Beschreibung
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Am 9.Dezember 1964, vor nun einem halben Jahrhundert, starb der Wirtschaftspolitiker und Gewerkschafter Viktor Agartz (1897-1964). Agartz gehörte zu den wichtigsten und einflussreichsten Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegszeit und prägte, als führender Sozialdemokrat und Leiter des gewerkschaftseigenen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts (WWI), auch die damaligen Vorstellungen einer wirtschaftsdemokratischen und sozialistischen Neuordnung wesentlich mit. Wurde er nach seiner Entlassung aus dem WWI der wohl bekannteste heimatlose Linke der fünfziger Jahre, machte ihn der im Jahre 1957 gegen ihn angestrengte Landesverratsprozess zur Persona non grata der deutschen Innenpolitik.
Nichts desto trotz blieb die Erinnerung an seine Positionen einer offensiv-kämpferischen Gewerkschaftspolitik virulent. Auch heute noch (und wieder) wird um Mitbestimmung und die Idee einer Wirtschaftsdemokratie gestritten, um die Möglichkeiten einer aktiveren Lohnpolitik und die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Umverteilungspolitik. Auch heute noch (und wieder) stehen Forderungen nach einer autonomen Gewerkschaftspolitik und einer neuen sozialen Gewerkschaftsbewegung im Zentrum mindestens der Debatten, die auf der gewerkschaftlichen und politischen Linken geführt werden.
Die Konferenz hat die Wiederkehr des fünfzigsten Todestages zum Anlass genommen, nicht nur an Viktor Agartz‘ Leben und Werk zu erinnern. Mehr noch ging es darum, seine alten Thesen auf den historischen Prüfstand zu stellen und danach zu fragen, wie sich die Agartz damals bewegenden Fragen heute darstellen, vor welchen strukturellen und konjunkturellen Problemen die heutigen Emanzipationsbewegungen, allen voran die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung stehen.
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Lesehinweise/ aktuelle Veröffentlichungen:
- Christoph Jünke auf globkult.de: "Das dritte Leben des Viktor Agartz"
- Christoph Jünke in "junge Welt": Enteignung, Planung, Kontrolle (Teil 1)
- Christoph Jünke in "junge Welt": Beteiligen statt bestimmenn (Teil 2)
- Zur Person in "junge Welt"
- Peter Nowak in "neus deutschland": Viktor Agartz - Kalenderblatt
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