash=014beed76bbaf97c153149b134cb8f19 Kolonialismus, Stellvertreterkriege, Neuordnungen: 1871 – 1990 – 2020 news-43436 Mon, 30 Nov 2020 15:12:14 +0100 Happy birthday, Friedrich Engels! https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/43436?cHash=47c8bcb7a1d8befbefdabbefc071871b Digitale Feier am Vorabend seines 200. Geburtstags Ohne Friedrich Engels wäre Marxʼ Werk unmöglich gewesen. Der Marxismus war im Ursprung ein Engels-Marx-Ismus. Wer heute von Sozialismus redet, kann und darf Engels nicht vergessen. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung feiert ihn an seinem 200. Geburtstag.

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news-43403 Mon, 23 Nov 2020 13:34:00 +0100 «Wir wollen alles verändern» https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/43403?cHash=840cdee6a5d0a93de2ca30dfd6d40fdf Perspektiven auf Femizide und geschlechtsbasierte Gewalt Während die Selbstorganisation gegen Femizide an vielen Orten der Welt den Ausgangspunkt einer transnational vernetzten feministischen Bewegung bildete, blieb es in Deutschland zu diesem Thema lange ruhig. Dabei werden auch hierzulande Frauen getötet, weil Männer ihre Vormachtstellung und Dominanz beweisen wollen. Tötungen, die nur vor dem Hintergrund eines hierarchischen Geschlechterverhältnisses und dessen beständiger Wieder-Herstellung verstanden werden können. Femizide sind dabei aber nur der extreme Ausdruck geschlechterbasierter Gewalt, sie sind verbunden mit einer Vielzahl an mehr oder weniger subtilen Formen. Nicht erst seit dem Auftreten von Corona hat diese Gewalt zugenommen, sondern bereits in einem immer krisenhafter werdenden kapitalistischen Alltag.

Nicht umsonst ist die Losung lateinamerikanischer Feminist*innen «Wir wollen alles verändern». Aber was heißt das? Was müssen wir tun, wie, wo und mit wem müssen wir kämpfen für ein Leben ohne Gewalt.

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news-43367 Thu, 19 Nov 2020 10:59:19 +0100 Spurwechsel: Einstiege in die autofreie Stadt https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/43367?cHash=0b9cabf038b29f1a4cf8cf8dd4d0bf6c Eröffnung der Reihe «Gerechte Mobilität und alternative Produktion» Fahrradfahrende Kinder auf der Straße, Fußgänger, die Spaß daran haben, durch die Stadt zu spazieren, Grünflächen, auf denen man verweilen mag – so könnten unsere Städte aussehen, gäbe es weniger Autos in unseren Städten.

Unsere Städte leiden sowohl unter der Luftverschmutzung als auch unter dem Flächenverbrauch fürs Auto. Viele Menschen jedoch, ganz besonders Pendler*innen aus dem Umland, sind auf das Auto angewiesen, einfach aufgrund mangelnder Alternativen. Eine seit Jahrzehnten verfehlte Verkehrs- und Wohnungspolitik, die einseitig das Auto und die Zersiedelung des Umlands fördert, ist dafür verantwortlich.
Als Antwort auf die Corona-Krise sind in vielen Städten «Pop-up»-Radwege entstanden, die zeigen, was alles möglich ist, sobald dies politisch gewollt ist.

Wir diskutieren mit den Verkehrswendeinitiativen Changing Cities aus Berlin und Ecologistas en Accion aus Madrid, sowie der LINKEN. Berlin und der spanischen Linkspartei PODEMOS aus Madrid, wie eine «Stadt für Alle» erreicht werden kann, in der niemand unter Luftverschmutzung und Verkehrschaos leiden muss und jeder sicher und bequem mit dem Rad oder dem ÖPNV von A nach B kommt.

Changing Cities hat 2016 erfolgreich den Fahrradentscheid in Berlin angestoßen. Ecologistas en Accion haben in Madrid einen Eilantrag gestellt, um die autofreie Zone in der Innenstadt von Madrid zu erhalten. Wir möchten mit Euch diskutieren: Wie können die Bündnisse für autofreie bzw. autoarme Städte gestärkt werden? Wie sieht es mit der Umsetzung des Mobilitätsgesetzes in Berlin aus? Vor welchen Herausforderungen steht Madrid ganz aktuell, nachdem die Konservativen die Regierung übernommen haben? Wie kann Mobilität für alle garantiert werden, egal, wie dick der Geldbeutel ist? Wo kann und muss die Politik umsteuern und nachbessern?  Was können andere Verkehrswendeinitiativen von Ecologistas en Accion und Changing Cities lernen?
 

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news-43368 Thu, 19 Nov 2020 10:59:19 +0100 Zur ökologischen Notwendigkeit einer Nachhaltigkeitsrevolution https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/43368?cHash=9fe45bd560e34dd0f277111406f244eb Welche Rolle spielen die Gewerkschaften? Videodokumentation der «Luxemburg Lecture» mit Klaus Dörre Mit der Klimakrise spitzen sich Widersprüche der kapitalistischen Wirtschaftsweise zu: Das wichtigste Mittel zur Überwindung wirtschaftlicher Krisen, die Erzeugung von Wirtschaftswachstum nach den Kriterien des Bruttoinlandsprodukts (BIP), das immer mit steigendem Ressourcen- und Energieverbrauch einhergeht, hat ökologisch katastrophale Folgen. Diese Erkenntnis ist im Prinzip nicht neu. Der ökologische Gesellschaftskonflikt hat aber, so der Jenaer Soziologe Klaus Dörre, trotzdem eine neue Qualität, weil die Zeit für ein Gegensteuern knapp wird (laut IPCC wird zur Einhaltung des ein 1,5-Grad-Szenario bis spätestens 2050 ein vollständig dekarbonisiertes Wirtschaftssystem benötigt).

Hauptverursacher klimaschädlicher Treibhausgasemissionen in Deutschland ist, neben dem Energiesektor, Gebäudeemissionen und der Landwirtschaft, vor allem der Verkehr. Als einziger Wirtschaftssektor hat er bislang nichts zur Emissionsreduktion beigetragen. Es handelt sich dabei einerseits um einen Kern-Sektor des deutschen Kapitalismus, in dem eine nicht unerhebliche Anzahl von Menschen unmittelbar und eine noch größere Zahl mittelbar entlang der Wertschöpfungskette des Automobils beschäftigt ist. Andererseits sind aber auch Umbruchprozesse schon in vollem Gange: Der Abbau von Überkapazitäten in der Produktion zusammen mit geplanten Verboten für Verbrennungsmotoren, CO2-Grenzwerten und die beschleunigte Umstellung auf Elektroantriebe im wichtigsten Wachstumsmarkt China werden – gemeinsam mit der Digitalisierung und protektionistischen Handelspolitiken – zu einem weitreichenden Umbau des Wertschöpfungssystems Automobil führen. Die Corona-Pandemie hat diesen Prozess beschleunigt.

Dörre geht in seinem Vortrag der Frage nach, welche politischen Perspektiven sich hieraus für die Belegschaften insbesondere der Autoindustrie und ihrer Gewerkschaften ergeben könnten. Seine These: «...Gewerkschaften können eine progressive gesellschaftliche Rolle nur spielen, wenn sie sich zu Protagonisten einer Nachhaltigkeitsrevolution entwickeln. Ihre besondere Aufgabe besteht darin, ökologische Nachhaltigkeit durch einen Kampf auch und gerade für soziale Nachhaltigkeit zu befördern oder überhaupt erst möglich zu machen.»

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news-43369 Thu, 19 Nov 2020 10:59:19 +0100 Spurwechsel: Transformation der Autoindustrie als internationales Projekt https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/43369?cHash=52f998bffa886f984063e6aea71d2d2c Wie kann eine ökologische Mobilitätswende gelingen? Die Autoindustrie ist ein globales Schwergewicht: 2019 sind weltweit 65 Millionen Autos neu verkauft worden, Millionen Menschen arbeiten in der Autoindustrie und ihren dazugehörigen Zulieferern. Die Wertschöpfungsketten verteilen sich über viele Länder der Erde und stellen für die jeweiligen lokalen Ökonomien einen wichtigen Anteil des verarbeitenden Gewerbes dar. Dennoch zeigt uns der fortschreitende Klimawandel, dass Teile der Autoindustrie auf andere, klimafreundliche Mobilitätsgüter umschwenken müssen – hin zu Schienenfahrzeugen für Passagiere und Frachtgüter, und hin zu Fahrzeugen für den Nahverkehr, denn der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem seit Jahren die Treibhausgasemissionen steigen. Wir brauchen also einen globalen Green New Deal für den Verkehrssektor, mit einem Investitionsprogramm in den ÖPNV und den Schienenverkehr.

Im Rahmen dieser Online-Konferenz möchten wir diskutieren, vor welchen Herausforderungen die europäische und nordamerikanische Automobilindustrie stehen und welche möglichen Ansatzpunkte für eine Transformation der Automobilindustrie existieren. Wie kann ein Umstieg auf ökologische Mobilitätsgüter wie Schienenfahrzeuge, Fahrzeuge für den ÖPNV, Lastenfahrräder und elektrische Fahrräder gelingen? Welche Art von Industriepolitik brauchen wir, um den Umbau der Autoindustrie zu ermöglichen? Wie kann dabei Beschäftigung gesichert werden? Welche Rolle können hier die Gewerkschaften spielen? Wie müssen die politischen Rahmenbedingungen in der internationalen Handelspolitik, Klimaschutzgesetzgebung und Wirtschaftspolitik gestaltet werden, um die Konversion der Automobilindustrie zu unterstützen? Wie kann der Green New Deal im Verkehrssektor, dem einzigen Sektor, wo in den letzten Jahren die CO2-Emissionen gestiegen sind, nutzbar gemacht werden?
 

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news-43362 Wed, 18 Nov 2020 14:09:19 +0100 Spurwechsel: Wie die Mobilitätswende auf dem Land gelingt https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/43362?cHash=f80b08bc0642843a5ab8edd20bc30f1e Diskussion zur europäischen Mobilitätswoche Mobilität auf dem Land ist ohne Auto für viele Menschen schwer vorstellbar. Die urbane Zentralisierung und der Rückbau der Schieneninfrastruktur haben Landbewohner*innen immer abhängiger vom eigenen Auto werden lassen. Wie kann unter diesen Umständen die sozial-ökologische Mobilitätswende auf dem Land gelingen?

Viel wird über die Verkehrswende in der Stadt geredet. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass Mobilität auf dem Land unter anderen Voraussetzungen stattfindet: Zu stark sind viele ländliche Regionen von der Ausdünnung und Unterfinanzierung des ÖPNV und einer lückenhaften Nahversorgung geprägt. Essenzielle Infrastrukturen der Gesundheit, Kultur und Bildung werden in einer neoliberalen Politik systematisch abgebaut und in urbanen Räumen zentralisiert. Welche Rolle spielt also die Regionalentwicklung für eine linke Politik der sozial-ökologischen Mobilitätswende? Welche politischen Maßnahmen sind zur Stärkung einer öffentlichen Verkehrsanbindung in der Fläche notwendig? Und wie kann die Mobilitätsgarantie auf dem Land gesichert werden?

Zur europäischen Mobilitätswoche diskutieren Bastian Kettner (wiss. Mitarbeiter Büro Ingrid Remmers, MdB für Die LINKE), Eleonore Harmel (Thünen-Institut für Regionalentwicklung e.V.) und Carl Waßmuth (Mitautor «Verkehrswende - ein Manifest»). Moderation: Caspar Schwietering (Tagesspiegel)

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news-43349 Tue, 17 Nov 2020 12:00:13 +0100 Vernetzter Faschismus https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/43349?cHash=5670fe4fd6f127734582c96303420b13 Ein umstrittenes Phänomen und seine digitale Form Wie tauglich ist der Faschismus-Begriff Mussolinischer Prägung für die aktuellen Erscheinungen eines globalen Rechtsrucks mit so unterschiedlichen autoritären Akteur*innen wie Putin, Orbán, Bolsonaro, Trump, Le Pen und in Deutschland Höcke? Mit welchen manipulativen Techniken rechte Hetzer*innen in den sozialen Medien versuchen, Ängste zu verstärken, Verwirrung zu stiften und Mehrheitsverhältnisse zu verzerren?

In einer doppelten Buchpräsentation beleuchten zum einen der britische Faschismusforscher Roger Griffin (Oxford Brookes University) und sein Übersetzer Martin Hamre die Genese wissenschaftlicher Annäherungen einer vergleichenden Faschismusforschung. Zum anderen präsentieren die beiden Autoren Maik Fielitz (IDZ Jena) und Holger Marcks (Universität Hamburg) ihre Neuerscheinung «Digitaler Faschismus». Die Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl (Wien) wird mit die Autoren der beiden Bücher klären, was sie miteinander verbindet und welche Rolle dabei der Faschismusbegriff spielt.

Die weiteren Veranstaltungen der Reihe finden sich im Flyer.

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news-43334 Wed, 11 Nov 2020 13:44:44 +0100 Gefährliche Pestizide und Nierenversagen in Zentralamerika https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/43334?cHash=d261d7fc70666190458c2ecfb3839c55 Dokumentation des Online-Seminars Seit 20 Jahren beobachten Expert*innen eine auffällige Häufung von chronischem Nierenversagen in Zuckerrohranbaugebieten Zentralamerikas. Arbeiter*innen auf den Plantagen sind davon ebenso betroffen wie die im Umfeld lebenden Familien. Über 20.000 Menschen sind bisher an chronischer Niereninsuffizienz in der Region gestorben. Hitzestress auf den Plantagen, Dehydrierung und der Einsatz von Pestiziden, wie den im Zuckerrohranbau vielfach eingesetzten Herbiziden Paraquat und Glyphosat, werden für die Krankheit verantwortlich gemacht. Im Verdacht stehen auch hochgiftige Pestizide, die aufgrund ihrer Umwelt- und Gesundheitsrisiken in der Europäischen Union (EU) explizit verboten sind, jedoch weiterhin von europäischen Unternehmen in Länder des Globalen Südens exportiert werden. 

Bei einer Online Veranstaltung am 4.11.2020 konnten uns dazu Ana Celia Tercero (Direktorin der Frauenorganisation APADEIM) aus Nicaragua und Adalberto Blanco (Mitarbeiter des Kooperativenverbands FECORACEN) aus El Salvador Erfahrungsberichte zur Situation vor Ort vermitteln. Die beiden Aktivist*innen berichteten von den Arbeits- und Lebensbedingungen und den dramatischen Auswirkungen des Einsatzes hochgiftiger Pestizide auf Gesundheit und Umwelt in den Zuckerrohranbaugebieten El Salvadors und Nicaraguas, jedoch auch vom Widerstand der Betroffenen.

Als Experte für akute und langfristige Folgen des Pestizideinsatzes auf die menschliche Gesundheit konnte der Toxikologe Peter Clausing (Pestizid Aktions-Netzwerk) eine Einschätzung zu diesen Erfahrungsberichten im Zusammenhang mit chronischem Nierenversagen geben. In der Diskussion ging es gemeinsam mit dem Publikum unter anderem um die Frage, welche politischen Maßnahmen auch von Deutschland aus ergriffen werden können, um die Gesundheit der Menschen in den zentralamerikanischen Zuckerrohranbaugebieten sicherzustellen.

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