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Deutschland gehört mit Blick auf die privaten Vermögen zu den ungleichsten Demokratien der Welt. Während sich die Milliarden Euro einiger weniger Menschen ungebremst vermehren, kommen viele kaum über die Runden. Die soziale Spaltung hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen und verschärft sich mit jeder weiteren Krise.
Viele denken, wir seien eine Leistungsgesellschaft, in der es jede*r aus eigener Anstrengung zu etwas bringen kann. Das Gegenteil ist der Fall: Wir sind eine Erbengesellschaft und in welche Familie man geboren wird, entscheidet maßgeblich über den sozialen und ökonomischen Status. Die Leistungsgesellschaft ist ein Mythos, der sich hartnäckig hält und die ungerechten Zustände rechtfertigen soll. Dazu passt, dass viele das Ausmaß der Ungleichheit drastisch unterschätzen.
Diese Sammlung von Grafiken und kurzen Texten liefert wichtige Daten, benennt die Zusammenhänge und Folgen von sozialer und ökonomischer Ungleichheit in Deutschland und verdeutlicht Alternativen. Diese Zustände zu kennen, um dagegen anzugehen, ist unerlässlich. Extreme Ungleichheit ist nicht nur eine Frage sozialer Gerechtigkeit. Sie verschärft auch die weltweite Klimakrise und lässt die Demokratie erodieren.
Ungleichheit hat viele, auch globale Facetten, die hier nicht alle beleuchtet werden können. Ungleichheit ist auch kein bedauerlicher Betriebsunfall. Vielmehr ist sie die Grundlage der kapitalistischen Wirtschaftsweise. Diese basiert darauf, dass einige wenige über die Produktionsmittel(Unternehmen, Maschinen etc.) und das Finanzkapital verfügen und andere nur ihre Arbeitskraft verkaufen können. Es geht also nicht nur um Steuergerechtigkeit, wir müssen letztlich auch über die Demokratisierung unserer Wirtschaft sprechen. Wenn sich das private Vermögen an Produktionsmitteln nicht länger in den Händen einer kleinen Elite konzentriert, käme das uns allen zugute: durch eine gemeinwohlorientierte Wirtschaft mit demokratischer Mitsprache über sinnvolle und klimafreundliche Investitionen und gute Arbeits- und Lebensbedingungen für die Vielen in diesem Land.



