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        <title>Dokumentation</title>
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        <description>Hier finden Sie unsere Dokumentationen.</description>
        <language>de</language>
        
            <copyright>Copyright</copyright>
        
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            Sun, 13 Sep 2026 03:23:39 +0200
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            Sun, 13 Sep 2026 03:23:39 +0200
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            <title>Dokumentation</title>
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                        <pubDate>
                            Wed, 05 Aug 2026 14:29:07 +0200
                        </pubDate>
                        <title>Die Rosa-Luxemburg-Stiftung auf dem Katholikentag 2026 </title>
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                        <description>Bericht zum Katholikentag vom 13. - 17.5.26 in Würzburg und der Präsenz der RLS </description>
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                                <p>Katholikentage wie auch Kirchentage sind große gesellschaftspolitische Events der aktiven Zivilgesellschaft über die Kirchen hinaus, bei denen es um die konkrete Situation in den Kirchen in der heutigen Gesellschaft und in den heutigen Auseinandersetzungen geht und um die gesellschaftspolitische Verortung der Kirchen selbst. Es sind also auch Orte der politischen innerkirchlichen Auseinandersetzungen. Allerdings wurden auf den Evangelischen Kirchentagen der letzten Jahre unbequeme gesellschaftskritische Fragen wie zur Friedens- und Sicherheitspolitik zunehmend aus den Kirchentagen herausgedrängt – so nicht auf dem Katholikentag 2026.</p>
<p><strong>Der Katholikentag in Würzburg 2026&nbsp;</strong></p>
<p>In unsicheren Zeiten erhielt der Katholikentag, der sich selbstbewusst das Motto gab <strong>„Hab Mut, steh auf“,</strong> ein neues politisches wie auch geistliches Gewicht mit Blick auf die Reformprozesse der Kirche, Erneuerung und Aufarbeitung des Missbrauchs. Das Motto dieses Katholikentags war aufs Handeln ausgelegt, darauf, der Ohnmacht etwas (Widerständiges) entgegenzusetzen.&nbsp;ZdK-Präsidentin Imre Stetter-Karp verband dieses Motto mit dem Anliegen, Mut zu machen, die Menschenwürde zu verteidigen. „Wir stellen uns gegen Hass und Hetze, die das Klima in unserem Land zu vergiften drohen. Es ist christliches Profil, wenn wir sagen:<a href="https://www.katholikentag.de/leitwort" target="_blank" rel="noreferrer"> Nicht mit uns!</a>“&nbsp;Hierzu gehört die Erklärung der Deutsche Bischofskonferenz vom Februar 2024 nach der „<a href="https://www.dbk-shop.de/media/files_public/81db11f0a4662118908038c2640b9019/DBK_10148neu.pdf" target="_blank" rel="noreferrer">Völkischer Nationalismus und Christentum unvereinbar“ sind</a>.&nbsp;AfD ist deshalb auch auf Katholikentagen verboten<strong>.&nbsp;</strong>Auch deshalb verurteilte erstmalig in einem Wahlprogramm die AfD die Amtskirchen und forderte sie auf, ihre „willkürliche und unverständige Verachtung gegenüber der AfD zu überwinden. Die Kirchen sollten sich aus operativ-politischen Fragen heraushalten.“(3)&nbsp;</p>
<p>Gerade das war nicht das Anliegen dieses Katholikentags&nbsp;2026, der zu den „<strong>politischsten“&nbsp;</strong>Katholikentagen(4) zählte. Die Kirche müsse – so Heiner Wilmer, Vorsitzender der Bischofskonferenz – die Brandherde dieser Welt löschen. Er <a href="https://katholisch.de/artikel/68619-katholikentag-endet-mit-friedensappellen-und-gruss-vom-papst" target="_blank" rel="noreferrer">verwies auf die Situation im Sudan und er beschrieb Papst Leo XIV </a>als einen unerschrockenen „Anwalt des Friedens&quot;, auch wenn Mächtige versuchen, ihn lächerlich zu machen.(5) Sätze wie diese trugen diesen Katholikentag mit seinen 900 Veranstaltungen an fünf Tagen.</p>
<p>Mit ca. 74.000 Besucher*innen, darunter 23.000 Gäste mit Dauerkarten, 11.000 verkauften Tagestickets und ca. 40.000 Tagesgästen kamen mehr, als zuvor erwartet wurden. Neu waren „Mutmach“-Tickets für 25 Euro für Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren.&nbsp;</p>
<p>Auf den großen Podien wurden die Fragen von Frieden und Sicherheit, Gefährdungen der Demokratie, gesellschaftlicher Zusammenhalt, die Rolle sozialer Medien etc. diskutiert. Die Fragen von&nbsp;Krieg, Frieden und Sicherheit, darunter zwei Veranstaltungen zur Wehrpflicht, wurden neben den Fragen nach Gerechtigkeit, sozialem Zusammenhalt gegen soziale Polarisierung und Armut, Gefährdungen der Demokratie zu zentralen Fragen dieses Katholikentags.&nbsp;</p>
<p>Die Kirchen dachten nicht daran, wie Frau Klöckner vor Ort betonte, sich aus dem politischen Tagesgeschäft herauszuhalten, weil sie „keine weitere NGO“ sei. Dass zum Katholikentag keine AfD-Politiker eingeladen wurden, <a href="https://katholisch.de/artikel/68606-kloeckner-kirche-muss-halt-geben-und-ist-keine-weitere-ngo" target="_blank" rel="noreferrer">kommentierte sie nicht, meinte lediglich</a>: “Es gibt durchaus Positionen bei der AfD, die ich schwierig finde, mit dem christlichen Menschenbild zu vereinen.” Bundeskanzler Friedrich Merz wurde von den jugendlichen Teilnehmer*innen ausgepfiffen – ähnlich wie zuvor beim DGB-Kongress –; die wachsende Distanz zur Politik der CDU war unübersehbar. Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik, die Angst vor Krieg, sozialem Abstieg und die Suche nach Halt, Orientierung und Alternativen waren auch am Stand der RLS zu spüren.&nbsp;</p>
<p>Natürlich spielte auf dem Katholikentag auch die Situation der Katholischen Kirche und in den Kirchen bis hin zum Synodalen Weg eine Rolle. Wie weiter, wie soll sich die Kirche als Minderheit in der Gesellschaft verorten? Auf mehreren Podien fanden Aussprachen zum Missbrauch der Kirchen statt – Aufarbeitung mit konkreten Konsequenzen wurde gefordert.&nbsp;</p>
<p>In allen Gesprächen war eine tiefe Verunsicherung der Menschen zu spüren, die Suche nach Halt und Orientierung auch im Glauben und in der Gemeinschaft von Gläubigen, die Wut und Unzufriedenheit mit der Politik, Angst vor dem weiteren Auseinanderdriften der Gesellschaft, Angst vor einem weiteren Rechtsruck, vor sozialem Abstieg angesichts drohender Reformen, Angst vor Krieg und globalen Zuspitzungen und dies verbunden mit Überlegungen, wie man müsse sich nun verteidigen müsse.&nbsp;</p>
<p>Diese Themen bzw. die Verunsicherung der Menschen spiegelten sich auch bei zahlreichen Standgesprächen und natürlich konkrete Fragen zur Rosa Luxemburg Stiftung:&nbsp;<br />Wer seid Ihr? Was hat Rosa Luxemburg mit dem Katholikentag zu tun? Gut, dass Ihr da seid! Habt Ihr was zu &nbsp;.Habt Ihr noch Beutel? Ich kenne Euren Theorie-Podcast. Eine 6jährige zeigte auf den Theoriepodcast-Beutel und erklärte wer Rosa Luxemburg ist, Ältere erklärten was ihre Kinder bei den Linken machen … Wir wurden gesehen, erkannt und gebraucht.&nbsp;<br /><br /><strong>Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung zum Katholikentag&nbsp;</strong></p>
<p>Aus Anlass des 100. Jahrestages der Gründung des Bundes Religiöser Sozialisten Deutschlands (BRSD) luden dieser und die RLS am 13.5.2026 zum Empfang ein ins Felix-Fechenbach-Haus in Würzburg. &nbsp; Der BRSD wurde 1926 von Sozialisten, Sozialdemokraten und Kommunisten gegründet. Folglich gehörten zu den Gastredner*innen Vertreter*innen der Linkspartei, der SPD und der Katholischen Kirche. Den Gastvortrag hielt Bodo Ramelow, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Grußworte sprachen als Vertreter der katholischen Kirche Weihbischof Ulrich Boom, Diözese Würzburg, Ronja Endres, Landesvorsitzende SPD Bayern, Kerstin Griese, MdB, Staatssekretärin für Arbeit und Soziales.&nbsp;<br />Außerdem gab es ein musikalisches Programm mit „Lari und die Pausenmusik“ und Speisen und Getränken.&nbsp;</p>
<p>Über 100 Menschen hatten sich angemeldet, darunter zahlreiche Vertreter*innen aus katholischen Institutionen, u.a. auch katholische Arbeitnehmer-Bewegung, vom BDKJ (katholischer Jugendverband), vom Bund religiöser Sozialisten, Omas gegen Rechts, Diözesan-Komitee Würzburg Kolping, Katholikentat, Caritas, Pax Christi, Bonifatius-Werk, katholische Landjugendbewegung (KLB), Misereor, Bund katholischer Religionslehrer – alles in allem 75 Prozent der Besucher*innen aus dem katholischen Umfeld und 25% aus politischen Zusammenhängen inklusive Vertretern der Linkspartei. &nbsp;</p>
<p><strong>Stand der RLS auf der Kirchenmeile und Standgespräche (Stand-Nummer: LF-A-14)</strong></p>
<p>Die Rosa-Luxemburg-Stiftung konnte sich mit einem Stand auf der Kirchenmeile des Katholikentags, dort, wo auch zivilgesellschaftliche Organisationen und andere politische Stiftungen ihren Platz haben, im Bereich: Gesellschaftlicher Zusammenhalt (LF) mit ihren Gesprächsrunden und Publikationen präsentieren.&nbsp;</p>
<p>Bewährt haben sich auch am Stand der RLS auch auf diesem Katholikentag Interviews mit Politikern wie Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags, bei dem sich knapp 100 Menschen vor dem Zelt der RLS versammelten. Es ging um die Verteidigung der Demokratie und hierzu um den Schutz demokratischer Institutionen,&nbsp; beginnend bei der Verfassung bis hin zum Schutz einer demokratisch verfassten Zivilgesellschaft, zur Rolle von Kirchen und Religionsgemeinschaften im Kampf gegen die Rechtsausrichtung von Kirche und Gesellschaft und um Thüringer Politik.&nbsp;</p>
<p>Zu Gast am Stand der RLS diskutierten außerdem Martin Schirdewan und Özlem Demirel, die als Europaabgeordnete zum Europatag des Katholikentags eingeladen waren und über aktuelle europäische Entwicklungen sprachen. Auch hier vollziehe sich unter den Bedingungen von drei Rechtsfraktionen und den sich nicht klar abgrenzenden Konservativen ein deutlicher Rechtsruck nicht nur in der Migrationspolitik. So beschrieb Martin Schirdewan beschrieb die möglichen Folgen einer Reduzierung des EU-Haushaltes z. B. für die EU-Kohäsionspolitik – eines der wenigen sozial ausgleichenden Instrumente der EU. Özlem Demirel sprach über die Militarisierung der EU und deren ungebremste Aufrüstung.&nbsp;</p>
<p>Darüber hinaus gab es Gespräche über die Arbeit der Stiftung, insbesondere auch zum Studienwerk und hier über besondere Angebote wie „Lux Like Ausbildung“, das Stipendienprogramm für Azubis, zu Rosa Luxemburg und ihrem Verhältnis zu Religion und Kirche, zur Marxschen Religionskritik und zur „Gretchenfrage“ der Linken, zur Positionierung der Linken zu Krieg, Frieden und Sicherheit, zu gesellschaftlichen Alternativen. Präsentiert wurde von Professor Franz Segbers die VSA-RLS-Publikation: „Nicht wie Feuer und Wasser, Religion und Sozialismus: was wir von der Weimarer Zeit lernen können“. Zu unseren Gesprächspartnern zählte der Generalsekretär der Europäischen Bischofskonferenz (COMECE) – interviewt von der Vertreterin des Europäischen DIALOP-Projektes von Transform.</p>
<p>Zahlreiche Gespräche ergaben sich auch direkt mit Besucher*innen des Katholikentags, die die RLS bisher nicht kannten und wissen wollten, warum wir auf dem Katholikentag stehen, was uns wichtig ist, was Rosa Luxemburg mit Religion zu tun hat, wie wir zu Krieg und Frieden (vor allem in der Ukraine) stehen, zur Politik der Bundesregierung, welche Alternativen wir sehen und wie wir die durchsetzen wollen. Natürlich gab es auch Gespräche mit Besuchern, die die Arbeit der&nbsp; RLS kennen und schätzen, darunter den Theorie-Podcast.&nbsp;</p>
<p>Auch die Publikationen der Rosa-Luxemburg-Stiftung waren gefragt und auch hier das Interesse noch nie so groß wie auf diesem Katholikentag. Die Hälfte aller Broschüren, Papiere und Beutel war am Abend des ersten Tages verteilt.&nbsp;</p>
<p>Gefragt waren vor allem die Anti-Rassismus-Beutel, die gerne auch von älteren Frauen für Kinder und Enkel mitgenommen wurden und natürlich auch von jungen Frauen und Männern. Gezielt wurden die Theorie-Podcast-Beutel nachgefragt. Bei den Publikationen waren die „Renner“-Broschüren: Ungleichland, Wehrpflicht, die Materialien zur Pflege, zur Behindertenarbeit in leichter Sprache, der Abrüstungsatlas und der Atlas zur Migration. Gefragt wurde nach dem Verhältnis von Rosa Luxemburg zur Religion und hierzu nach ihrer Schrift „Kirche und Sozialismus“ von 1905.</p>
<p>Alles in allem – es war für die RLS ein anspruchsvoller und erfolgreicher Katholikentag, der es uns erlaubte viele Gespräche zu führen, zuzuhören, selbst zu lernen und zu verstehen, was die Besucher*innen bewegte nicht nur mit Blick auf den Event selbst. Es war ein Katholikentag, der keine Fragen oder Debatten ausklammerte, sondern auch Kontroversen und auch schwierige Themen wie die Reform der katholischen Kirche, die des sexuellen Missbrauchs zuließ und dafür vor Ort die Räume organisierte. &nbsp;Das war schon bemerkenswert, wie die Katholische Kirche sich als Reflektion- und Lernraum präsentierte.&nbsp;</p>
<p>So ist für uns als RLS zu hoffen, dass sich der nächste Evangelische Kirchentag vom 5. - 9. Mai in Düsseldorf – so wie der Katholikentag in Würzburg – sich wieder stärker als gesellschaftspolitischer Raum auch für notwendige gesellschaftliche Debatten öffnet, ohne notwendige Kontoversen wie in der Krieg-Frieden-Frage ausbalancierend weg zu moderieren.&nbsp;</p>
<p>Die RLS wird sich auf dem Markt der Möglichkeiten auf dem nächsten Evangelischen Kirchentag wieder gern mit ihren eigenständigen Angeboten einbringen.&nbsp;</p>
<p><i>Cornelia Hildebrandt&nbsp;</i></p>
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                        <pubDate>
                            Wed, 05 Aug 2026 12:24:42 +0200
                        </pubDate>
                        <title>Religionsblindheit der Linken in Zeiten des Rechtsrucks?</title>
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                                https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/55090
                            
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                        <description>Unter dieser Überschrift fand am 24./25. April 2026 ein religionspolitisches Kolloquium der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin statt</description>
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                            <![CDATA[
                                <p>Gegenüber Linken wird häufig der Vorwurf formuliert, dass diese die Bedeutung von Religion und damit auch deren gesellschaftspolitische Dimension unterschätzt, falsch bewertet oder dieser unkritisch gegenübersteht. Teilweise gehen Linke davon aus, dass Religion angesichts zunehmender Säkularisierung automatisch an Bedeutung verliert und deshalb keiner besonderen Aufmerksamkeit mehr bedarf. Zugleich aber lautet der Vorwurf gegenüber anderen Teilen der Linken, dass diese aus Gründen von Antirassismus oder Minderheitenschutz religiöse Praktiken weniger kritisch hinterfragen würden wie z.B. bei Themen wie Frauen- oder LGBTQ-Rechte oder Fragen der Meinungsfreiheit. Aber auch hierzu werden Gegenpositionen formuliert, die eher auf ein Nebeneinander von unterschiedlichsten Positionen innerhalb der Linken verweisen, auf unterschiedliche Perspektiven oder auf divergierende Abwägung von Rechtsgütern, von Menschen- und Freiheitsrechten bis hin zur Frage der Gewichtung von Religionsfreiheit als grundlegendes, in der Verfassung verankertes Recht.&nbsp;</p><aside class="infobox-float infobox-float--right"><p>Bericht von <strong>Dr. Viola Schubert-Lehnhardt </strong>und <strong>Cornelia Hildbrandt</strong>.</p></aside><p>Gerade angesichts von Krieg, Krisen, geopolitischen und gesellschaftlichen Umbrüchen, die Zunahme rechter evangelikaler Kirchen und der wachsenden Bedeutung eines neuen Rechtskatholizismus wie in der Regierung Trump müssen sich auch Kirchen und Glaubensgemeinschaften zunehmend gegen autoritäre Regierungen oder gegen die zur Macht drängenden rechten Parteien und Bewegungen zur Wehr setzen. Selbst in Deutschland liegt inzwischen in den traditionell am stärksten katholisch geprägten Bundesländern wie dem Saarland oder Baden-Württemberg der Anteil der AfD bei Wahlen bzw. in den Umfragen bei ca. 20 Prozent. Vor diesem Hintergrund positionieren sich die beiden christlichen Kirchen eindeutig und klar gegen die AfD, während auf dem politischen Feld die Brandmauer bröckelt. Zugleich wurde im parlamentarischen Raum die Forderung erhoben, die Kirche solle sich statt auf das politische Tagesgeschäft auf sinnstiftende Fragen und Seelsorge zurückziehen.&nbsp;</p>
<p>Angesichts dieser Entwicklungen stellt sich die Frage nach der Rolle von Religionen und Kirchen in unserer Gesellschaft neu.&nbsp; Welche Bedeutung haben sie im Kampf gegen den Rechtsruck? Wer bestimmt, welchen Platz in der Gesellschaft sie einnehmen und normativ gestalten sollen, wenn die Zahl der Glaubenden abnimmt und zugleich aber auch die religiöse Vielfalt zunimmt, die religiöse institutionalisierte und nicht institutionalisierte Landschaft diverser wird? Welche Rolle spielen Religionen, Kirchen und Glaubensgemeinschaften im Kampf gegen den Rechtsruck von Politik und Gesellschaft? Welche Rolle spielen sie, wenn es darum geht, das humanistische Erbe in Zeiten von Krieg, Krise und gesellschaftlicher Transformation zu verteidigen aus Perspektive von Linken? Und wie denkt die stark säkular geprägte Partei Die Linke über Religion und Kirche und deren Platz in der Gesellschaft und in den heutigen Auseinandersetzungen?&nbsp;</p>
<h3>Die Linke und Religion</h3>
<p>Die Veranstaltung begann mit einem Rückblick von Petra Pau (ehem. Vizepräsidentin des deutschen Bundestages) zu ihren eigenen Erfahrungen mit der Kirche in der DDR und den späteren Debatten innerhalb der Partei Linkspartei-PDS, bzw. die Partei Die LINKE. Die PDS habe lernen müssen, dass Religionsfreiheit kein Zugeständnis, sondern ein Grundrecht sei. Danach mussten sich auch spätere Programmentscheidungen der Partei ausrichten – ein schwieriger Lernprozess der damaligen Linken, der zugleich auch der Aufarbeitung des Scheiterns der DDR und einem neuen Selbstverständnis der Partei verbunden war.&nbsp;</p>
<p>Inzwischen hat sich jedoch mit dem Eintritt vieler neuer junger Leute in den letzten beiden Jahren die Zusammensetzung der Partei Die Linke stark verändert. Damit aber gehören frühere Lernprozesse der Partei, auch das Ringen der Linkspartei um ihr Verhältnis zu Religion und Kirche nicht mehr zum gemeinsam erarbeiteten Fundament der Partei. Auch der Abschlussbericht der religionspolitischen Kommission der Linken aus dem Jahr 2022, mit wichtigen Positionsbestimmungen für die Partei, sei kaum bekannt. Professor Franz Segbers (Theologe, Mitglied des Gesprächskreises weltanschaulicher Dialog bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung) betonte in seinem Beitrag, dass die Frage nach dem Verhältnis der Partei Die Linke zur Religion auch lauten müsse: Verhältnis zu welcher Gestalt der Religion?</p>
<h3>Kirche und Politik&nbsp;</h3>
<p>Es folgten religionssoziologische Überlegungen von Professor Dr. Detlef Pollack zum Verhältnis von Religion und Politik, sowie ein Panel zur gesellschaftspolitischen Rolle der Religionen in Deutschland. Dr. Patrick Schnabel (Oberkirchenrat, Theologischer Referent bei der Bevollmächtigten des Rates der EKD) und Claudia Gawrich (Leiterin der Arbeitsgruppe Kirche und Gesellschaft des Zentralrat der Katholiken, ZdK) &nbsp;gingen in ihren Beiträgen insbesondere auf Auseinandersetzungen mit Rechtsextremismus bzw. der AfD ein. Dr. Schnabel verwies darauf, dass das Kirchenrecht resilient gemacht werde, um AfD-Mitglieder in Ämtern oder Ehrenämtern zu verhindern, Frau Gawrich betonte noch einmal, dass völkischer Nationalismus mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild deshalb auch ein haupt- oder ehrenamtlicher Dienst in der katholischen Kirche unvereinbar sei. Die AfD habe deshalb auch keinen Platz auf Katholikentagen – auch nicht auf Deutschen Evangelischen Kirchentagen wie Dr. Schnabel ergänzt. Sowohl Herr Dr. Schnabel als auch Frau Gawrich erteilten der Forderung, die Kirche solle sich aus der aktuellen Politik heraushalten und sich den grundlegenden Fragen zu Leben und Tod stellen, eine klare Absage. Allerdings zieht das sich Einmischen in die aktuelle Politik auch politische Diskussionen und Kontroversen unter dem eigenen Kirchendach nach sich, wie derzeit in der evangelischen Kirche zu Krieg und Frieden – vor allem auch infolge der neuen EKD-Friedensdenkschrift. Im Kolloquium selbst drohte diese Debatte auch die Diskussion des Panels zu dominieren. &nbsp;</p>
<p>Frau Dr. Franziska Schneider (Geschäftsführerin des Humanistischen Verbands Deutschlands, HvD) sprach sich aus der Sicht ihres Verbands für ein gesellschaftspolitisches Engagement von zivilgesellschaftlichen Akteuren aus, einschließlich von Kirchen und Glaubensgemeinschaften oder eben Organisationen wie der HvD, die sich bewusst konfessionslos definieren. Aus ihrer Perspektive sind Kirchen in der Gesellschaft Orte die&nbsp;verbinden und Gemeinschaft stiften, Werte vermitteln und vielen Menschen bei der Orientierung im Leben helfen. Und auch wenn sie seit der Aufklärung zunehmend unter Druck stehen, sollte man ihren kulturellen Wert, ihre Tradition und ihre gewachsene ethische Reflexion nicht unterschätzen. Gleichzeitig vertrete der Humanistischer Verband ein anderes Fundament: ein Wertekonzept, das den Menschen selbst in den Mittelpunkt stelle – seine Würde, seine Freiheit, seine Verantwortung. Dabei verstehe sich der Humanistische Verband nicht als Gegenmodell <i>zu&nbsp;</i>Kirchen oder Glaubensgemeinschaften, sondern als Verband mit eigenständiger Perspektive, mit vielen ethischen Schnittmengen, aber auch klaren Unterschieden. Das heißt auch: die Kirchen sind für den HvD selbstverständliche Kooperationspartner; sie arbeiten vielerorts ganz konkret zusammen – in Projekten, in Initiativen, im Alltag. Gerade in einer Gesellschaft, die sich zunehmend in unterschiedliche Lebenswelten aufteilt, braucht es Akteure, die Brücken bauen und den Dialog gerade auch dann aufrechterhalten, wenn es Unterschiede gibt. Eine pluralistische und divers gestaltete Gesellschaft brauche plurale Angebote.</p>
<h3>Rechte und Religion</h3>
<p>Das dritte Panel war überschrieben mit „Religion als Machtressource der Rechten und Strategien gegen ihre Vereinnahmung“. Carlotta Voß (Forschungsinstitut für Philosophie Hannover) analysierte dazu die Situation in den USA unter Trump und ging insbesondere der Frage nach, wie Religion zu einem Machtfaktor der Politik Trumps werden konnte. Sie nannte als wesentliche Ursachen die sozioökonomische Ungleichheit im Spannungsverhältnis zum liberal-demokratischen Normenhorizont von Freiheit und Gleichheit – einem Aufstiegsversprechen, das für immer mehr Menschen längst nicht mehr realisierbar ist. Aber auch der digitale Raum werde als Nährboden für nicht Institutionen-gebundene Religiosität zunehmend von rechten und konservativen Akteuren bespielt, unterstützt von Netzwerken rechter Thinktanks mit religiösem Bezug. Letztlich biete auch die Amorphität der religiösen Sprache zeige sich als anschlussfähig für Krisen- und Leiderfahrung unterschiedlicher Provenienz.&nbsp;</p>
<p>Einen ganz anderen Zugang wählte Charlotte Jacobs (Stipendiatin der RLS) aus feministisch-theologischer Perspektive zu den Vernetzungen des Rechtskatholizismus im kirchlichen Raum und seinen Auswirkungen auf die Frauen- und Gleichstellungspolitik, alternative Lebensweisen, Projekte und Strukturen. Ihr war es zudem wichtig, Wege der Gegenwehr, des vernetzten Widerstands aufzuzeigen dem die Klassenanalyse zugrunde gelegt werden müsse. D. h., der Kampf gegen die AfD müsse die Demokratie verteidigend zugleich Klassencharakter tragen.</p>
<h3>„Mitmachfaschismus“ in der Kirche</h3>
<p>Diesem Anspruch stellt Michael Moser (Diplomsozialwissenschaftler am Institut für Kirche und Gesellschaft) die harten Realitäten vor Ort gegenüber. Er beschrieb die Differenz zwischen den Erklärungen der Kirchen und dem realen kirchlichen Leben in den Gemeinden, deren Brandmauern gerade auch dort, wo die AfD gesellschaftlich mehrheitsfähig wird, längst einreißen. Es gäbe inzwischen auch innerhalb der Kirchen in Deutschland einen „Mitmachfaschismus“. D. h., rechte Kräfte gäbe es auch in der Kirche, rechte Ideologie würde nicht nur von außen hereingetragen. In diesem Zusammenhang wurde die Frage gestellt, ohne ausdiskutiert zu werden: „Warum die Demokratie die Religion brauche?“. Wiederholt wurde darauf verwiesen, dass Losungen wie „Unsere Fahne hat kein Kreuz“ nicht ausreichen, auch nicht Darstellung moralischer Überlegenheit. Vielmehr brauche es eine andere Politik- wie auch eine antikapitalistische Wirtschaftspolitik.&nbsp;</p>
<h3>Humanismus und Religion</h3>
<p>Das vierte Panel stand unter der Überschrift „Das humanistische Erbe gemeinsam verteidigen – gegen wen?“ Professor Hans Joas (Sozialphilosoph, HUB) griff zunächst noch einmal die Frage nach der Religion unter den Bedingungen der Säkularisierung auf und erläuterte seinen Begriff der „säkularen Option“. Dieser bedeute eben keinen Wegfall von Religiosität, sondern ein „Hinzutreten von Etwas“, d. h. neben den Tendenzen der Säkularisierung treten zugleich auch neue Tendenzen der Sakralisierung bis hin zur Sakralisierung von Politik. Das humanistische Erbe – so Joas Kernidee – speist sich ebenso wenig wie der moralische Universalismus nicht aus einer einzigen Kultur, sondern wird zum Ergebnis historisch immer auch kontextgebundener&nbsp;Entwicklungen. Dabei sind die Menschenrechte als moderne Artikulationsform des moralischen Universalismus historisch spezifisch geprägt und immer auch durch politischen Missbrauch gefährdet. Entscheidend sei, wie sich das Spannungsverhältnis von moralischem und politischem Universalismus konkret beschreiben lässt. Joas erläutert dies u. a. am Beispiel der wechselhaften Entwicklung der Religionspolitik in der Sowjetunion und China. Özlem Nas (Schura Hamburg) begann ihre Ausführungen damit, dass Humanismus für sie bedeute, wahrzunehmen, wenn Menschen ungerecht behandelt werden. Um dagegen vorgehen zu können, müsse man sich vernetzen. Dabei dürfe man nicht davon ausgehen, dass die eigene Art zu leben, der Anspruch sei, wie alle Menschen zu leben haben. Weiterhin dürfe man heutzutage Demokratie nicht als gesichert denken. Es dürfe nicht nur über die Brandmauer gesprochen werden, sondern auch über Politik der CDU von Friedrich Merz, über gesellschaftliche Entwicklungen, die den Aufstieg der AfD immer wieder befördern.&nbsp;</p>
<p>Alle Teilnehmer*innen waren sich einig, dass das Gespräch weiter fortgeführt werden solle, insbesondere zur Frage von Krieg und Frieden. Dazu plant der Gesprächskreis „Weltanschaulicher Dialog“ eine eigene Veranstaltung.</p>
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                        <pubDate>
                            Tue, 23 Jun 2026 12:24:28 +0200
                        </pubDate>
                        <title>Frieden als Ernstfall in Zeiten atomarer Bedrohung</title>
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                                https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/54939
                            
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                        <description>Wie hängen friedliche und militärische Nutzung von Atomkraft zusammen?</description>
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                            <![CDATA[
                                <p>„Es gibt keine perfekte Sicherheit“, so der 2014 verstorbene Physiker Hans-Peter Dürr, Vordenker der welt-weiten Ökologie- und Friedensbewegung. „Es bleibt immer ein nicht berechenbares Restrisiko. Insbesondere bleibt das unberechenbare sogenannte menschliche Versagen übrig, ganz zu schweigen von den willentlich ausgeführten, bösartigen menschlichen Eingriffen, wie sie etwa durch Terrorangriffe oder Kriegseinwirkungen verursacht werden. Dies ist der Hauptgrund, der für mich als Kernphysiker ein absolutes Nein zur Kernenergie bedeutet.“</p>
<p>Die derzeitige Weltlage bestätigt Dürrs klare Haltung: Russlands Krieg gegen die Ukraine befindet sich mittlerweile im fünften Jahr, verbunden mit der wiederholten Drohung Russlands, im Zweifelsfall auch Atomwaffen einzusetzen. Der Iran wurde von den USA und Israel mit der Begründung bombardiert, eine iranische Atombombe zu verhindern. Das Friedensforschungsinstitut SIPRI warnt vor einem neuen nuklearen Wettrüsten. Im Kriegsfall wird zudem das militärische Risiko von Atomkraftwerken besonders deutlich: Russische Drohnen beschädigten bereits die Schutzhülle um den Tschernobyl-Reaktor, israelische und US-amerikanische Raketen schlugen jüngst nahe dem iranischen AKW Buschehr ein.</p>
<p>Der Atomausstieg in Deutschland wird gleichwohl bis hin nach Brüssel als „strategischer Fehler“ bezeichnet, viele Länder setzen (wieder) auf Atomkraft und propagieren den Bau „kleiner modularer Reaktoren“ (SMR). Friedliche und militärische Nutzung von Atomkraft – wie hängen beide zusammen? Diese und andere Fragen versuchen wir an diesem Abend zu beantworten und geben zugleich Einblick in eine meist übersehene Dimension der Kernenergie: die prekären Umstände der Gewinnung von Uran. Der neue Uranatlas ist dabei eine große Hilfe.</p>

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                        <pubDate>
                            Thu, 04 Jun 2026 11:31:02 +0200
                        </pubDate>
                        <title>Sicher Wohnen in Berlin</title>
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                                https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/54880
                            
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                        <description>Aufzeichnungen der wohnungs- und mietenpolitischen Konferenz, 29. und 30.5.2026</description>
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                            <![CDATA[
                                <p>Sicher Wohnen – Wer will es nicht? Aber: Berlin steckt weiter tief in einer Wohnungs- und Mietenkrise. Die Mieten werden erhöht und erhöht, Verdrängung, Mietwucher, zu wenig leistbarer Neubau; insgesamt ein Markt, der Profite über das Menschenrecht auf Wohnraum stellt. Zeit für eine kritische Bilanz – und dafür, wie das Mögliche (und das Unmögliche) machbar wird!</p>
<p>Auf der wohnungs- und mietenpolitischen Konferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Fraktion Die Linke im Abgeordnetenhaus Berlin haben wir am 29. und 30.5.2026 die Wohnungs- und Mietensituation in Berlin diskutiert. Einerseits zogen wir gemeinsam Bilanz, wie linke und progressive Wohnungs- und Mietenpolitik wirksam werden kann: Was ist gelungen? Welche Instrumente wurden erkämpft und eingeführt – vom „Berliner“ Mietendeckel über mehr Partizipation und Dialog mit Betroffenen und Initiativen bis zum Mietenstopp für Kommunale Wohnungsunternehmen usw.? Anderseits wagten wir den Ausblick: Wie können wir bezahlbaren und leistbaren Wohnraum gegen die Marktlogiken sichern? Wie werden sozial-gerechte, progressive linke Lösungen wie die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände, ein kommunales Wohnungsbauprogramm konkret? Wir stellen das Konzept eines Mietendeckels für kommunale Wohnungsunternehmen vor sowie Werkzeuge und Maßnahmen wie zum Beispiel&nbsp;Wohnungstausch, Mietwucher-Apps, Initiativen gegen Zwangsräumungen und Abriss oder Genossenschaftsmodelle für die Wohnungs- und Mietenkrise – gemeinsam mit der Stadtgesellschaft.</p>
<p>Auch der Entwurf des „Sicher-Wohnen-Gesetzes“ der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus wurde diskutiert. Das Gesetz fordert gesetzliche Sozialquoten und verpflichtet gewerbliche Vermieter mit mindestens 50 Wohnungen, einen steigenden Anteil freiwerdender Wohnungen zu gedeckelten Mieten an einkommensschwächere Haushalte zu vergeben. Vermieter mit mehr als 1.000 Wohnungen müssen zusätzlich 10 Prozent der Sozialquote für wohnungslose Menschen reservieren. Gefordert wird auch eine Mietpreisdeckelung. Dieses Amt soll die Einhaltung der Regeln überwachen und durchsetzen. Insgesamt sind berlinweit rund 840.000 Wohnungen von den neuen Regelungen betroffen. Hinzu kommen mehr Transparenz auf dem Immobilienmarkt, ein faktischer Abrissstopp und ein neues Landesamt zur Durchsetzung der Regeln. Und ein faktischer Abrissstopp soll die Vernichtung bestehenden bezahlbaren Wohnraums verhindern.</p>
<p>Für eine Stadt, in der Wohnen keine Ware ist. Denn der Markt regelt es nicht!</p>
<p>Mit dabei waren neben vielen anderen:&nbsp;<br /><strong>Elif Eralp, Caren Lay, Helena Steinhaus, Niklas Schenker, Katrin Lompscher, Alina Holze, Andrej Holm, Andreas Barz, Carola Handwerg, Carmen Giovanazzi, Christoph Trautvetter, Cihan Sinanoğlu, Eike Roswag-Klinge,&nbsp;Ian Brossat, Kerstin Wolter, Linus Westheuser, Max Schirmer, Nicole Mayer-Ahuja, Nina Scholz, Regine Sommer-Wetter, Wibke Werner</strong></p>
<p>Eine Konferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Fraktion Die Linke im Abgeordnetenhaus von Berlin.</p>
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                        <pubDate>
                            Fri, 22 May 2026 13:23:37 +0200
                        </pubDate>
                        <title>„Zentraleuropäischer Zionismus und jüdisch-arabische Verständigung vor der Staatsgründung Israels“</title>
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                                https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/54828
                            
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                        <description>Buchvorstellung und Diskussion mit der Autorin Anja Siegemund</description>
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                            <![CDATA[
                                <p>Angesichts der polarisierenden Debatten über Zionismus, Palästina und Israel, insbesondere seit dem 7. Oktober 2023 weltweit und nicht zuletzt auch im deutschen Sprachraum geführt, kommt einem Buch über frühe jüdisch-arabische Verständigungsversuche nicht nur historische Bedeutung zu, sondern regt auch an, sich umfassender mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Historikerin Anja Siegemund widmet ihr umfangreiches Werk vor allem dem zentraleuropäischen Zionismus und dessen namhaftesten Protagonisten, u. a. Robert Weltsch, Martin Buber, Georg Landauer, Hugo Bergmann, Gerschom Scholem und Gerda Luft. Sie analysiert die gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen, vor denen diese im Zeitraum zwischen Fin de Siècle und Gründung des Staates Israel 1948 standen. Ihre Visionen und ihr politisches Engagement, aber auch Kontroversen, Ambivalenzen und Unsicherheiten angesichts der Konflikteskalation in Palästina und der Katastrophe des europäischen Judentums werden umfassend dargestellt.</p><aside class="infobox-float infobox-float--right"><p><strong>Anja Siegemund</strong>:&nbsp;<br /><a href="https://www.wallstein-verlag.de/9783835358683-zentraleuropaeischer-zionismus-und-juedisch-arabische-verstaendigung-vor-der-staatsgruendung-israels.html" target="_blank" rel="noreferrer">„Zentraleuropäischer Zionismus und jüdisch-arabische Verständigung vor der Staatsgründung Israels“</a>&nbsp;<br />Reihe: Israel-Studien. Kultur - Geschichte - Politik; Bd. 8<br />Wallstein Verlag, Göttingen 2025</p></aside><p>Was bedeutete für die aus Zentraleuropa nach Palästina eingewanderten jüdischen Intellektuellen „jüdisch-arabische Verständigung“, welche Möglichkeiten sahen sie dafür und wie stellten sie sich künftige jüdisch-arabische Beziehungen vor? Welche Rolle spielten Organisationen wie Brit Schalom (Friedensbund) oder Ichud (Einheit)? Aufgezeigt werden Debatten, die bis heute nichts an Aktualität eingebüßt haben – über die politische Verfasstheit des Landes, Bevölkerungsmehrheiten, die Verteilung von Boden und Arbeit sowie die Frage, wem das Land „gehört“. Thematisiert werden auch die damaligen Selbstverständnisse der Menschen, ihre Suche nach Zugehörigkeit, ihr Ringen um eine Verbindung von Separatismus und Universalismus sowie ihre Zukunftsvisionen.</p>
<p>Das Buch folgt der Einsicht, dass es nicht DEN Zionismus gab und gibt, sondern viele unterschiedliche Zionismen entstanden. In der Diskussion mit der Autorin werden historische wie aktuelle Ansätze für jüdisch-arabische bzw. israelisch-palästinensische Verständigung hinterfragt und Hintergründe für deren Scheitern bzw. Erfordernisse für die Bewältigung aktueller wie künftiger Herausforderungen analysiert.</p>
<p>Es diskutieren:</p><ul><li data-list-item-id="e8cbd1a15687df016dfbf4536e19aeaac"><strong>Dr. Anja Siegemund</strong> ist Historikerin; sie leitete von 2009 bis 2015 das Leo Baeck Institut Jerusalem und ist seit September 2015 Direktorin der Stiftung Neue Synagoge Berlin Centrum Judaicum.</li><li data-list-item-id="e1c395442d90e4d7521e0fc3c9e999d6e">Moderation: <strong>Dr. Angelika Timm</strong>, Nahostwissenschaftlerin und von 2008 bis 2015 Leiterin des Israel-Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung</li></ul><aside class="infobox"><p>Die Veranstaltung findet in Präsenz und digital statt.&nbsp;<br />Die Zugangsdaten werden nach Anmeldung (s.o.)&nbsp;übermittelt.</p></aside>
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                        <pubDate>
                            Thu, 21 May 2026 16:53:11 +0200
                        </pubDate>
                        <title>Das Wuppertal-Komitee: Auf den Spuren grenzüberschreitender Solidarität</title>
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                                https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/54824
                            
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                        <description>Vor 90 Jahren organisierten niederländische Antifaschisten Solidarität mit verfolgten deutschen Gewerkschaftern. Von Sebastian Weiermann </description>
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                            <![CDATA[
                                <p>Eva van Santen steht an einem Samstagmittag Mitte April vor dem Haus in der Herengracht 28 in Amsterdam, in dem sie aufgewachsen ist. Mit Leidenschaft erzählt sie vom Leben ihrer Eltern unter der deutschen Besatzung 1940 bis 1945. Ihre Mutter Johanna war Ärztin und Kommunistin. Als der „Sicherheitsdienst“ (SD) 1941 die Wohnung einer hochschwangeren Genossin in Den Haag stürmte, wurde Johanna, die zu diesem Zeitpunkt dort in einem Krankenhaus arbeitete, gerufen. Sie konnte die Frau allein untersuchen, den Schlüssel einer illegalen Druckerei an sich nehmen und durchsetzen, dass ihre Patientin die Apotheke aufsuchen durfte – genug Zeit, um ihren Mann vor der Razzia zu warnen. Eva van Santens Elternhaus in der Herengracht wurde zu einem Zufluchtsort für Menschen aus dem Widerstand, im Dachgeschoss wurde die illegale Zeitung <i>De Vrije Katheder</i> gedruckt.</p>
<p>Dass Eva van Santen an diesem April Samstag nicht allein vor dem Haus steht, sondern mit gut vierzig Menschen, hat jedoch weniger mit dem Widerstand ihrer Mutter während der Besatzung zu tun. Es liegt daran, dass Johanna van Santen schon Jahre früher politisch aktiv war: 1936 reiste sie als Teil einer Delegation des Wuppertal-Komitees in die Bergische Stadt, um einen der Prozesse gegen Wuppertaler Gewerkschafter zu beobachten. Auf den Spuren dieses Komitees ist Mitte April 2026 mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung ein ganzer Reisebus voll Antifaschistinnen und Antifaschisten nach Amsterdam gefahren, um die Geschichten von Eva van Santen und den Mitgliedern des Wuppertal-Komitees kennenzulernen.</p>
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                        <guid isPermaLink="false">news-54715</guid>
                        <pubDate>
                            Tue, 28 Apr 2026 12:06:03 +0200
                        </pubDate>
                        <title>de:lux 2026</title>
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                                https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/54715
                            
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                        <description>Bilder und Videos vom Frühlingsfest der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin</description>
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                            <![CDATA[
                                <p>Rosa Luxemburg liebte den Frühling. Zu ihrem Geburtstag luden wir, wie die Jahre zuvor, zu einem Tag politischer Debatte und Austausch ein – mit Kulturprogramm, Musik, Essen, Getränken und Angeboten für Kinder.</p>
<p>Es war ein turbulentes Jahr: der Wahlerfolg&nbsp;der Partei&nbsp;Die Linke bei den Bundestagswahlen sicherte auch den Fortbestand der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Angesichts des Rechtsrucks und antifeministischen Backlashs möchten wir über linke Antworten und Gegenstrategien ins Gespräch kommen.</p>
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                        <pubDate>
                            Tue, 02 Dec 2025 11:51:00 +0100
                        </pubDate>
                        <title>Labour Environmentalism</title>
                        <link>
                            
                                https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/54074
                            
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                        <description>Internationale Konferenz zu Perspektiven und Strategien gegen die fossile Gegenoffensive, Militarisierung und Faschisierung</description>
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                            <![CDATA[
                                <p>Um der sich zuspitzenden sozial-ökologischen Krise noch begegnen zu können, ist eine grundlegend andere Organisation von Arbeit, Produktion und sozialer Reproduktion unerlässlich. Ohne neue internationale Allianzen zwischen Arbeiter*innen-, Umwelt- und feministischen Bewegungen, NGOs und transformativen Gruppen in verschiedenen Organisationen ist dies nicht zu erreichen. Diese Allianzen zu bilden, ist jedoch eine enorme Herausforderung, denn weltweit sehen sich emanzipatorische Akteure mit rückschrittlichen Entwicklungen konfrontiert: Fossile Kapitalfraktionen verspüren ebenso Aufwind wie autoritäre oder gar faschistische Kräfte; auf fossilen Lebensweisen basierende Subjektivitäten und traditionelle (männliche) Identitäten werden gestärkt; geopolitische Spannungen verschärfen sich und entladen sich in Kriegen; die Produktion von Waffen, die auch ohne deren Einsatz in Kriegen sehr ressourcen- und emissionsintensiv ist, wird massiv ausgeweitet; und Interessengegensätze zwischen Arbeiter*innen und Ökologie nehmen zu – nicht nur aufgrund fossiler Abhängigkeiten, sondern auch weil dominante Politiken der ökologische Modernisierung oft zulasten von Beschäftigten gehen.</p>
<p>Gleichzeitig lassen sich vielversprechende und fortschrittliche Ansätze beobachten, die gesellschaftlich bislang allerdings randständig sind: Menschen aus verschiedenen sozialen Bewegungen und Gewerkschaften suchen gemeinsam nach inklusiven und radikalen Alternativen in Bereichen wie Wohnen, Energie, Mobilität und Industrieproduktion. Dabei stellen sie auch vorherrschende Konzepte von Arbeit und Arbeitsteilung, von Hand- und Kopfarbeit sowie von Produktion und Reproduktion in Frage. Sie orientieren sich an Prinzipien der Fürsorge und der sozialen Reproduktion, der inter- und intragenerationellen Gerechtigkeit, der radikalen Demokratie und der Umwelt- und Klimagerechtigkeit. Fortschrittliche Ansätze zeigen sich auch in gewerkschaftlichen Diskussionen und im Rahmen der betrieblichen Mitbestimmung (just transition, Demokratiezeit, u.a.). In akademischen Debatten wird all dies auch unter dem Begriff des labour environmentalism diskutiert.</p>
<p>Diese widersprüchlichen Entwicklungen stellen eine analytische ebenso wie eine politische Herausforderung für kritische Wissenschaft sowie emanzipatorische gesellschaftliche und politische Akteure dar. Es geht darum, die rückschrittlichen Tendenzen besser zu verstehen, um den progressiven zum Durchbruch zu verhelfen: Wie wird die ökologische Krise in verschiedenen Teilen der Arbeiter*innenklasse wahrgenommen? Wie wird sie mit Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit und mit Eigentumsfragen verknüpft? Warum wenden sich Teile der Arbeiter*innenbewegung in Zeiten schwerer sozial-ökologischer Verwerfungen nach rechts? Wie unterscheiden sich die Krisenerfahrungen von Arbeiter*innen entlang der Linien globaler Süden/globaler Norden, Industrie/Landwirtschaft, Produktion/gesellschaftliche Reproduktion? Wo und unter welchen Voraussetzungen werden Krisenerfahrungen regressiv oder progressiv politisiert? Welche Rolle spielen dabei Allianzen, die bestehende Trennlinien überwinden?</p>
<p>Wissenschaftler*innen, Aktivisten*innen aus sozialen Bewegungen und Gewerkschaften sowie Beschäftigte und Betriebsrät*innen aus verschiedenen Ländern kamen zusammen. Ziel war, in Plena und Workshops die Krise und die Perspektiven des labour environmentalism zu analysieren und Ideen für die gemeinsame zukünftige Arbeit und Vernetzung zu entwickeln. Alle Panels wurden im Livestream übertragen und aufgezeichnet.</p>
<p>Eine Veranstaltung von Arbeiterkammer Wien, Global Labour University, Institute for International Political Economy der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, next economy lab, Norbert Elias Center for Transformation Design &amp; Research der Europa-Universität Flensburg, Sonderforschungsbereich „Strukturwandel des Eigentums“ an der Universität Jena und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.</p>
<h3>Aufzeichnungen</h3><div class="component"><div class="textmedia textmedia--news"><h4><span>Montag, 1. Dezember</span></h4>
<p>Vortrag:&nbsp;<strong>Petro-masculinity and the political ecology of labor</strong><br /><i>Englisch mit deutscher Übersetzung</i><br />Cara Daggett, Virginia Tech / Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit Potsdam</p></div></div>
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                        <guid isPermaLink="false">news-54117</guid>
                        <pubDate>
                            Mon, 01 Dec 2025 16:21:05 +0100
                        </pubDate>
                        <title>Die untoten Diktaturen</title>
                        <link>
                            
                                https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/54117
                            
                        </link>
                        <description>50 Jahre nach Francisco Francos Tod: ein Dialog mit Historiker*innen aus Spanien, Portugal und Griechenland über das lebendige Erbe der Diktaturen in Südeuropa</description>
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                            <![CDATA[
                                <p>Es ist eine Vergangenheit, die nicht vergehen will. Auch 50 Jahre nach seinem Tod am 20. November 1975 wirft die Diktatur Francisco Francos ihre langen Schatten auf die spanische Gesellschaft. Zwar markierte das Sterben des Generals auch das Ende der Diktatur, die er mit dem Militärputsch im Juli 1936 und dem Sieg gegen die Republikaner im nachfolgenden Bürgerkrieg im April 1939 errichtet hatte. Gleichzeitig blieb der „Übergang zur Demokratie“, die <i>transición</i>, immer unvollständig.&nbsp;</p>
<p>Im Tausch gegen die Zulassung oppositioneller Parteien und Parlamentswahlen, wurden die franquistischen Herrschaftseliten von jeder Strafverfolgung verschont. Der „weiße Terror“ der Faschisten, der im Bürgerkrieg nach Schätzungen bis zu 200.000 direkte Opfer gekostet hatte, wurde niemals vor Gericht verhandelt. Genauso wenig wie Repressionen und Menschenrechtsverletzungen, die bis in die siebziger Jahre anhielten und weitere Tausende Opfer gefordert hatten. Über die Verbrechen wurde ein Mantel des Schweigens gelegt, der das politische Leben im spanischen Staat auf Dauer vergiftete.</p>
<p>Die mangelnde politische und rechtliche Auseinandersetzung mit der faschistischen Diktatur fordert heute ihren Tribut. Die verschiedenen progressiven Koalitionsregierungen unter dem sozialistischen Premierminister Pedro Sánchez haben seit 2018 unter dem Druck der Bewegungen für die Erinnerung an die Diktaturopfer einige begrenzte Fortschritte bei der politischen Aufarbeitung gemacht. So wurden die Gebeine Francos aus dem bis heute im Franquismus errichteten öffentlich zugänglichen falangistischen Pilgerort <i>Valle de los Caídos&nbsp;</i>(Tal der Gefallenen) in eine private Grabstätte überführt. Zum 50. Todestag etablierte die Regierung eine Kommission, die im ausgehenden Jubiläumsjahr öffentliche Veranstaltungen durchführte.</p>
<p>Gleichzeitig bleiben die Diktaturverbrechen bis heute straflos. Meinungsumfragen zeigen überdies, dass aktuell etwa 20 Prozent der spanischen Bevölkerung Sympathie für die Diktatur bekunden. Insbesondere bei jungen Männern wächst die Popularität des Generals. Um die 20 Prozent der Spanier*innen würden nach Meinungsumfragen auch die rechtsextremistische Partei Vox wählen, die sich in den vergangenen Jahren rechts der post-franquistischen rechtskonservativen <i>Partido Popular</i> (Volkspartei) etabliert hat. Bei kommenden Wahlen könnten diese beiden Parteien die neue Regierung bilden. In Spanien gibt es keine Brandmauern.&nbsp;</p>
<p><strong>Das Thema der </strong><i><strong>transición</strong></i><strong> stand auch im Mittelpunkt der Diskussionen einer </strong><a href="https://rosalux.es/2025/10/atado-y-bien-atado-el-fin-de-las-dictaduras-en-el-sur-de-europa-un-dialogo-comparado-sobre-grecia-espana-y-portugal/" target="_blank" rel="noreferrer"><strong>Veranstaltungswoche</strong></a><strong>, welche die Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Madrid und Athen organisierten.</strong> Dabei ging es um einen Dialog von Geschichtswissenschaftler*innen und Akteuren aus geschichtspolitischen Initiativen aus Spanien, Portugal und Griechenland. Das spanische Beispiel wurde im Kontext der Militärdiktaturen in Portugal und Griechenland diskutiert, die bereits ein Jahr früher 1974 zu Ende gekommen waren. Der komparative Blick wurde dabei nicht nur auf die Phasen des „Übergangs zur Demokratie“ Mitte der siebziger Jahre gelenkt, sondern auch auf die Herausforderungen der Erinnerungsarbeit und geschichtspolitischer Debatten heute. Dabei wurde deutlich, dass die Stärkung des Rechtsextremismus in allen drei Ländern in enger Beziehung zum Umgang mit den Diktaturen steht.</p>
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                        <pubDate>
                            Mon, 24 Nov 2025 11:52:00 +0100
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                        <title>Aufrecht — Überleben im Zeitalter der Extreme</title>
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                                https://bayern.rosalux.de/dokumentation/id/54075
                            
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                        <description>Gespräch und Lesung mit Lea Ypi und Jagoda Marinić</description>
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                                <p>„Als meine Großmutter mir zum ersten Mal von Gustavs Angebot erzählte, fragte ich sie, wie es sich angefühlt habe zu begreifen, dass sie für immer ihre Freiheit verloren hatte. ‹Ich war nie unfrei›, widersprach sie. ‹Was die meisten Leute für Freiheit halten, ist in Wahrheit eine Art Knechtschaft der Gefühle, Unterwerfung unter starke Emotionen: Angst; Gier, Neid. Ich glaube, frei sind wir nur, wenn wir versuchen, das Richtige zu tun.›“</p>
<p>Als Lea Ypi im Internet ein ihr unbekanntes Foto entdeckt, das ihre Großeltern 1941 beim Après-Ski in den italienischen Alpen zeigt, fragt sie sich, was sie wirklich über ihre Familie weiß. Warum hat ihre geliebte Großmutter Leman, genannt Nini, Französisch gesprochen, wenn sie doch in Saloniki aufgewachsen war, als Enkelin eines Würdenträgers? Was hatte sie bewogen, als junge Frau Griechenland zu verlassen und auf eigene Faust nach Tirana zu gehen? Wie war sie mit Asllan zusammengekommen, ihrem Mann, der bald für viele Jahre in einer „Universität“ verschwand? Und warum lächelte sie im Schnee von Cortina und zu einer Zeit, in der es nichts zu lachen gab, weil in Europa ein grausamer Krieg tobte?</p>
<p>Lea reist an die Orte von Lemans Leben, um es Stück für Stück anhand von Archivalien, Akten und Anekdoten zu rekonstruieren. Gebannt folgt man ihr in die untergegangene Welt der osmanischen Aristokratie, an die Wiege der neuen Nationalstaaten auf dem Balkan und natürlich nach Albanien, erst unter faschistischer Besatzung, dann unter kommunistischer Herrschaft.</p>
<p>Fesselnd, empathisch und in ihrem unnachahmlichen Ton erzählt Lea Ypi in Aufrecht von den Wendepunkten eines Lebens in extremen Zeiten von schicksalhaften Begegnungen, von Liebe und Verrat sowie von Entscheidungen gegen den Strom der Geschichte. Ihr neues Buch ist atemberaubende Familiensaga und tiefgründige Reflexion über die Zerbrechlichkeit der Wahrheit. Mit der Kraft der Imagination setzt es Menschen ein Denkmal, die ihre Würde zu bewahren vermochten, als sie mit Stiefeln getreten wurde.</p>
<p>Es sind die großen Fragen eines Lebens, die Lea Ypi in ihrem neuen Roman über die Geschichte ihrer Großmutter verhandelt. Und wie auch schon in ihrem ersten Roman &quot;Frei&quot; spielt der Begriff der Freiheit erneut eine große Rolle. Im Gespräch mit Jagoda Marinić soll entlang der Erzählung eine Annäherung an diese großen Fragen des 20. aber auch des 21. Jahrhunderts möglich werden.</p>
<p><strong>Britta Steffenhagen</strong> liest Passagen aus dem Buch.</p>
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